An diesem Tag

Federica Mogherini

Italienische Politikerin

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Federica Mogherini (* 16. Juni 1973 in Rom) ist eine italienische Politikerin (PD) und war vom 22. Februar bis 31. Oktober 2014 Außenministerin Italiens sowie vom 1. November 2014 bis 30. November 2019 Hohe Vertreterin der EU für Außen- und Sicherheitspolitik. Vom 1. September 2020 bis zum 4. Dezember 2025 war sie Rektorin des College of Europe in Brügge. Im Dezember 2025 wurde sie wegen des Verdachts auf Missbrauch von EU-Geldern vorübergehend festgenommen.

Mogherini studierte Politikwissenschaft an der Universität La Sapienza in Rom und schloss mit einer Arbeit über das Verhältnis zwischen Religion und Politik im Islam ab. Anschließend absolvierte sie einen Erasmus-Aufenthalt am Institut d’études politiques d’Aix-en-Provence in Frankreich.

Mogherini trat 1988 der Federazione Giovanile Comunista Italiana (Jugendverband der Kommunistischen Partei Italiens) bei. Nach dessen Auflösung 1990 trat sie 1996 der Jugendorganisation der Democratici di Sinistra (Linksdemokraten – kurz DS) bei. Von 1999 bis 2001 war sie stellvertretende Vorsitzende des Europäischen Zusammenschlusses Junger Sozialisten (kurz ECOSY, European Community Organisation of Socialist Youth). Ab 2001 war sie Mitglied im Parteirat der Linksdemokraten. Mogherini war dort schließlich für außenpolitische Angelegenheiten zuständig und pflegte unter anderem die Beziehungen zu den US-amerikanischen Demokraten.

2008 zog sie für die Demokratische Partei in die italienische Abgeordnetenkammer ein, wo sie nach ihrer Wiederwahl 2013 in den Ausschüssen für Äußeres und Verteidigung saß. Ab Februar 2009 war sie im Parteivorstand des PD (Nachfolgepartei der Linksdemokraten) für Gleichberechtigung zuständig, ab Dezember 2013 für Europapolitik. Am 1. August 2013 übernahm sie den Vorsitz in der italienischen Delegation bei der Parlamentarischen Versammlung der NATO.

Am 22. Februar 2014 wurde Mogherini zur italienischen Außenministerin ernannt. Sie war nach Susanna Agnelli und Emma Bonino die dritte Frau, die dieses Amt bekleidete, und die mit Abstand jüngste. Unter ihrer Führung erreichte das italienische Außenministerium die Freilassung der Sudanesin Maryam Ibrahim.

Hohe Vertreterin der EU für Außen- und Sicherheitspolitik

Am 2. August 2014 bestätigte der italienische Ministerpräsident Matteo Renzi formell die Kandidatur Italiens mit Federica Mogherini für das Amt der Hohen Vertreterin der EU für die Außen- und Sicherheitspolitik. Am 30. August 2014 wurde sie als Catherine Ashtons kandidierende Nachfolgerin in diesem Amt bestätigt. Gleichzeitig leitete sie den Europäischen Auswärtigen Dienst (EAD) und ist eine von sieben Vizepräsidenten der Europäischen Kommission. Am 22. Oktober 2014 wurde sie mit den anderen Mitgliedern der Kommission Juncker vom Europaparlament gewählt und trat ihr Amt am 1. November an.

Am 8. Dezember 2014 reiste Mogherini mit den EU-Kommissaren für Humanitäre Hilfe Christos Stylianides und EU-Nachbarschaftspolitik Johannes Hahn nach Istanbul, um gemeinsam mit der türkischen Regierung die weitere Zusammenarbeit zwischen der EU und der Türkei zu koordinieren.

Nachdem die EU die neue ukrainische Regierung mit einem Milliardenprogramm unterstützt hatte, drängte sie die Ukraine, die versprochenen Reformen umzusetzen. Bei einem Treffen mit dem Ministerkabinett der Ukraine machte sie klar, dass die EU keine weiteren Hilfen auszahlen werde, wenn die Regierung nicht die notwendigen Reformen zum Aufbau eines Rechtsstaats vornehme.

Im Dezember 2014 traf Mogherini US-Außenminister John Kerry zu Gesprächen im Rahmen des EU-US-Energierats. Die Sitzungen, von denen die letzte in Brüssel stattfand, waren Teil der politischen und praktischen Reaktion auf die Krise in der Ukraine. Federica Mogherini machte sich gegenüber John Kerry für die Aufnahme eines Energiekapitels in das Transatlantische Freihandelsabkommen (TTIP) stark.

Am 4. März 2015 gab sie gemeinsam mit Erweiterungskommissar Johannes Hahn den Startschuss der Konsultationen zur zukünftigen EU-Nachbarschaftspolitik.

Bis Mitte Juli 2015 schloss sie die Verhandlungen mit der Islamischen Republik Iran als mitverantwortliche Verhandlungsführerin erfolgreich ab. Als Ergebnis hoben die USA, die EU und die Vereinten Nationen zuvor verhängte Sanktionen auf. Im Gegenzug stimmte der Iran einer langfristigen Drosselung seines Nuklearprogramms zu.

Ende September 2015 kündigte die EU-Außenbeauftragte eine Ausweitung des Militäreinsatzes gegen Schlepper im Mittelmeer an, um kriminelle Schleuser wirksamer zu bekämpfen.

In ihrer Grundsatzrede zur neuen globalen Strategie für die Europäische Union im Juni 2016 legte sie fünf Prioritäten fest: Sicherheit, staatliche und gesellschaftliche Widerstandskraft im Osten und Süden der EU, ein integrierter Ansatz in der Konfliktbewältigung, kooperative Regionalstrukturen und eine „Global Governance“ des 21. Jahrhunderts. Sie setzt damit den Fokus ihrer Außenpolitik vermehrt auf Soft Power, Pragmatismus und maßgeschneiderte Lösungen sowie regionale Governance.

Zusammen mit EU-Kommissar Johannes Hahn machte sie im Juli 2016 bezüglich des Ausnahmezustands in der Türkei nach dem Putschversuch deutlich, dass dieser „nicht zum Vorwand genommen werden darf, die Meinungsfreiheit noch weiter einzuschränken und Kritiker oder Andersdenkende zu kriminalisieren und zu verfolgen. Das Recht jedes Individuums auf eine objektive Untersuchung der Vorwürfe und auf einen fairen Prozess muss gewährleistet sein.“

Sie schied am 30. November 2019 mit dem Ende der Kommission Juncker aus dem Amt. Ihr Nachfolger wurde Josep Borrell.

Rektorin der europäischen Diplomatenschule

„Mogherini war nach ihrer Zeit als EU-Außenbeauftragte vom Europakolleg zur Rektorin ernannt worden; sie trat ihr Amt am 1. September 2020 an. Nach dem Ablauf einer ersten Amtszeit von fünf Jahren durfte sie eine zweite Amtszeit absolvieren. Der Akademische Rat des Kollegs begründete seine einstimmige Entscheidung dazu im Dezember 2024 ausdrücklich auch mit ihren Verdiensten um die Gründung einer von der EU geförderten Akademie zur Ausbildung junger Diplomaten.“

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