An diesem Tag

Fanny Crosby

US-amerikanische Dichterin geistlicher Texte

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Fanny Crosby (eigentlich Frances Jane Van Alstyne; * 24. März 1820 in Brewster, Southeast, Putnam County, New York, USA; † 12. Februar 1915 in Bridgeport, Fairfield, Connecticut) war eine US-amerikanische Dichterin geistlicher Texte, die als Erweckungslieder auch im deutschen Sprachraum bekannt wurden. Sie schrieb über 8.000 Texte und gehört damit zu den führenden Textdichtern des Gospel. Die blinde Fanny Crosby war zunächst als Dichterin weltlicher Texte bekannt und wandte sich ab 1863 der geistlichen Lyrik zu. Ihr bekanntestes Lied heißt Safe in the Arms of Jesus (deutsch: Sicher in Jesu Armen).

Fanny Crosby wurde in ärmlichen Verhältnissen als Tochter von John Crosby II (1794–1821) und seiner zweiten Ehefrau Mercy Crosby Morris (1799–1890) geboren. Der Vater brachte eine Tochter in die Ehe. Nach dem Tod des Vaters erhielt Fanny später noch drei Halbschwestern: Wilhelmina Morris (1839–1839), Julia Morris Athington (1841–1921) und Caroline Morris Rider (1843–1907). Bereits im Alter von sechs Wochen erlitt Fanny infolge einer Erkältung eine Augenentzündung. Auf Anraten eines angeblichen Arztes behandelten ihre Eltern die Entzündung mit heißen Umschlägen, was zu ihrer Erblindung führte. Fannys Vater starb, als sie weniger als ein Jahr alt war. Durch die Erziehung der Mutter, vor allem aber der Großmutter entwickelte Fanny schon früh eine feste Beziehung zum evangelischen Glauben. Zum Beispiel lernte sie ganze Bücher aus der Bibel auswendig, so die ersten vier Bücher Mose und die vier Evangelien, und ließ sich auch von ihrer Behinderung nicht davon abhalten, aktiv in ihrer Gemeinde mitzuarbeiten. Als sie neun Jahre alt war, zogen sie nach Ridgefield in Connecticut.

1835, mit 15 Jahren kam Fanny Crosby auf eine spezielle Blindenschule in New York City, die heute den Namen New York Institute for Special Education trägt. Sie erhielt Auszeichnungen in englischer Literatur, Wissenschaft, Philosophie und Musik. In ihrer siebenjährigen Schulzeit erlernte sie die Musikinstrumente Klavier, Orgel, Harfe und Gitarre und bekam Gesangsunterricht. 1843 wurde Crosby Mitglied einer politisch aktiven Gruppe in Washington, D.C., die sich für Bildungsmöglichkeiten für Blinde einsetzte. 1846 war sie die erste Frau, die vor dem Senat der Vereinigten Staaten sprach und kurz darauf auch vor dem Kongress, wo sie sich für blinde Amerikaner einsetzte. Von 1847 bis 1858 unterrichtete sie die Fächer Rhetorik, englische Grammatik, römische und amerikanische Geschichte an einer New Yorker Schule.

Fanny Crosby war danach als Stadtmissionarin, Diakonin und Laienpredigerin der Sixth Avenue Bible Baptist Church in Brooklyn tätig. Sie war eine entschiedene Gegnerin der Sklaverei. Im amerikanischen Bürgerkrieg schrieb sie für die Union mehrere Hymnen und Balladen, in denen sie die Amerikaner zum Kampf für Freiheit und die Abschaffung der Sklaverei aufrief. Nach 1880 siedelte sie um an die Frankfort Street im Lower East Side, um in den Slums als Missionarin zu arbeiten. Sie besuchte dort die McAuley Water Street Mission, weil sie vom Zeugnis und Dienst von Jerry McAuley und seiner Frau Maria unter den Armen beeindruckt war.

Am 5. März 1858 heiratete Fanny Crosby einen ebenfalls blinden Musiker und Lehrerkollegen namens Alexander van Alstyne, den sie bereits seit 1843 als Student kannte. Allerdings bestand dieser darauf, dass Crosby ihren Geburtsnamen beibehielt. Ihr einziges gemeinsames Kind, ein Mädchen, nach der Mutter Frances benannt, verstarb bereits im frühen Alter. Das Ehepaar besuchte gemeinsam die Thirtieth Street Methodist Church, die auch unter dem Namen Old John Street Methodist Episcopal Church bekannt war, aber das Paar trennte sich um 1880. Sie blieb Methodistin und genoss in dieser evangelischen Glaubensgemeinschaft weiterhin und über ihren Tod hinaus ein hohes Ansehen.

Alexander van Alstyne starb am 19. Juli 1902. Am 12. Februar 1915 starb Fanny Crosby in Bridgeport mit fast 95 Jahren. Sie wurde auf dem Mountain Grove Cemetery and Mausoleum bestattet. Auf ihrem Grabstein ist die liebevolle Bezeichnung „Aunt Fanny“ (Tante Fanny) sowie der Text Blessed assurance, Jesus is mine. Oh, what a foretaste of glory divine – der Anfang eines ihres bekanntesten Liedes Seliges Wissen, Jesus ist mein. Oh, welch ein Vorgeschmack der göttlichen Herrlichkeit – eingraviert.

Fanny Crosby heiratete 1858 Alexander Van Alstyne (1831–1902). Sie hatten ein gemeinsames Kind namens Frances Van Alstyne, das 1859 geboren wurde und im gleichen Jahr starb.

Fanny Crosby begann bereits im Alter von acht Jahren, Gedichte zu verfassen. 1841 schrieb sie eine Eulogie auf den Präsidenten William Henry Harrison, die in dem New York Herald und anderen Zeitungen veröffentlicht wurde. 1844 wurde ihre erste Gedichtsammlung mit dem Titel A Blind Girl and Other Poems (deutsch: Ein blindes Mädchen und andere Gedichte) veröffentlicht. Auch schrieb Crosby Texte zu Musik säkularer populärer Komponisten wie George F. Root, dem Musiklehrer an ihrer Schule, die Kantate The Flower Queen, die Lieder Hazel Dell, There’s Music in the Air und Rosalie, the Prairie Flower. Bei ungefähr 100.000 Kopien verschaffte es ihr ein einträgliches Geschäft und zugleich nationalen Ruhm. Tatsächlich war sie zu Lebzeiten eine der berühmtesten Frauen der USA. Sie hatte persönlichen Kontakt zu zahlreichen einflussreichen Persönlichkeiten einschließlich des amerikanischen Präsidenten. So spielte sie beispielsweise 1885 auf der Beerdigung des Präsidenten Ulysses S. Grant ihr Lied Safe in the Arms of Jesus (Sicher in Jesu Armen).

Allerdings ist es vor allem ihre geistliche Dichtung, für die Fanny Crosby bis heute bekannt geworden ist. Ihren ersten Text für ein geistliches Lied, betitelt There's a Cry from Macedonia (in der deutschen Übersetzung Es erschallt ein Ruf), schrieb sie 1863 für den allseits bekannten christlichen Komponisten und Publizisten William Batchelder Bradbury. Im Laufe der Jahre arbeitete Fanny im Büro von The Biglow & Main Co und mit weiteren einflussreichen Komponisten aus dem Umfeld der Erweckungsbewegung zusammen. Zu ihnen gehörten u. a. Philip Phillips, Hubert P. Main, Robert Lowry, William H. Doane, Ira D. Sankey, Philip P. Bliss, W. F. Sherwin und Phoebe Knapp. Ihr Lebenswerk umfasst mindestens 8.000 Erweckungslieder, nach einer anderen Quelle waren es zwischen 5.500 und 9.000 Lieder. Sie haben die Entwicklung der Erweckungsbewegung entscheidend beeinflusst und wurden teilweise auch in andere Sprachen übersetzt (so in Albanisch, Arabisch, Aymara, Bambara, Cheyenne, Chinesisch, Dänisch, Dakota, Deutsch, Esperanto, Französisch, Hawaiisch, Indonesisch, Koreanisch, Malagassisch, Malaiisch, Mongolisch, Portugiesisch, Quechua, Rumänisch, Spanisch, Suaheli, Tagalog, Tamilisch und Ungarisch). Für die deutsche Sprache zeichneten hierfür vor allem die Kirchenlieddichter Ernst Gebhardt und Dora Rappard verantwortlich. Von Fanny Crosby existieren etwa 200 Pseudonyme, die bekanntesten sind: A.V., Mrs. A. E. Andrews, Mrs. E. L. Andrews, James L. Black, Henrietta E. Blair, Charles Bruce, Robert Bruce, Leah Carlton, Eleanor Craddock, Lyman G. Cuyler, D.H.W., Ella Dare, Ellen Dare, Mrs. Ellen Douglass, Lizzie Edwards Grace J. Frances und Alice Monteith.

The Blind Girl, and Other Poems, 1844.

Monterey, and Other Poems, 1851.

A Wreath of Columbia’s Flowers, 1858.

Bells at Evening, and Other Verses, The Biglow & Main Co., New York 1897.

Fanny Crosby schrieb viele säkulare Lieder in den Ferien 1852 und 1853 in North Reading in Massachusetts:

Proud World, Goodbye, I'm Going Home.

Eine Auswahl von Fanny Crosbys bekannteste geistliche Lieder sind:

All the way, my Saviour leads me, 1875 (Melodie: Robert Lowry, 1875; Phil Burt, 1986; Rich Mullins, 1992; Chris Bowater, 2007; Matt Redman und Chris Tomlin, 2008; in mehreren Liederbücher enthalten).

Blessed Assurance, Jesus is Mine, 1873 (deutsch von Heinrich Rickers als Seliges Wissen, Jesus ist mein, Melodie von Phoebe Knapp, 1873; in 8 Liederbüchern enthalten).

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