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Fallersleben

Stadtteil von Wolfsburg

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Fallersleben ist ein Stadtteil von Wolfsburg in Niedersachsen, der am Bach Mühlenriede liegt. Bevor Fallersleben im Zuge der Gebietsreform 1972 in die Stadt Wolfsburg eingegliedert wurde, war es eine Stadt im Landkreis Gifhorn. Die Stadtrechte wurden 1929 verliehen.

Der 942 erwähnte Name Valareslebo setzt sich aus zwei Teilen zusammen. Die im ostfälischen weit verbreitete Endung -leb-o, bzw. heutzutage -leben, geht auf den germanischen Begriff „laiba“ zurück, was so viel wie „Erbeigentum, Grundbesitz“ bedeutet. Der Besitzer dieses Grundes, nämlich „Valares“, steuerte den vorderen Teil für den Namen des Ortes, bzw. der Siedlung, bei.

Die ältesten Spuren einer Besiedlung im Gebiet der heutigen Stadt sind Bodenfunde von etwa 200 v. Chr.

Der Ort Valareslebo mit einer St. Michaelskirche wurde 942 erstmals in einer Urkunde König Ottos I. erwähnt.

Im 12. Jahrhundert gehörte er den Grafen von Wohldenberg, die ihn vom Erzbischof von Magdeburg zum Lehen erhalten hatten. 1337 übergaben sie ihn samt dazugehörenden Dörfern und dem Gebiet des Papenteich an die Herzöge von Braunschweig und Lüneburg. Fallersleben gehörte ab 1539 unter der Herrschaft von Herzog Franz von Braunschweig-Lüneburg 10 Jahre lang zum neu gegründeten Herzogtum Gifhorn, das 1549 aufgelöst wurde. Danach lebte seine Witwe Clara von Lauenburg bis zu ihrem Tod 1576 im Schloss Fallersleben. 1559 gab es bereits eine Befestigung von Fallersleben mit Wall und Graben sowie vier Stadttoren: Westtor, Gröpertor im Osten, Hoftor zur Schlossseite im Süden und Neues Tor im Norden.

In der Beschreibung von 1654 heißt es zu Fallersleben:

Über Fallersleben verlief im 18. und 19. Jahrhundert die Postroute Braunschweig–Calvörde.

Von 1894 bis 1896 wurde an der heutigen Wolfsburger Landstraße eine Windmühle errichtet, deren Flügel jedoch 1936 bei einem Sturm zerstört wurden. Von 1941 bis etwa 1960 war die Mühle nochmals mit Elektroantrieb in Betrieb.

Nahe Fallersleben wurde ab April 1942 das KZ Arbeitsdorf aufgebaut, das jedoch im Oktober 1942 bereits wieder aufgelöst wurde.

Am 1. Juli 1972 wurde die Stadt Fallersleben, die aus dem Landkreis Gifhorn stammt, gemäß dem Wolfsburg-Gesetz in die Stadt Wolfsburg eingegliedert.

Seit 2019 entsteht am Südwestrand von Fallersleben das Baugebiet „Kleekamp“.

Fallersleben bildet gemeinsam mit dem Stadtteil Sülfeld die Ortschaft Fallersleben-Sülfeld, die durch einen Ortsrat vertreten wird. Ortsbürgermeister ist seit 2021 André-Georg Schlichting (CDU).

Organisatorisch zählt ferner die 1938 gegründete Siedlung Ilkerbruch zum Stadtteil. Sie liegt ganz im Norden von Fallersleben, außerhalb der geschlossenen Ortschaft an der Kreisstraße 114 („Nordtangente“) von Wolfsburg nach Gifhorn. Die Siedlung befindet sich zwischen den Naturschutzgebieten Barnbruch und Ilkerbruch.

Schloss Fallersleben ließ Herzog Franz von Braunschweig und Lüneburg im 16. Jahrhundert erbauen. Die Stadt Wolfsburg betreibt darin heute das Hoffmann-von-Fallersleben-Museum, das das Werk und Leben des Schriftstellers veranschaulicht und auf die Demokratiebewegung in Deutschland zu seiner Zeit eingeht. August Heinrich Hoffmann von Fallersleben ist der berühmteste Sohn Fallerslebens. Er wurde am 2. April 1798 in der Westerstraße 4 geboren. Sein Geburtshaus wird heute als Hotel-Restaurant mit Saalbetrieb (Hoffmannhaus) geführt und ist im Besitz der Stadt Wolfsburg.

Fallerslebens Ortskern ist eine gut erhaltene, von Fachwerkhäusern geprägte Altstadt. Alljährlich wird die historische Altstadt während des sogenannten „Altstadtfestes“ zu einer Festmeile.

In Schlossnähe liegt im Schlosspark das Alte Brauhaus (erbaut 1765), das seit den 1980er Jahren ein Lokal ist, in dem Bier gebraut wird.

Schwefelbad: Nachdem 1911 bei einer Bohrung zufällig schwefelhaltiges Wasser gefunden wurde, erfolgte 1925 der Bau des Schwefelbades. Das am 18. Dezember 1925 eröffnete Schwefelbad wurde 1940 von der Stadt Fallersleben erworben und 1952/53 erweitert. Nach einem Brand von 1976 wurde es in modernisierter Form wieder aufgebaut und am 1. April 1982 wieder eröffnet. Seit dem 1. Juli 2012 wird das Schwefelbad vom Klinikum Wolfsburg betrieben.

Alter Wasserturm, heute Sitz des Deutschen Amateur-Radio-Clubs.

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