Die Falklandinseln (englisch Falkland Islands), auch Malwinen (französisch Îles Malouines, spanisch Islas Malvinas), sind eine Inselgruppe im südlichen Atlantik. Sie gehören geographisch zu Südamerika und liegen 395 km östlich von Südargentinien und Feuerland. Die Falklandinseln sind ein britisches Überseegebiet mit innerer Autonomie. Das Vereinigte Königreich übernimmt Verteidigung und Außenpolitik. Seit 1833 werden sie von Argentinien beansprucht. 1982 führte die Auseinandersetzung zum Falklandkrieg zwischen dem Vereinigten Königreich und Argentinien.
Die Falklandinseln waren vor etwa 400 Millionen Jahren Teil des Urkontinents Gondwana. Ursprünglich vor der heutigen Westküste Südafrikas gelegen, wurde ein kleines Krustenfragment, aus dem heute die Inseln bestehen, isoliert und driftete Richtung Westen. Während des Jura, vor etwa 170 Millionen Jahren, drehten sich die Landstücke, die heute Ost- und Westfalkland bilden, um ca. 120°.
Die Falklandinseln bestehen aus etwa 200 Inseln, deren wichtigste Westfalkland und Ostfalkland mit etwa 4500 km² bzw. 6000 km² Größe sind. Die nördlichen Teile der beiden Hauptinseln sind von Hügelketten überzogen. Sie verlaufen in West-Ost-Richtung und erreichen im Mount Usborne auf Ostfalkland 708 m Höhe. Der zweithöchste Berg heißt Mount Adam und befindet sich auf Westfalkland.
Zwischen Ost- und Westfalkland verläuft der breite Falklandsund, an dem Port Howard liegt. Auch die Ostinsel selbst wird von einem langen Fjord (bei Darwin) beinahe in zwei Hälften geteilt; an ihrer zum Atlantik blickenden Ostküste liegt die Hauptstadt Stanley mit rund 2000 Einwohnern. Von den übrigen 200 Inseln sind nur etwa fünf größer als 10 km².
Die heutige Landschaft der Falklandinseln wurde durch die wiederholten Vergletscherungen im Eiszeitalter geformt. Dabei bildete sich vor allem eine glaziale Abtragungslandschaft. Fjorde, Rundhöcker und durch das Eis geformte Seen sind typisch. In der Nacheiszeit sind viele Landstriche aufgrund des feuchtkalten Klimas vermoort.
Die Zwergstrauchheiden der Falkland-Inseln werden aufgrund ihres Erscheinungsbildes zum Teil als Tundra bezeichnet, obwohl das mildere Klima und die fehlenden Permafrostböden deutlich vom typischen Tundrenklima abweichen. Die Zuordnung der Vegetation ist in der Literatur uneinheitlich.
Insgesamt verzeichnet die Flora der Falklandinseln 278 Arten. Die Inseln sind überzogen von zahlreichen Gräsern – meist Seggen- und Rispengräserarten – sowie verschiedenen Kleearten. Eine Besonderheit ist die ansonsten nur in Südamerika heimische Arachnitis uniflora, eine mykoheterotrophe Art aus der Familie der Corsiaceae. Bäume kommen ursprünglich nicht auf den Inseln vor. Es gibt heute einige wenige angepflanzte Bäume, und am ehesten gedeihen Monterey-Zypressen (Cupressus macrocarpa), Sitka-Fichten (Picea sitchensis), Küsten-Kiefern (Pinus contorta), Monterey-Kiefern (Pinus radiata) und Magellan-Südbuchen (Nothofagus betuloides).
Der einzige Wald der Falklandinseln, der rund 2 ha große Hill Cove Forest, befindet sich in der Nähe des Ortes Hill Cove im Norden von Westfalkland. Er wurde um 1880 angelegt und 1925 erheblich vergrößert. Größere Gruppen von Bäumen findet man ebenfalls in Port Stanley sowie an windgeschützten Stellen von Carcass Island und Weddell Island. Die Ansammlung von Bäumen auf Carcass Island am Rande der Ortschaft Port Patterson – hauptsächlich Monterey-Zypressen und aus Neuseeland stammende Keulenlilien der Spezies Cordyline australis – gilt als der zweitgrößte "Wald" der Falklandinseln. Auch auf Keppel Island wachsen Bäume, seitdem 2000 dort an 14 verschiedenen Stellen 2500 Setzlinge von 11 Arten gepflanzt wurden. Dieses Vorhaben zählte – wie auch die Anlage des Waldes Alexandra Wood in Port Howard auf Westfalkland – zu fünf Projekten zur Anpflanzung von Bäumen unter der Schirmherrschaft des Falkland Islands Trust, der auf Westfalkland auch den versuchsweisen Anbau von Getreide als Viehfutter unterstützt.
Es gab auf den Falklandinseln nur ein heimisches Landsäugetier, den Falklandfuchs, der im 19. Jahrhundert ausgerottet wurde. Daneben gibt es 63 heimische Vogelarten, darunter Albatrosse, Silberenten, die Falklanddrossel, den Correnderapieper, den Falkland- und den Schopfkarakara. An den Küsten brüten Pinguinkolonien, die mehrere Millionen Tiere umfassen. Außerdem findet man an den Küsten Kolonien von Mähnenrobben, Südamerikanischen Seebären und von Südlichen See-Elefanten. Heute gibt es auf den Inseln neben den sehr häufigen Schafen zahlreiche eingeschleppte Tiere, wie etwa Ratten, Mäuse, Kaninchen und Katzen.
Die Falklandinseln liegen nach solaren Kriterien am polnahen Rand der kühlgemäßigten Klimazone der Südhalbkugel. Aufgrund des prägenden ozeanischen Einflusses – der über das Jahr nur sehr geringe Temperaturschwankungen und permanente Feuchtigkeit verursacht – wird die thermische Zuordnung uneinheitlich von kühl- über kaltgemäßigt (antiboreale Klimazone) bis (sub)polar vorgenommen.
Das Klima ist kalt, windig und regenreich. Aufgrund des umgebenden kühlen Südatlantiks liegt die jährliche Durchschnittstemperatur bei nur 5 °C. Verglichen mit London oder Köln, die auf derselben (nördlichen) Breite liegen, ist das ein Unterschied von fast 5 °C. Somit ist das Klima der Inseln eher vergleichbar mit der Südküste Islands. Das hängt vor allem mit der viel größeren Landmasse Europas sowie dem warmen Golfstrom auf der Nordhalbkugel zusammen. Nur im Hochsommer (Dezember bis Februar) steigt die Temperatur auf den Falklandinseln an wenigen Tagen auf annähernd 20 °C. Sonst liegt die durchschnittliche Tagestemperatur auch zwischen Oktober und April bei 8 °C bis 12 °C. Verglichen mit europäischen klimatischen Verhältnissen herrschen auf den Falklandinseln selbst in den Frühlings- und Sommermonaten spätherbstliche Temperaturen. Zwischen Mai und September besteht oft Frost. Tagsüber steigt in diesen Monaten die Temperatur selten auf über 1 °C bis 3 °C. Auf Grund des ozeanisch geprägten Klimas sind strenge Fröste von unter −15 °C die Ausnahme und sowohl die jahreszeitlichen als auch täglichen Temperaturschwankungen sind gering. Es regnet oder schneit an durchschnittlich 200 Tagen im Jahr, eine ausgeprägte Regen- oder Trockenzeit ist nicht vorhanden. Nach Nordosten nimmt allerdings der Einfluss der trocken-kalten patagonischen Strömung zu.
Nach der Klimaklassifikation von Köppen & Geiger liegen die Inseln im Übergang von Tundrenklima (eher im Inland) zu subpolarem Ozeanklima (eher im Küstenraum) sowie kaltem Steppenklima im äußersten Norden von Westfalkland. Die konkreten Zuordnungen sind jedoch uneinheitlich. Nach Troll & Paffen liegt Ostfalkland im subpolaren, hochozeanischen Klima und Westfalkland komplett im wintermilden Trockensteppenklima.
Insgesamt ähnelt das Klima eher dem der Shetland- oder Färöer-Inseln im Nordatlantik, wobei die Jahreszeiten auf den Falklandinseln noch maritimer, sprich die Sommer kühler und die Winter milder sind.
Vor der Ankunft europäischer Siedler waren die Falklandinseln unbewohnt. 1592 wurden sie vom englischen Seefahrer John Davis entdeckt, der sie jedoch nur sichtete. Er hatte sich von Puerto Deseado aus auf die Suche nach den anderen drei Schiffen unter dem Kommando von Thomas Cavendish gemacht, war jedoch in einen Sturm geraten, der ihn zu den Falklandinseln führte. Es dauerte weitere 98 Jahre, bis die Inseln erstmals 1690 von John Strong betreten wurden. Er gab der Meeresenge zwischen den beiden Hauptinseln, zu Ehren des „Schatzmeisters der Marine“ und britischen Politikers Anthony Cary, 5. Viscount Falkland, den Namen Falkland Channel. Der Name „Falkland“ ging später auf die gesamte Inselgruppe über.
Die erste Siedlung, Port-Louis auf Ostfalkland, wurde 1764 unter französischer Herrschaft von Louis Antoine de Bougainville gegründet; 1766 etablierten die Briten auf Westfalkland die Siedlung Port Egmont, zogen dort allerdings acht Jahre später wieder ab. Der argentinische Name Islas Malvinas geht auf die französische Bezeichnung der Inselgruppe – „Îles Malouines“ – zurück, der sich auf die Seeleute und Fischer aus der bretonischen Hafenstadt Saint-Malo bezieht, die die ersten bekannten Siedler der Inselgruppe waren.