Der Valencia Club de Fútbol (baˈlenθja ˈkluβ ðe ˈfuðβol; Valencia CF), im deutschsprachigen Raum bekannt als FC Valencia, ist ein spanischer Fußballverein aus Valencia. Die Mannschaft spielt in der Primera División, der höchsten spanischen Spielklasse.
Die Vereinsfarben sind Schwarz und Weiß (Spitzname (valencianisch): „Blanquinegros“) und das Maskottchen ist die auch im Stadtwappen von Valencia dargestellte Fledermaus. Die Heimspiele werden seit 1923 im Estadio Mestalla (55.000 Plätze) ausgetragen, welches im Sommer 2027 durch die neue Multifunktionsarena Nou Mestalla im Nordwesten der Stadt ersetzt wird.
Die erste Präsidentschaftswahl des FC Valencia wurde am 5. März 1919 in der Bar Torino in der Calle Barcelona durch einen Münzwurf entschieden. Der glückliche Sieger und somit erste Präsident des Vereins war Octavio Augusto Milego Diaz und Gonzalo Medina Pernas erhielt die Leitung der konstituierenden Kommission und des Festausschusses. Am 18. März 1919 wurde die Gründung des Klubs offiziell bestätigt. Das erste Spiel der Mannschaft wurde auswärts am 21. Mai 1919 gegen Valencia Gimnástico mit 0:1 verloren. Die erste Mannschaft des FC Valencia bestand damals aus: Marco, Peris, Julio Gascó, Marzal, Llobet, Ferré, Fernández, Umbert, Martínez Ibarra, Aliaga und Gómez Juaneda.
Die ersten Heimspiele wurden vier Jahre lang auf dem Camp del Algirós ausgetragen. Das Mestalla-Stadion wurde 1923 unter Präsident Ramón Leonarte mit einem Spiel gegen Stadtrivalen Levante UD eingeweiht, welches 1:0 endete. Die damaligen Kosten für das Stadion betrugen 316.439 Peseten und es hatte eine Kapazität von 17.000 Plätzen. Noch vor dem Start der Saison 1923/24 wurde der tschechische Trainer Antonín Fivébr engagiert, der damit der erste offizielle Trainer des FC Valencia wurde. 1923 gewann man die regionale Meisterschaft und war somit erstmals berechtigt am Copa del Rey teilzunehmen.
1929 wurde erstmals eine Spielzeit der ersten (Primera División) und zweiten (Segunda División) spanischen Liga ausgespielt. Valencia startete 1929 in der zweiten Liga und schaffte 1931 erstmals den Sprung in die Primera División.
In den nächsten Jahren etablierte sich das Team in der ersten Liga. Nachdem der Spanische Bürgerkrieg den Club zurückgeworfen und den Wiederaufbau des nun 22.000 Plätze fassenden Stadions erfordert hatte, waren die 1940er-Jahre ein wahrer Segen für den Klub: Der erste Pokalsieg 1941 gegen Espanyol Barcelona, sowie der erste Gewinn der Meisterschaft in der Saison 1941/42. Es wurde auch ein Torrekord von 85 Toren in 26 Spielen aufgestellt. Die Erfolge setzten sich fort mit Meistertiteln in den Jahren 1943/44 und 1946/47, sowie vier Finalteilnahmen und einem Sieg im spanischen Pokal (Copa del Rey) in den Jahren 1944, 1945, 1946 und 1949. Der Erfolg hatte viele Faktoren, einerseits der Kern des Teams, der den Bürgerkrieg überstanden hatte, die sogenannte „Delantera Electrica“ (eine Angriffsreihe bestehend aus Epi, Amadeo, Mundo, Asensi und Gorostiza) und die Gründung der Reservemannschaft Club Deportivo Mestalla unter Präsident Luis Casanova Giner.
In den 1950er-Jahren wurde das Stadion Mestalla noch einmal vergrößert, was eine Investition von fast einer Million Peseten bedeutete. Mit 45.000 Plätzen wurde Mestalla zu einem der größten Stadien Spaniens. Die 1950er waren eine Ära voller interessanter Entwicklungen, an den Erfolg der 1940er-Jahre gelang es jedoch nicht, anzuschließen. Viele bekannte Spieler, wie Antonio Puchades, Juan Carlos Díaz Quincoces, Servaas Wilkes oder Socrates, waren damals Teil einer großen Mannschaft. In der Saison 1952/53 erreichte man in der Meisterschaft den Vizemeistertitel und in der darauffolgenden Saison gewann Valencia die Copa del Generalísimo.
Während die Leistungen in den frühen 60er-Jahren in der Liga eher inkonstant waren, machte der Verein 1961 erstmals international auf sich aufmerksam. Mit einem Sieg gegen den FC Barcelona im Finale des Messestädte-Pokals holte sich die Mannschaft den ersten internationalen Titel. In der nächsten Saison gelang dieses Kunststück erneut, diesmal setzte man sich gegen den kroatischen Meister Dinamo Zagreb in zwei Spielen durch. In der Saison 1963/64 stand Valencia erneut im Finale des Messestädte-Pokals, das man gegen Ligakonkurrent Real Saragossa mit 1:2 verlor.
Die argentinische Stürmerlegende Alfredo Di Stéfano unterschrieb 1970 als Trainer beim FC Valencia und führte seine Mannschaft sogleich zum vierten Meisterschaftserfolg, dem ersten seit 1947. So wurde dem Verein auch der Weg zum Europapokal der Landesmeister geebnet, wo man in der 3. Runde gegen den ungarischen Meister Újpest Dózsa ausschied. Bekannte Spieler in den 70er-Jahren waren unter anderem der Österreicher Kurt Jara, der Deutsche Rainer Bonhof, der Holländer Johnny Rep und der Argentinier Mario Kempes, der zweifache Torschützenkönig der spanischen Liga (1976–1978). In der Saison 1978/79 gewann man den spanischen Cup und ein Jahr später den europäischen Pokal der Pokalsieger im Finale gegen den FC Arsenal.
Nachdem Valencia 1985/86 nach 55 Jahren in der obersten Spielklasse zwischenzeitlich wegen interner und finanzieller Probleme in die Segunda División hatte absteigen müssen, übernahm 1987 Arturo Tuzón das Amt des Präsidenten. Zusammen mit Trainer Alfredo Di Stéfano gelang der Wiederaufstieg in die Primera División. Die Saison 1987/88 beendete Valencia auf dem 14. Rang. 1989 wurde u. a. der bulgarische Stürmer Ljuboslaw Penew verpflichtet, der sich sofort einfügte und in seiner Laufbahn viele wichtige Tore für den Klub schoss.
In der Saison 1991/92 nahm Valencia den niederländischen Erfolgstrainer Guus Hiddink unter Vertrag. Unter seiner Führung erreichte der Verein Platz vier in der Meisterschaft und das Viertelfinale im Copa del Rey. Im Februar 1992 wurde das Trainingszentrum Ciudad Deportiva de Paterna eröffnet. Der Auftritt im UEFA-Pokal endete aber mit einem Fiasko. Nachdem die Mannschaft das Hinspiel gegen den Karlsruher SC 3:1 gewonnen hatte, verlor Valencia das Rückspiel im Wildparkstadion mit 0:7, der historisch höchsten Niederlage des Vereins. National erreichte man am Saisonende nur den siebten Tabellenplatz. 1994 wurden der brasilianische Weltmeistertrainer Carlos Alberto Parreira, der spanische Torhüter Andoni Zubizarreta und der russische Stürmer Oleg Salenko und der jugoslawische Stürmer Predrag Mijatović verpflichtet. Der sportliche Erfolg hielt sich jedoch in Grenzen. Es folgten die spanischen Trainer José Manuel Rielo und Luis Aragonés und der Argentinier Jorge Valdano, sowie Stürmerlegenden wie Romário, Claudio López, Ariel Ortega oder Adrian Ilie.
Wiederaufstieg in die europäische Spitzenklasse
Erst in der Saison 1998/99 feierte Valencia mit dem Sieg der Copa del Rey gegen den FC Barcelona den ersten Titel seit 19 Jahren. Die Meisterschaft wurde auf dem dritten Tabellenrang, punktegleich mit dem FC Barcelona und 4 Punkte hinter Deportivo La Coruña abgeschlossen. Es folgten die erfolgreichen internationalen Auftritte unter dem Cheftrainer Héctor Cúper. In der Saison 1999/2000 stand der FC Valencia erstmals im Finale der UEFA Champions League, welches am 24. Mai 2000 in Paris gegen Real Madrid mit 0:3 verloren ging.
Die vielversprechenden Neuzugänge John Carew, Rubén Baraja, Roberto Ayala, Vicente Rodríguez, Fábio Aurélio und Pablo Aimar entwickelten sich schnell zu wichtigen Stützen der Mannschaft und so legte der Verein in der darauffolgenden Saison 2000/01 einen Traumstart in der Meisterschaft hin. Nachdem mit dem FC Arsenal und Leeds United zwei englische Topklubs im Viertel- bzw. Halbfinale eliminiert worden waren, erreichte der Klub zum zweiten Mal in Folge das Finale der UEFA Champions League, welches allerdings am 23. Mai 2001 in Mailand im Elfmeterschießen gegen den FC Bayern München mit 4:5 verloren wurde. In einem erstklassigen Spiel brachte Gaizka Mendieta die Valencianer kurz nach Spielbeginn mit einem Elfmeter in Führung. Torhüter Santiago Cañizares wehrte einen Elfmeter von Mehmet Scholl ab, ehe er sich durch einen erneuten Elfmeter von Stefan Effenberg geschlagen geben musste. Nach einer torlosen Verlängerung, vergab Mauricio Pellegrino den entscheidenden Elfmeter. Die Saison wurde nicht zuletzt aufgrund der Doppelbelastung auf dem enttäuschenden fünften Rang beendet.