Der FC Twente ist ein niederländischer Fußballverein. Er ist nach der Region Twente, in der auch Enschede liegt, benannt worden.
Der Verein entstand am 1. Juli 1965 aus der Fusion zwischen dem Sportclub Enschede und die Enschedese Boys. Während der Sportclub erstklassig spielte, waren die Enschedese Boys bis dahin in der Eerste Divisie. Ideen zu einem Zusammenschluss gab es allerdings bereits zehn Jahre zuvor, zur Einweihung des Diekman Stadions. Obwohl sich viele Parteien gegen eine Fusion beider Vereine wandten, wurde diese schließlich durchgesetzt. Bereits am 11. Februar 1965 entschied man sich für den Namen FC Twente'65 als neue Klubbezeichnung.
Am 13. April 1965 kam es zur endgültigen Vereinigung beider Vereine. Bei der Abstimmung zur Gründung des neuen Klubs gab es insgesamt 324 Zustimmungen und 215 Gegenstimmen. Aus dieser Mehrheit ergab sich die Zustimmung zur Gründung des FC Twente. Für die Spielzeit 1965/66 war der Verein berechtigt, in der Eredivisie zu spielen.
1965–1980: Etablierung in der Eredivisie
Die ersten Jahre nach der Fusion gestalteten sich nicht einfach. Noch immer gab es Gegner, die gegen die Zusammenführung beider Vereine arbeiteten. Den bis dahin angehäuften Schuldenberg konnte man durch die Fusion verringern. Finanzielle Probleme gab es allerdings noch immer und es war schwer, den Spielerkader zu motivieren. Erster Trainer wurde der Österreicher Friedrich Donenfeld. Nach nur einem Jahr und Platz elf in der Liga wurde dieser durch Kees Rijvers abgelöst. Dieser erneuerte den Kader und baute vermehrt auf die Jugend. Rijvers holte Spieler wie Epi Drost, Theo Pahlplatz, Jan Jeuring, Dick van Dijk, Eddy Achterberg, Kick van der Vall, Piet Schrijvers, Kees van Ierssel, René und Willy van de Kerkhof, die in den Folgespielzeiten wichtige Leistungsträger der Mannschaft wurden und zum Teil über Jahre hinweg das Bild des Teams prägten. Jahr für Jahr war man bedacht, gute Spieler teuer zu verkaufen und mit geringem finanziellem Aufwand junge Talente nach Enschede zu locken. 1968/69 schaffte man es erstmals in der Vereinsgeschichte unter die Top 3 der Liga.
In den folgenden zehn Jahren setzte sich der Verein an der Tabellenspitze fest. Nicht nur auf dem Platz, sondern auch im Umfeld stellte sich eine Besserung ein, die anhand von steigenden Besucherzahlen zu erkennen war. 1972/73 spielte Enschede erstmals im UEFA-Pokal, nachdem man im Vorjahr Dritter wurde. Nach einer Hinspielniederlage setzte sich der Klub in der ersten Runde des Wettbewerbs im Rückspiel gegen Dinamo Tiflis durch und zog in die nächste Runde ein. Über Frem Kopenhagen, UD Las Palmas und OFK Belgrad schaffte es die Mannschaft bis ins Halbfinale. Dort musste sich Twente aber mit 0:3 und 1:2 gegen Borussia Mönchengladbach geschlagen geben. 1975 trafen beide Vereine in den Endspielen des UEFA-Pokals erneut aufeinander. Auf dem Weg dorthin schaltete die Mannschaft von Spitz Kohn Ipswich Town, RWD Molenbeek, Dukla Prag, Velež Mostar und Juventus Turin aus. Im Final-Hinspiel im Düsseldorfer Rheinstadion konnte man gegen den Favoriten aus Mönchengladbach ein 0:0 erreichen. Das Rückspiel im heimischen Stadion verlor Twente allerdings mit 1:5. In der Liga wurde man erneut Dritter. Im gesamten Saisonverlauf kassierte Torhüter Piet Schrijvers nur 13 Gegentore und stellte damit den Vereinsrekord auf. Damit war die Twenter Abwehr auch die beste Abwehr der Liga. Schon im Jahr davor war man das Team mit den wenigsten Gegentoren. Inzwischen waren es Spieler wie Frans Thijssen, Johan Zuidema, Jaap Bos, Arnold Mühren, Niels Overweg, Ab Gritter und etwas später Hallvar Thoresen, Piet Wildschut und André van Gerven, die den Verein in den 1970er Jahren zu solchen Erfolgen führten. Im Sommer 1977 gelang der erste Titelgewinn. Im KNVB-Pokal setzte man sich mit 3:0 gegen den PEC Zwolle durch und konnte den ersten nationalen Triumph der Vereinsgeschichte feiern. Auf dem Weg ins Finale schalteten die Twenter Spieler AZ Alkmaar'67, NAC Breda, Feyenoord und die Go Ahead Eagles aus. Der damalige Zweitligist aus Zwolle machte es den Enschedern jedoch lange schwer und zwang diese in die Verlängerung. Dort schoss Epi Drost in der 96. Minute den Führungstreffer und das Zwoller Abwehrbollwerk war bezwungen. Ein Elfmeter durch Arnold Mühren und ein weiteres Tor durch den eingewechselten Jan Jeuring machten den Klassenunterschied dann doch deutlich.
Als Pokalsieger war das Team damit für den Europapokal der Pokalsieger 1977/78 qualifiziert. Die Mannschaft drang ungeschlagen und mit nur einem Gegentor bis ins Halbfinale vor, musste sich dort aber dem belgischen Vertreter RSC Anderlecht geschlagen geben. Im Folgejahr spielte Twente wieder im UEFA-Pokal. Gleich in der ersten Runde schied die Mannschaft gegen Manchester City aus. 1978/79 wurde wieder das nationale Pokalfinale erreicht, das gegen Ajax Amsterdam verloren wurde. Da Ajax auch niederländischer Meister wurde, spielte man 1979/80 erneut im Europapokal der Pokalsieger. Doch wie schon im Vorjahr war nach der ersten Runde bereits wieder Schluss.
1980–1985: nationales Mittelmaß, Abstieg und Rückkehr
1980/81 nahm man bis 1989 letztmals am UEFA-Pokal teil. Die Enttäuschung war groß, nachdem man bereits in der 2. Runde nach 1:1-Heimunentschieden nur 0:0 bei Dynamo Dresden spielte und ausschied. 1981/82 kam der nationale Einbruch und das Team platzierte sich nur auf Platz zwölf, in der Saison darauf sogar nur auf Platz 16. Mit einem Torverhältnis von 36:60 hatte man eines der schlechtesten aller Erstligateams. Einzig NEC Nijmegen schoss in dieser Spielzeit weniger Tore (34 Treffer). Die Konsequenz daraus bedeutete der Abstieg aus der Eredivisie. Wichtige Akteure dieser Zeit waren Hallvar Thoresen, Heini Otto, Martin Jol und Romeo Zondervan, die aber allesamt den Verein nach dem Abstieg verließen. Um den Verein noch vor den Gang in die zweite Liga zu retten, war zwischenzeitlich Erfolgstrainer Spitz Kohn als Interimstrainer eingestellt und Assistenztrainer Epi Drost als Spieler reaktiviert worden. Der Deutsche Fritz Korbach sollte als Trainer die Mannschaft wieder in die erste Liga bringen. So übernahm dieser im Sommer 1983/84 den Enscheder Klub. Er baute eine Mannschaft aus jungen Spielern wie Rob Reekers, der später auch in Deutschland spielte und Trainer wurde, und erfahrenen Akteuren wie Rinie Plasman, Jan Sørensen und Martien Vreijsen zusammen, die dem Verein ein neues Gerüst gaben. Mit dem Engländer Billy Ashcroft verpflichtete der Trainer den neuen Top-Torschützen des Vereins. Korbach fand die richtige Mischung und schaffte den direkten Wiederaufstieg. Im Jahr der Rückkehr in die Ehrendivision platzierte er die Mannschaft dort auf dem achten Platz und schaffte damit einen entsprechenden Erfolg.
1985–1997: Erneute Etablierung als Spitzenmannschaft
Vor Beginn der Saison 1986/87 trennte sich Twente wieder von Korbach, da die abgelaufene Spielzeit nicht nach Wunsch verlief. So erreichten die Twenter 1985/86 nur den 14. Platz. Insgesamt gewann das Team nur acht Spiele und verlor 15. Besonders bitter waren die 1:8-Heim- und 0:6-Auswärtsniederlagen gegen Ajax Amsterdam. Den deutschen Trainer zog es darauf zum Ligakonkurrenten SC Cambuur-Leeuwarden. Nachfolger wurde der Niederländer Theo Vonk, der fortan den Trainerposten besetzte. Auf Anhieb verbesserte er die Teamleistungen wieder und kam in seinem Premierenjahr für Enschede auf den siebten Platz. In den Jahren darauf verbesserte sich die Mannschaft kontinuierlich und setzte sich bis 1995 unter den besten Teams des Landes fest.
1988/89 qualifizierte sich der Verein nach langer Zeit erstmals wieder für den UEFA-Pokal. Die Euphorie hielt nur kurz, nachdem das Team bereits in Runde eins gegen den FC Brügge versagte. In der UEFA-Pokal-Saison des Folgejahres war wieder nach zwei Erstrundenspielen Schluss und die Mannschaft scheiterte an Bayer 04 Leverkusen. Zwar blieben die internationalen Erfolge noch aus, aber national etablierte sich das Team wieder unter den Top-Klubs der Liga. Zwischen 1988 und 1997 kam Twente in neun von zehn Spielzeiten unter die sechs bestplatzierten Teams der Liga. Meist musste man aber den Teams von Feyenoord Rotterdam, Ajax Amsterdam und PSV Eindhoven den Vortritt lassen und der Verein hatte das Nachsehen.