Fürth (hochdeutsch [fʏʁt] , fränkisch , jiddisch פיורדא Fiurda) ist eine kreisfreie Großstadt im bayerischen Regierungsbezirk Mittelfranken. Sie bildet mit Nürnberg und Erlangen das Kerngebiet des Ballungsraums Nürnberg, zu dem auch Schwabach zählt. Zusammen mit dem Umland handelt es sich um einen Teil der Metropolregion Nürnberg, eine von drei Metropolregionen in Bayern. Mit 131.344 Einwohnern (Stand: 31. Dezember 2025) ist die Großstadt nach Nürnberg und Würzburg die drittgrößte Stadt Frankens und die siebtgrößte Stadt in Bayern.
Der historische Stadtkern befindet sich östlich und südlich der Flüsse Rednitz und Pegnitz, die nordwestlich der Altstadt zur Regnitz zusammenfließen. Westlich der Stadt, jenseits von Südwesttangente und Main-Donau-Kanal, steigt der Fürther Stadtwald an. Östlich der Stadt liegt in etwa gleicher Höhe die direkt anschließende Stadt Nürnberg. Nördlich dehnt sich das fruchtbare, teilweise zum Stadtgebiet gehörende Knoblauchsland aus. Südlich der Stadt liegt ein Mischgebiet aus breiten Autostraßen, Kanal und Flussauen.
Der höchste Geländepunkt ist der Steinbruch in Burgfarrnbach mit 392,3 m ü. NHN, der niedrigste liegt im Regnitztal an der Stadtgrenze zu Erlangen auf 278 m ü. NHN, das Rathaus im Stadtzentrum liegt auf 294,9 m ü. NHN.
Die Fläche des Stadtgebietes beträgt 63,36 km², die Länge der Stadtgrenze 50,05 Kilometer. Der Abstand zwischen dem östlichsten und dem westlichsten Punkt des Fürther Stadtgebietes beträgt 9,835 Kilometer, zwischen dem nördlichsten und dem südlichsten Punkt 11,704 Kilometer.
Die Gemeinde hat 21 Gemeindeteile (in Klammern ist der Siedlungstyp angegeben):
Es gibt auf dem Gemeindegebiet zehn Gemarkungen: Burgfarrnbach, Dambach, Fürth, Fürther Stadtwald, Poppenreuth, Ronhof, Sack, Stadeln, Unterfarrnbach und Vach. Die Gemarkung Fürth hat eine Fläche von 12,867 km². Sie ist in 10472 Flurstücke aufgeteilt, die eine durchschnittliche Flurstücksfläche von 1228,68 m² haben. In ihr liegt neben dem namensgebenden Ort der Gemeindeteil Weikershof.
Folgende Städte und Gemeinden grenzen an die Stadt Fürth, sie werden nach dem Uhrzeigersinn beginnend im Norden genannt:
Erlangen und Nürnberg (beide kreisfrei), Oberasbach, Zirndorf, Cadolzburg, Seukendorf, Veitsbronn und Obermichelbach (alle Landkreis Fürth).
Von den Anfängen bis zum 19. Jahrhundert
Erstmals genannt ist die Ansiedlung Fürth in einer ottonischen Urkunde am 1. November 1007, mit der König (später Kaiser) Heinrich II den Ort dem neu gegründeten Domkapitel Bamberg vermachte. Das in den folgenden Jahren zugesprochene Marktrecht ging bereits unter Heinrich III. an das benachbarte Nürnberg verloren. Auch wenn ab 1062 in Fürth wieder Markt abgehalten werden durfte, so war in dieser Zeit Nürnberg bereits von größerer Bedeutung.
Seit 1440 sind erste Ansiedelungen von Juden in Fürth überliefert, die in den folgenden Jahrhunderten auch einen eigenen Friedhof und eine Synagoge begründeten. Die Markgrafen von Ansbach, die Dompropstei in Bamberg und die Reichsstadt Nürnberg übten ab dem 15. Jahrhundert die Herrschaft bis 1792 aus, wobei es oft Streitigkeiten gab („Dreiherrschaft“).
Durch das nahe Nürnberg blieb Fürth lange Zeit ein bäuerlich geprägtes Gemeinwesen, das um 1600 wohl erst zwischen 1000 und 2000 Einwohner hatte. Im Dreißigjährigen Krieg litt der Ort sehr, am schlimmsten im Jahre 1632 durch die Schlacht an der Alten Veste und im Jahre 1634, als Fürth bis auf wenige Häuser niedergebrannt wurde.
Bis 1792 lag die Herrschaft über die Stadt zu unterschiedlichen Teilen und in wechselnden Ausgestaltungen bei dem Bamberger Domstift, dem Fürstentum Ansbach und der Reichsstadt Nürnberg (siehe dazu Karte von 1717 rechts). Durch die Abdankung des letzten Markgrafen von Brandenburg-Ansbach-Bayreuth, Christian Friedrich Carl Alexander, endete 1792 die bisherige „Dreiherrschaft“, Fürth wurde preußisch. 1806 ging Fürth an Bayern und wurde Stadt.
Im 18. Jahrhundert entstand der städtische Charakter, der in der heutigen Altstadt in wesentlichen Grundzügen noch ersichtlich und teilweise erhalten ist. Siehe Karte des bayerischen Urkatasters von 1808. 1835 fuhr mit dem Adler die erste deutsche Eisenbahn zwischen Nürnberg und Fürth (Ludwigseisenbahn). Bedeutend war der Einfluss der Industrialisierung, als 1843 der Ludwig-Donau-Main-Kanal die Stadt erreichte. 1864/65 bestanden mit der Ludwigs-Süd-Nord-Bahn und der Ludwigs-West-Bahn die ersten Fürther Bahnfernverbindungen.
Ab 1914 entstand zuerst der Flugplatz Fürth-Atzenhof, 1919 kam der Werksflughafen der Bachmann & Blumenthal-Werke an der Hardhöhe hinzu. Eine Eingemeindung Fürths zu Nürnberg wurde mehrheitlich vom Fürther Stadtrat und den Gewerkschaften befürwortet, letztendlich am 22. Januar 1922 in einer Volksabstimmung von knapp 65 % der Bevölkerung abgelehnt.
Im Zweiten Weltkrieg blieben trotz der Luftangriffe auf Fürth 90 % der historischen Bausubstanz erhalten. In der Nachkriegszeit wurden insbesondere die erhaltenen Kasernen und der Flugplatz in Atzenhof von amerikanischen Streitkräften jahrzehntelang weiter genutzt. Eine Vielzahl der erhaltenen Gebäude steht heute unter Denkmalschutz.
Bundesweiten Leuchtturmcharakter erlangte Fürth in den 1950er-Jahren, der Zeit des Wirtschaftswunders, durch das Großversandhaus Quelle AG und die Grundig AG, die, trotz mitarbeiter- und umsatzstärkerer Zweigbetriebe in Nürnberg und anderswo, stets rechtlich in Fürth ansässig blieben. Noch im Jahr 1980 war die Wirtschaftsleistung pro Kopf in Fürth höher als in allen anderen Städten und Landkreisen Bayerns.
Folgende Gemeinden bzw. Gemarkungen wurden nach Fürth eingemeindet: