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Fünfter Koalitionskrieg

Der Fünfte Koalitionskrieg oder auch Österreichisch-Französische Krieg von 1809 bezeichnet die Auseinandersetzung zwisch

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Der Fünfte Koalitionskrieg oder auch Österreichisch-Französische Krieg von 1809 bezeichnet die Auseinandersetzung zwischen dem von Großbritannien unterstützten Österreich und dem Kaiserreich Frankreich mit seinen Verbündeten im Rheinbund. Österreich begann den Krieg in der Hoffnung, dass Napoleon durch den Aufstand in Spanien festgehalten würde. Dies erwies sich als Fehleinschätzung. Zwar konnte Erzherzog Karl Napoleon in der Schlacht bei Aspern besiegen, aber in der Schlacht bei Wagram erlitt er eine entscheidende Niederlage. Im Frieden von Schönbrunn musste das Land territoriale Verluste hinnehmen und wurde stark geschwächt. Politisch war Österreich in der Folge zur Anpassung an Frankreich gezwungen, ehe es sich 1813 der antinapoleonischen Koalition in den Befreiungskriegen anschloss.

Philipp von Stadion und die Kriegspartei

Im Gegensatz zu Preußen mit den preußischen Reformen kam es in Österreich nach der Niederlage von 1805 im Dritten Koalitionskrieg nicht zu einer umfassenden Staatsreform. Mit Johann Philipp von Stadion erlangte ein Anhänger der Kriegspartei den entscheidenden Einfluss auf die Politik. Er war auf Drängen des Erzherzogs Karl nach dem Frieden von Preßburg zum Außenminister ernannt worden. Stadion war eigentlich konservativ und stark in der Tradition des Alten Reiches verwurzelt. Gleichwohl nahm er nationale Parolen in seine Äußerungen auf. Sein Ziel war, in einem neuen Krieg die Niederlage wettzumachen. Er hoffte, dass sich die anderen deutschen Länder bei einem Krieg Österreich anschließen würden. In der Folge sollten die von Napoleon beherrschten deutschen Staaten befreit werden und ein neues Reich auf Basis einer erneuerten ständischen Ordnung geschaffen werden. Stadion wollte den Gegner mit den eigenen Waffen schlagen und setzte auf die „österreichische Nation“, ohne dass klar war, was genau damit gemeint war und wie sich diese zu Deutschland verhielt. Dennoch haben viele Stadions Äußerungen so aufgefasst, dass Österreich als Speerspitze der deutschen Nation gegen Napoleon auftreten sollte. Publizistisch unterstützt wurde Stadion insbesondere durch Friedrich Gentz. Dieser war zeitweise in der Staatskanzlei angestellt und blieb auch nach dem Krieg ein Propagandist für einen Befreiungskampf gegen Napoleon. Ein weiterer wichtiger Mitarbeiter Stadions war sein Bruder Friedrich Lothar von Stadion.

Politik der Anpassung und Heeresreform

Angesichts der französischen Übermacht sah sich Stadion zunächst zu einer Politik der Anpassung gezwungen. Er beschloss, der Reform der Armee und der Aufrüstung oberste Priorität einzuräumen. Diese Aufgabe übernahm vor allem Erzherzog Karl. Daneben wurden alle anderen Reformbemühungen zurückgestellt. Diese hatten ohnehin nicht die Tiefe und den Umfang wie die Reformen in den Rheinbundstaaten oder die preußischen Reformen.

Zur Heeresreform gehörte unter anderem seit 1806 die Aufstellung einer Landwehr auf provinzialer Grundlage. Erzherzog Johann propagierte den nationalen Gedanken und wurde Organisator der Landwehr. Allerdings war der Erfolg der Landwehr nicht in allen Teilen des Reiches gleich. Die Polen in Galizien galten als franzosenfreundlich. Die Reaktion in Böhmen war verhalten und der ungarische Reichsteil lehnte die Landwehr völlig ab. Diese spielte daher vor allem in den deutschsprachigen Teilen des Reiches eine Rolle. Auch im Militär gab es erhebliche Vorbehalte. Dennoch hatte Österreich mit der Landwehr noch vor Preußen faktisch die allgemeine Wehrpflicht eingeführt.

Die Armeereform und die neue Landwehr führten dazu, dass der Regierung zu Beginn des Jahres 1809 eine potentiell starke Armee aus Verteidigungskräften und Feldtruppen zur Verfügung stand. Allerdings begann der Krieg, bevor diese Moblisierungsmöglichkeiten auch praktisch vollständig zur Verfügung standen. Die österreichischen Truppen bestanden bei Kriegsbeginn aus der Feldarmee von 300.000 Mann. Verfügbar waren noch 136.000 Reservetruppen. Hinzu kamen 20.000 von Ungarn bewilligte Rekruten. An Landwehr und der ungarischen Insurrektion waren etwa 300.000 Mann verfügbar.

Auf der diplomatischen Bühne bemühte sich die Regierung um ein Bündnis mit Großbritannien, Preußen und Russland. Allerdings sah sich Stadion gezwungen, frühzeitig und ohne ein breites Bündnis loszuschlagen. Dabei spielte eine Rolle, dass die Staatsfinanzen Österreichs nach den Kriegen der letzten Jahrzehnte und durch die verstärkte Rüstungspolitik vor dem Bankrott standen. Dies zwang zu einem Kriegsbeginn im Jahr 1809. Die Reorganisation der Armee war noch nicht abgeschlossen. Die neuen Landwehreinheiten waren schlecht ausgebildet und unzureichend bewaffnet. Die möglichen Verbündeten zeigten wenig Neigung, Österreich effektiv beizustehen. Ein Plan, in Norddeutschland einen antinapoleonischen Aufstand zu entfesseln, wurde in Frankreich bekannt und Napoleon erzwang die Entlassung des Freiherrn vom Stein. Damit war die preußische Kriegspartei geschwächt und Friedrich Wilhelm III. hielt an der Neutralitätspolitik fest.

Die Voraussetzungen für einen erfolgreichen Krieg beruhten auf der Hoffnung, dass Napoleon und seine Truppen in Spanien gebunden seien. Man hoffte in Österreich auch auf eine innerfranzösische Opposition gegen Napoleon. Eine Chance bestand dann, wenn es gelang, möglichst rasch die französischen Truppen und die der Rheinbundstaaten in Süddeutschland zu besiegen, ehe Napoleon mit seiner Hauptarmee auf dem Schauplatz erscheinen konnte. Diese Erfolge sollten zu Aufständen gegen Napoleon in den besetzten Gebieten und zum Eintritt anderer Staaten in den Krieg führen.

Der österreichische Botschafter in Paris, Klemens Wenzel Lothar von Metternich, neigte zur Kriegspartei. Diese wurde von der Kaiserin Maria Ludowika und Erzherzog Johann unterstützt. Erzherzog Karl schätzte die militärische Stärke trotz der Reformen dagegen eher skeptisch ein. Im Februar 1809 entschlossen sich die Spitzen der Monarchie zum Krieg. Abgesehen von Großbritannien und Schweden hatte Österreich allerdings keine Verbündeten. Russland hatte sich 1807 im Frieden von Tilsit offiziell und 1808 im Allianzvertrag von Erfurt geheim mit Frankreich verbündet. Letztlich beruhte die politische Lagebeurteilung auf einer völligen Fehleinschätzung der Schwäche Napoleons.

Entscheidend war der Krieg auf dem Hauptkriegsschauplatz. Die Österreicher eröffneten den Krieg am 10. April durch einen Angriff auf das mit Frankreich verbündete Bayern. Die österreichische Hauptarmee stand unter dem Oberbefehl von Erzherzog Karl. Diese bestand aus vier Korps und zwei Reservekorps mit insgesamt etwa 126.000 Mann und 382 Geschützen. Die Armee rückte über den Inn vor. Unterstützt werden sollte sie durch weitere Einheiten. Eine Division stand bei Salzburg. Nördlich der Donau standen zwei Korps an der bayerisch-böhmischen Grenze.

Für Napoleon kam der österreichische Angriff rascher als erwartet, auch ging er von einem Vormarsch der Österreicher in Böhmen aus. Daher waren die ersten Anweisungen widersprüchlich. Es kam ihm zugute, dass der österreichische Vormarsch aus verschiedenen Gründen sehr langsam erfolgte. Auch zersplitterte Erzherzog Karl seine Truppen stark.

Bereits am 17. April traf Napoleon auf dem neuen Kriegsschauplatz bei seinen Truppen in Donauwörth ein. Die französische Armee war allerdings nur noch bedingt mit der früherer Kriege zu vergleichen. Ein Großteil der Soldaten war jung und unerfahren. Etwa die Hälfte der Armee bestand aus ausländischen Hilfskontingenten.

Als Napoleon zur Armee stieß, waren drei bayerische Divisionen vor dem Vormarsch des Erzherzogs über die Isar zurückgewichen. Die Franzosen unter Davout mit etwa 63.000 Mann befanden sich bei Regensburg. Weitere 64.000 Mann teilweise aus den Rheinbundstaaten und teilweise aus Frankreich unter Massena standen bei Augsburg. Hinzu kamen weitere kleinere Einheiten.

Am 16. April erzwang Erzherzog Karl den Übergang über die Isar und beabsichtigte eine Offensive. In der Gegend von Regensburg (→ Schlacht von Regensburg) kam es um den 20. April zu Gefechten mit hohen österreichischen Verlusten. Dazu zählen am 20. die Schlacht von Abensberg und am 22. die Schlacht bei Eggmühl. Die Niederlage der Österreicher hatte mit schlechter Aufklärung, aber auch mit der Langsamkeit der Entscheidungen und Bewegungen zu tun. Napoleon agierte dagegen rasch und umsichtig und setzte seinen Vormarsch zunächst zum unteren Inn fort, wo seine Truppen am 26. April die Stadt Schärding einnahmen.

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