Eva Strittmatter, geborene Braun (* 8. Februar 1930 in Neuruppin; † 3. Januar 2011 in Berlin), war eine deutsche Dichterin und Schriftstellerin, deren Werke bereits in der DDR positiv rezipiert wurden.
Eva Strittmatter, 1930 in Neuruppin (Brandenburg) geboren, übersprang aufgrund ausgezeichneter schulischer Leistungen zwei Klassen und wechselte gegen den Willen ihres Vaters auf die Oberschule (Fontane-Schule Neuruppin). Bereits in ihrer Schulzeit begann sie Prosa-Gedichte zu schreiben. Das früheste überlieferte Gedicht ohne Titel entstand im September 1944. Auch in dieser „frühen Phase der Poesie“ war die Natur Motiv und Metapher. Zeitlebens schöpfte sie aus der „Kindheitsstadt“ und der märkischen Landschaft. In ihrem autobiografischen Text Mai in Piešt’any (1986) erinnert sich die Dichterin an Neuruppins „Topographie, an Geruch, Geräusch, Geschmack in Hitze und Kälte, Milde und Strenge“. 1947 legte sie das Abitur ab und begann an der Humboldt-Universität zu Berlin das Studium der Germanistik, Romanistik und Pädagogik. 1950 heiratete sie und brachte 1951 einen Sohn, Ilja, zur Welt. Die Ehe wurde jedoch bald wieder geschieden. Noch vor der Scheidung lernte sie Erwin Strittmatter kennen, den sie 1956 heiratete und mit dem sie drei weitere Söhne hatte, darunter der Autor und Schauspieler Erwin Berner.
Seit 1951, nach dem Abschluss ihres Studiums, arbeitete Eva Strittmatter freiberuflich beim Deutschen Schriftstellerverband der DDR als Lektorin. Ab 1952 veröffentlichte sie literaturkritische Arbeiten in der Literaturzeitschrift ndl. Von 1953 bis 1954 war sie Lektorin beim Kinderbuchverlag Berlin. Zudem wurde sie 1953 Mitglied des ndl-Redaktionsbeirates. Seit 1954 war sie freie Schriftstellerin. Sie veröffentlichte eher unpolitische Werke, darunter vor allem Gedichte, aber auch Prosa für Kinder und Erwachsene.
Zu ihren und ihres Mannes Bekannten zählten unter anderem die DDR-Schriftsteller Hermann Kant, Christa Wolf und Gerhard Holtz-Baumert, aber auch international bekannte Schriftsteller wie Lew Kopelew und Halldór Laxness. Von 1960 bis 1972 unternahm sie in ihrer Eigenschaft als Mitglied der Auslandskommission des Schriftstellerverbandes der DDR zahlreiche Reisen in die Sowjetunion und nach Jugoslawien.
In den Jahren 1993/1994 starben innerhalb von nur neun Monaten ihre Mutter, ihr Mann Erwin und ihr Sohn Matti. Sie lebte im brandenburgischen Schulzenhof, wohin sie 1957 mit ihrem Mann gezogen war.
Eva Strittmatter wurde auf dem Friedhof Schulzenhof neben ihrem Mann beigesetzt. Die Grabstätte des Sohnes Matthes gen. Matti (1958–1994) befindet sich ebenfalls auf dem Friedhof Schulzenhof, gegenüber von Eva und Erwin Strittmatter.
In der Rezeption ihrer Lyrik herrschte lange Zeit die Meinung vor, der Ursprung für Eva Strittmatters literarische Laufbahn liege in Schulzenhof. Neueste Erkenntnisse belegen jedoch, dass sie bereits in ihrer Neuruppiner Schulzeit begann, Gedichte zu schreiben.
Ihr Nachlass sowie ihre Bibliothek befinden sich heute in der Akademie der Künste Berlin.
Die Textilkünstler Christa Hoffmann und Günter Hoffmann schufen 30 Gobelins zum Werk von Eva und Erwin Strittmatter.
1973: Ich mach ein Lied aus Stille
1975: Mondschnee liegt auf den Wiesen
1977: Die eine Rose überwältigt alles
1980: Poesiealbum 149, (Auswahl: Edith George, Grafik: Hubertus Giebe), Verlag Neues Leben, Berlin
1980: Zwiegespräch, Aufbau-Verlag, Berlin und Weimar
1983: Heliotrop, Aufbau-Verlag, Berlin und Weimar
1989: Die heimliche Freiheit der Einsamkeit
1990: Unterm wechselnden Licht
1991: Einst habe ich drei Weiden besungen