Eugenie Breithut-Munk (* 12. Juli 1866 in Wien als Eugenia Munk; † 21. Juli 1915 ebenda) war eine österreichische Malerin und Grafikerin. Sie fertigte Porträts- und Genrebilder, figürliche Zeichnungen sowie Radierungen und gehört zu den Exlibris-Künstlerinnen des Jugendstils.
Eugenie Munk wurde am 12. Juli 1866 in Wien als Tochter des jüdischen Kaufmanns Leopold Munk und seiner Ehefrau Johanna Munk (geb. Höniger) geboren. Sie erlernte das Zeichnen an der Allgemeinen Zeichenschule für Frauen und Mädchen von Franz Pönninger, war Schülerin der Wiener Kunstgewerbeschule des K. K. Österreichischen Museums unter anderen von Karl Karger und später von Alois Delug. Sie ging nach München an die Damenakademie und wurde dort unter der Gründerin Bertha von Tarnóczy Studentin von Ludwig Schmid-Reutte. Mit einem Stipendium konnte sie Studienreisen nach Paris und London machen. 1892 stellte sie zum ersten Mal in Paris in der österreichischen Abteilung der „Exposition des arts de la femme“ aus. Ab 1900 lebte sie freischaffend in Wien.
Im Jahre 1901 war Eugenie Munk Mitbegründerin der von Olga Wisinger-Florian im Jahre 1900 initiierten Gruppe der Acht Künstlerinnen, die bestrebt war, die Arbeiten von Künstlerinnen der Öffentlichkeit zugängig zu machen. Zu den Gründerinnen der Gruppe gehörten außer Munk und Wisinger-Florian noch Marie Egner, Marianne von Eschenburg (1856–1937), Susanne Granitsch (1869–1946), Marie Müller (1847–1935), Teresa Feodorowna Ries (1866–1956) und Bertha von Tarnóczy. Die Gruppe der Acht Künstlerinnen stellte in ein- bis zweijährigen Abständen von 1900 bis 1909 im Kunstsalon Pisko in Wien aus. Zu diesen Ausstellungen luden sie weitere Künstlerinnen als Gäste ein, wie beispielsweise Josefine Swoboda (1861–1924), Marie Arnsburg und Hermine von Janda. Der im Jahr 1895 von Gustav Pisko (1866–1911) gegründete Kunstsalon, zuerst Parkring 2, Wien I., ab 1906 in Wien III., Lothringerstraße 14, war einer der wichtigsten Kunstsalons im Wien des Fin de Siècle. Tatsächlich zählten die „acht“ ordentlichen Mitglieder im spätkaiserlichen Österreich zu den bekanntesten und erfolgreichsten Künstlerinnen. Im Jahr 1906 waren die „Eight Lady Artists of Vienna“ auf einer Ausstellung im Londoner Earl’s Court vertreten.
Inzwischen zum evangelischen Glauben konvertiert, heiratete Eugenie Munk am 21. März 1905 den österreichischen Bildhauer und Medailleur Peter Breithut und führte fortan den Ehenamen Breithut-Munk.
1908 wohnte Breithut-Munk in Wien VI. in der Magdalenenstraße 39 und nahm an der Kunstschau am Heumarkt, mit Gustav Klimt als Präsident des Ausstellungskomitees und unter der Gesamtplanung von Josef Hoffmann, teil. Sie hatte in den vorhergehenden Jahren oftmals an Ausstellungen im Wiener Künstlerhaus und mit der Wiener Secession im Wiener Secessionsgebäude teilgenommen.
Eine ihrer Schülerinnen war die Österreicherin Elisabeth Jung (1884–1942).
Eugenie Breithut-Munk starb nach langer schwerer Krankheit wenige Tage nach Vollendung ihres 49. Lebensjahres am 21. Juli 1915 in Wien und wurde am 24. Juli in Pfaffstätten beigesetzt.
Allegorie zu „Keramik“ und „Erzgießerei“, 1893, Wandmalerei, Museum für angewandte Kunst, Wien
Exlibris Agnes Guttmann, London, 1900
Exlibris Rudolf Fischer (Professor), Innsbruck, 1900
Kindertanz, 1905, Belvedere Winterpalais, Wien
Ophelia, Öl auf Leinwand, 1909
Marianne Baumgärtner: Der Verein der Schriftstellerinnen und Künstlerinnen in Wien (1885–1938). Böhlau, Wien 2015, ISBN 978-3-205-79702-9, S. 338.
Heinrich Fuchs: Breithut-Munk, Eugenie. In: Die Österreichischen Maler des 19. Jahrhunderts. Bd. 1, Selbstverlag, Wien 1972, K 45.
Elisabeth Hülmbauer (Bearb.): Kunst des 19. Jahrhunderts. Bestandskatalog der Österreichischen Galerie des 19. Jahrhunderts, Bd. 1: A–E, hrsg. v. d. Österreichischen Galerie Belvedere, Wien 1992, S. 122.
Eugenie Breithut-Munk in der Datenbank Frauen in Bewegung 1848–1938 der Österreichischen Nationalbibliothek