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Eugène Jardon

Französischer Politiker, Mitglied der Nationalversammlung

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Eugène Jardon (geboren am 27. Juni 1895 in Domérat; gestorben am 21. Juli 1977 ebenda) war ein französischer Politiker der Dritten Republik. Er gehörte zu den „quatre-vingts“, also den achtzig Abgeordneten, die am 10. Juli 1940 Philippe Pétain die diktatorischen Vollmachten verweigerten.

Eugène Jardon, Sohn eines Weinbauern und selbst in diesem Metier tätig, wurde während des Ersten Weltkriegs eingezogen. Er kämpfte in der Schlacht um Verdun und anschließend in der Luftwaffe, zusammen mit Yvon Delbos, dem späteren radikalen Minister.

Anschließend trat er der Kommunistischen Partei (PCF) bei. 1929 wurde er zum Bürgermeister seiner Heimatgemeinde gewählt und 1935 wiedergewählt. 1930 gründete er die Départementsvereinigung der Confédération générale des paysans travailleurs (CGPT, kommunistische Gewerkschaft). Als erfolgloser Kandidat der Kommunistischen Partei bei den Parlamentswahlen 1936 zog er am 30. April 1939 bei einer Nachwahl in die Abgeordnetenkammer ein.

Im Oktober 1939, nach dem Deutsch-Sowjetischen Pakt, verließ er die PCF, um der Union populaire française beizutreten. Nach der Auflösung der PCF wurde Jardon verhaftet und kurzzeitig inhaftiert. Nach seiner Freilassung kehrt er in die Abgeordnetenkammer zurück. Am 10. Juli 1940 stimmte er gegen die erweiterten Vollmachten für Philippe Pétain. Von da an wurde er vom Regime in Vichy überwacht. Während des Zweiten Weltkriegs versorgte Jardon die lokalen Widerstandskämpfer mit Wein und Obst. 1943 wurde sein Haus von der Gestapo durchsucht, die jedoch keine belastenden Hinweise fand. Er verbrachte den größten Teil des Krieges damit, abzuwarten, wie sich die Ereignisse entwickeln.

Eugène Jardon zog sich nach 1945 zwar weitgehend aus dem politischen Leben zurück, trat aber bei den Senatswahlen 1955 (erfolglos) als Einzelkandidat an. Er wurde auf dem Cimetière des Closelles in Domérat beigesetzt.

Er heiratete am 17. Mai 1933 in Domérat Suzanne Brochard und hatte einen Sohn, Jean, geboren am 15. Oktober 1935.

Pierre Miquel: Les quatre-vingts. éd.Fayard, 1995, ISBN 978-2-213-59416-3.

Jean Odin: Les Quatre-vingts. FeniXX réédition numérique, 1996, ISBN 978-2-402-07154-3 (google.de).

Olivier Wieviorka: Les Orphelins de la République. Destinées des députés et sénateurs français (1940–1945). Editions du Seuil, 2015, ISBN 978-2-02-128376-1 (google.de).

Eugène Jardon. In: Assemblée nationale. Abgerufen am 9. September 2025 (französisch).

Guillaume Bourgeois: JARDON Eugène. In: Le Maitron. Abgerufen am 9. September 2025 (französisch).

Eugène Jardon (1895-1977) : « l’oublié du 10 juillet 1940 ». In: Les Amis de Montluçon. Abgerufen am 9. September 2025 (französisch).

Jardon Eugène. In: Les Ex-PCF. Abgerufen am 9. September 2025 (französisch).

Pourquoi le Domératois Eugène Jardon, un des députés qui a voté contre les pleins pouvoirs à Pétain, a été oublié. In: La Montagne. Abgerufen am 9. September 2025 (französisch).

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