An diesem Tag

Erste Schlacht von El Alamein

Schlacht des Zweiten Weltkriegs

Anúncio

Als erste Schlacht von El Alamein werden die Gefechte im Zeitraum vom 1. bis 31. Juli 1942 während des Afrikafeldzugs im Zweiten Weltkrieg bei El Alamein in Ägypten zwischen der deutsch-italienischen Panzerarmee Afrika, befehligt von Generalfeldmarschall Erwin Rommel, und der britischen 8. Armee, unter Claude Auchinleck, bezeichnet. Die Schlacht führte zur Beendigung des Vormarschs Rommels durch Ägypten und markiert zusammen mit der folgenden Schlacht bei Alam Halfa und schließlich der zweiten Schlacht von El Alamein das Scheitern der Expansionsbemühungen der Achsenmächte in Nordafrika.

Italien hatte Frankreich und Großbritannien am 10. Juni 1940 den Krieg erklärt. Der italienische Diktator Benito Mussolini ging von einem nur kurzen Krieg aus und hoffte, durch ein Bündnis mit dem Deutschen Reich einige der Gebietsansprüche Italiens befriedigen zu können. In Nordafrika bestanden diese zum einen aus einer Vergrößerung der Kolonie Italienisch-Libyen Richtung Westen um das französische Protektorat Tunesien. In östliche Richtung strebte Italien eine Kontrolle über Ägypten und den strategisch wichtigen Sueskanal an, sowie die Herstellung einer direkten Landverbindung zu seinen Kolonien in Ostafrika. Nachdem Frankreich im Westfeldzug geschlagen worden war und Tunesien zum nun verbündeten Vichy-Frankreich gehörte, richteten sich die italienischen Expansionsziele in Nordafrika ganz auf Ägypten. Am 9. September 1940 marschierte Italien schließlich mit der 10. Armee in Ägypten ein.

Die Invasion verlief allerdings wenig erfolgreich und kam aufgrund der schlechten Versorgung und Ausrüstung der Truppen nur wenig mehr als 100 km hinter der ägyptisch-libyschen Grenze zum Stehen. Am 8. Dezember starteten die Alliierten mit der Operation Compass eine Gegenoffensive. Das ursprünglich auf nur wenige Tage begrenzte und der Vertreibung der italienischen Armee aus Ägypten gerichtete Unternehmen erwies sich als derart erfolgreich, dass der Vormarsch bis nach Libyen fortgesetzt wurde. Bis Anfang Februar 1941 hatten die alliierten Truppen die Kyrenaika bis einschließlich El Agheila besetzt und die italienische 10. Armee nahezu restlos aufgerieben.

Die vollständige Einnahme Italienisch-Libyens unterblieb allerdings, da Teile der in Nordafrika eingesetzten alliierten Truppen zur Abwehr des sich ankündigenden Balkanfeldzugs des Deutschen Reichs im April 1941 benötigt wurden. Während die Alliierten somit ab Februar 1941 Truppen zur Verteidigung Griechenlands abzogen, verschiffte Deutschland im so genannten Unternehmen Sonnenblume zeitgleich und heimlich erste Truppenkontingente nach Tripolis und begründete das Deutsche Afrikakorps. Nur wenige Wochen nach seinem Eintreffen ging das von Erwin Rommel kommandierte Afrikakorps zusammen mit den italienischen Divisionen in Libyen zu einer erneuten Offensive über. Die wenigen und überwiegend unerfahrenen alliierten Truppen zogen sich hastig aus der Kyrenaika wieder zurück.

Im Laufe des April waren die Achsenmächte erneut bis zum Halfaya-Pass auf ägyptisches Territorium vorgedrungen. Lediglich der strategisch bedeutsame Tiefwasserhafen Tobruk wurde weiterhin von einer alliierten Besatzung gehalten. Nachdem eine Reihe von Angriffen auf Tobruk im April und Anfang Mai 1941 gescheitert waren, stellte sich Rommel zur Schonung seiner begrenzten Ressourcen auf eine längere Belagerung der Stadt ein. Das alliierte Oberkommando im Nahen Osten unter Archibald Wavell begann zeitgleich mit der Planung und Vorbereitung einer Gegenoffensive, um die Kontrolle über die Kyrenaika zurückzuerlangen und die belagerte Stadt zu entsetzen. Die erste Gegenoffensive, genannt Operation Brevity, startete bereits am 15. Mai, konnte allerdings wenig mehr als die Rückeroberung des Halfaya-Passes (und das auch nur bis zum 27. Mai) erreichen. Zeitgleich (20. Mai – 1. Juni 1941) wurde die Luftlandeschlacht um Kreta geführt, die, sollte das Deutsche Reich erfolgreich sein, die Luftunterstützung und die Versorgung der Achsenmächte deutlich verbessern würde. Eine zweite, am 15. Juni gestartete alliierte Offensive, die Operation Battleaxe, scheiterte unter großen Verlusten an Panzern, wobei die alliierten Truppen nur knapp der Einkreisung und Vernichtung entgingen. Nach diesem Fehlschlag wurde Archibald Wavell als Oberkommandierender des Middle East Command durch Claude Auchinleck abgelöst.

Auchinleck gelang es mit einer im November 1941 gestarteten Offensive, genannt Operation Crusader, schließlich die belagerte Stadt Tobruk zu entsetzen und das gesamte Gebiet bis zur ägyptisch-libyschen Grenze unter alliierte Kontrolle zu bringen. Eine erneute Besetzung der restlichen Kyrenaika scheiterte aber an einer schnell eingeleiteten Gegenoffensive Rommels, die schließlich Anfang Februar beim alliierten Verteidigungsgürtel bei Gazala zu einem Patt führte. Nach einer mehrmonatigen Kampfpause, die beide Seiten zum Wiederaufbau ihrer Truppen nutzten, griff Rommel schließlich am 26. Mai 1942 im so genannten Unternehmen Theseus die Alliierten bei Gazala an. Die etwa drei Wochen dauernde Schlacht führte zum Rückzug der britischen 8. Armee nach Ägypten, sowie der Einnahme Tobruks durch die Panzerarmee Afrika. Rommel ließ keine Zeit verstreichen, sondern setzte unmittelbar nach dem Fall der Stadt zur Verfolgung der alliierten Truppen und dem Einmarsch in Ägypten an.

Nach der Niederlage bei der Schlacht von Gazala im Juni 1942 hatte sich die britische 8. Armee zunächst auf Marsa Matruh in Ägypten, dann auf die noch einmal etwa 160 km weiter östlich gelegene Alamein-Linie zurückgezogen. Den sicheren Rückzug seiner Truppen ließ Auchinleck durch kleine, aber kampfkräftige Formationen decken, die die Panzerarmee Rommels zunächst bei Marsa Matruh, dann bei Fuka in zeitraubende Gefechte verwickelten. Auf ihrer endgültigen Verteidigungslinie hielten die Alliierten einen 65 km breiten, relativ ebenen Wüstenstreifen zwischen der Stadt El Alamein an der Mittelmeerküste und der für schweres Gerät unpassierbaren Qattara-Senke im Süden. Nach der Erfahrung bei der Schlacht von Gazala, wollte Auchinleck so sicherstellen, dass Rommel nicht wieder die Möglichkeit für eine Umgehung seiner Position haben würde. Die Verteidigungsstellungen selbst waren mangels Zeit kaum vorbereitet worden und verfügten weder über Drahtverhaue noch Minenfelder. Anstatt einer durchgehenden Linie von Stellungen konzentrierten sich die alliierten Truppen an drei strategisch wichtigen Punkten: an der Bahnstation el-Alamein im Norden, Bab el Qattara im Zentrum und Naqb Abu im Süden am Rand der Senke. Ende Juni 1942 erreichten die Truppen der Achsenmächte die Stellungen der Alliierten bei el-Alamein.

Ursprünglich hatten die Pläne der Achsenmächte nach der Einnahme Tobruks eine sechswöchige Pause zur Erholung und Versorgung der Truppen vorgesehen. Angesichts des Rückzugs der 8. Armee wollte Rommel die Situation aber so schnell wie möglich ausnutzen und Auchinleck keine Möglichkeit geben, seine Truppen neu zu formieren. Wäre die 8. Armee überwunden, lägen ganz Ägypten und der Nahe Osten offen. Die Panzerarmee Afrika setzte den Vormarsch nach Osten daher unmittelbar nach dem Fall Tobruks fort. Als sie vor el-Alamein eintraf, waren die Vorräte insbesondere an Treibstoff weitgehend aufgebraucht, die Nachschubwege bis an die Belastungsgrenzen überdehnt und die Soldaten erschöpft. Rommel wusste, dass es ihm gelingen musste, die alliierte Verteidigung in einem schnellen Stoß zu durchdringen und die Rückzugswege der 8. Armee abzuschneiden.

Sein Plan sah vor, mit der 90. leichten Afrika-Division nördlich des Ruweisat-Kamms, und mit der 15. und 21. Panzer-Division südlich davon vorzurücken. Die beiden Panzerdivisionen würden dann nach Süden abdrehen und bis zum Miteirya-Kamm vorstoßen. Die 90. leichte sollte östlich von el-Alamein Stellung beziehen. Während die deutschen Truppen damit die alliierten Verteidigungsstellungen nach Osten abdeckten, würden die italienischen Divisionen diese von Westen angreifen und zwar das XXI. Korps el-Alamein im Norden und das XX. Korps Bab el Qattara im Süden. In der nachfolgenden Kesselschlacht sollten die alliierten Verbände aufgerieben und zugleich mögliche Verstärkungen von Osten abgewehrt werden. Sobald damit der überwiegende Großteil der alliierten Verteidiger vernichtet wäre, könnte der finale Vormarsch auf Alexandria erfolgen.

Anúncio

Bald in der World in Stories App

Audio, Offline-Download, keine Werbung und mehr.

Premium entdecken
Erste Schlacht von El Alamein | World in Stories