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Ernst von Malortie

Deutscher Jurist, Politiker und Gastrosoph, letzter leitender Minister des Königreichs Hannover (1804–1887)

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Baron Carl Otto Unico Ernst von Malortie (* 15. November 1804 in Linden; † 11. Oktober 1887 in Hannover) war Jurist, Oberhofmarschall und leitender Minister des Königreichs Hannover, dazu Autor und Gastrosoph.

Malortie entstammte einer alten französischen Adelsfamilie und wurde auf Gut Linden bei Hannover geboren. Er war der Sohn von Ferdinand von Malortie (1771–1847) und Sabine Luise Julia, geb. von Platen-Hallermund (1780–1826). Er besuchte das Ratsgymnasium in Hannover. Von 1823 bis 1826 studierte er Rechtswissenschaften an der Universität Göttingen. Dort wurde er Mitglied des Corps Hannovera. Nach dem Studium trat der aus einer französischen Refugiéfamilie stammende v. Malortie in den Hannöverschen Verwaltungsdienst ein und wurde 1826 zunächst Amtsauditor in Hannover und Syke (1827). Im Jahr 1829 trat er als Assessor und Hilfsarbeiter in die Land-Drostei in Hannover ein, 1830 wurde Malorie Ritter des Königlich Preußischen St. Johanniter-Ordens.

1836 wurde er zunächst Kammerjunker und Hofmarschall des Herzogs Ernst August von Cumberland (dem späteren König Ernst August von Hannover), 1837 dessen Kammerherr und Reisemarschall.

Malortie entwickelte das höfische Zeremoniell bis zur Perfektion: 1842 veröffentlichte er sein Hauptwerk Der Hof-Marschall. Handbuch zur Einrichtung und Führung eines Hofhalts, das sich zum Standardwerk entwickelte. 1846 erhielt er die Ehrendoktorwürde der Universität Göttingen.

Malortie wurde 1846 Verwalter der Königlichen Gärten, Bauten sowie der Königlichen Privatschatulle. 1851 wurde er zum Oberhofmarschall ernannt. 1860 saß er im „engeren Ausschuß des Comités für die Errichtung des Ernst-August-Denkmals“ 1862 wurde von Malortie, unter Beibehaltung des Amtes des Oberhofmarschalls, zum Staatsminister und zum Minister des Königlichen Hauses berufen. Mit der Annexion Hannovers durch Preußen 1866 verlor Malortie „alle Ämter, schloss sich aber nicht der welfischen Bewegung an“. Er war Mitglied der Naturforschenden Gesellschaft zu Emden und der botanischen Klasse der Leopoldina. Zeitweise saß Malortie im Vorstand des Ernst-August-Familienfideikommiss, war somit Verwalter des Königs-Privat-Schatulle.

Malortie betätigte sich als angesehener Schriftsteller. Er verfasste eine große Anzahl historischer Schriften. Hervorzuheben ist sein Handbuch für die Leitung eines fürstlichen Hofhaltes, welches 1842 unter dem Titel Der Hofmarschal erschien und große Anerkennung fand. Im Jahre 1878 erschien die erste Auflage seines Werkes Das Menu, dem 1880 der zweite Teil Die Feine Küche folgte. Sein Werk Das Menue galt im 19. Jahrhundert als das Standardwerk der Kochkunst bis zum Erscheinen von Auguste Escoffiers Guide Culinaire im Jahr 1902. Die erste Auflage war bereits im ersten Jahr ihres Erscheinens vergriffen. Malortie selbst schrieb darüber in seiner Familiengeschichte:

Daneben wirkte er ab 1851 als Präsident des Komitees des Museums und des Kunstvereins Hannover. Außerdem engagierte er sich bei der Errichtung des 1862 eröffneten „Königlichen Welfenmuseums“. Er war maßgeblich an der Gründung der Hannoverschen Genossenschaft des Johanniterordens (damals dort genannt Der Johanniterorden – Königreich Hannover) im Jahre 1864 beteiligt, die noch im selben Jahr von König Georg V. von Hannover mit dessen ausdrücklichem Wohlwollen als juristische Person anerkannt wurde. Von 1864 bis 1887, obwohl selbst nur Ehrenritter, war er offiziell als Leitender Ritter der Regierende Kommendator der Hannoverschen Genossenschaft des Johanniterordens. Seine Wappentafel aus der Johanniterkirche in Slonsk (Sonnenburg) blieb erhalten.

1868 veräußerte er sein ererbtes kleines bei der Stadt Hoya liegendes Gut Liebenau. Als dortiger Grundherr war er einst Mitglied der regionalen Ritterschaft der Graffschaft Hoya.

Malortie war nicht verheiratet und stiftete von seinem ansehnlichen Vermögen einen (Geld)-Familienfideikommiss. Dieses Besitz wurde zeitweise von einem der Söhne seines Bruders, Kammerherr, Rittmeister und Hof-Theaterintendant Hermann von Malortie und dessen Frau Karoline, geb. Gräfin von Bismarck-Bohlen, weitergeführt wurde.

Die Bronzestatuette Malorties, gefertigt von dem Bildhauer Carl Dopmeyer, befindet sich als Dauerleihgabe der Letter-Stiftung im Historischen Museum Hannover.

1846 Ehrendoktor der philosophischen Fakultät der Universität Göttingen der Ehrendoktor verliehen.

1860 wurde er zum „Wirklichen Geheimen Rat“ ernannt und trug das Prädikat Exzellenz.

Laut dem Innentitel seines Werkes Der Hofmarschall... trug er folgende Orden und Auszeichnungen:

Kommandeur des Königlichen Hannoverschen Guelphen-Ordens erster Klasse

(23. Oktober 1844) goldenes Großkreuz des Großherzoglich Oldenburgischen Haus- und Verdienstordens

Ritter des Königlich Preußischen Roten Adler-Ordens zweiter Klasse mit dem Stern

(26. November 1845) Kommandeur erster Klasse des Kurhessischen Hausordens vom Goldenen Löwen

Großherzoglich Sachsen-Weimarschen Falken-Orden

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