Erna Raupach-Petersen (* 11. November 1904 in Flensburg; † 21. November 1997 ebenda; gebürtig Erna Petersen) war eine deutsche Volksschauspielerin und Hörspielsprecherin.
1948 debütierte die im Zweiten Weltkrieg verwitwete Erna Raupach-Petersen als Bühnendarstellerin in Adolf Woderichs plattdeutscher Komödie Minsch achtern Mond am renommierten Ohnsorg-Theater in Hamburg. In den nächsten 46 Jahren gehörte sie zum Ensemble der niederdeutschen Bühne und wurde zu einer festen Größe in der Hamburger Theaterlandschaft. Sie verkörperte in über 120 Rollen eine große Bandbreite von Charakteren in Komödien und Tragödien gleichermaßen.
Durch die seit 1954 regelmäßig erfolgenden Fernsehausstrahlungen der Ohnsorg-Stücke in der ARD wurde Erna Raupach-Petersen auch einem bundesweiten Publikum bekannt, so etwa in der äußerst erfolgreichen Inszenierung Tratsch im Treppenhaus neben Heidi Kabel, Edgar Bessen und Henry Vahl. Daneben spielte sie in Fernsehproduktionen des NDR wie Hafenpolizei, Polizeifunk ruft und Hamburg Transit.
1994 nahm Erna Raupach-Petersen kurz nach ihrem 90. Geburtstag Abschied von der Bühne. Ihren letzten Auftritt hatte sie – wie bei ihrem Debüt 46 Jahre zuvor – in der Komödie Der Bürgermeisterstuhl von Adolf Woderich.
Aufzeichnungen aus dem Ohnsorg-Theater
1958: Zwei Kisten Rum (Annette Küpers) – Regie: Hans Mahler, mit Heinz Lanker, Walter Scherau, Hilde Sicks
1961: Opa wird verkauft (Hanni Fiesebarg) – Regie: Günther Siegmund, mit Henry Vahl, Heinz Lanker, Karl-Heinz Kreienbaum, Christa Wehling, Edgar Bessen
1962: De dolle Deern (Antrin Arntjen) – Regie: Hans Mahler, mit Jochen Schenck, Christa Wehling, Henry Vahl
1962: Der Bürgermeisterstuhl (Mette) – Regie: Hans Mahler, mit Heinz Lanker, Henry Vahl, Otto Lüthje, Heidi Kabel, Christa Wehling – (Neuaufnahme in Farbe: 1969)
1964: Das Hörrohr – mit Otto Lüthje
1966: Tratsch im Treppenhaus (Hanne Knoop) – Regie: Hans Mahler, mit Henry Vahl, Heidi Kabel, Edgar Bessen, Gisela Wessel, Ernst Grabbe, Heinz Lanker
1966: Kein Auskommen mit dem Einkommen (Frau Bollmann) – Regie: Heini Kaufeld, mit Otto Lüthje, Heidi Kabel, Edgar Bessen, Heidi Mahler, Hilde Sicks, Henry Vahl, Ernst Grabbe
1966: Gastwirt Goebel (Grete Goebel) – Regie: Günther Siegmund, mit Otto Lüthje, Ulla Mahrt
1966: Die Königin von Honolulu (Doris) – Regie: Günther Siegmund, mit Edgar Bessen, Otto Lüthje, Ulla Mahrt, Jochen Schenck, Werner Riepel, Heidi Mahler, Hilde Sicks
1968: Die Kartenlegerin (Ida Henck) – Regie: Hans Mahler, mit Heidi Kabel, Edgar Bessen, Willy Millowitsch, Karl-Heinz Kreienbaum, Otto Lüthje
1972: Das Herrschaftskind (Frau Konsul Zerrhusen), mit Heidi Kabel, Heidi Mahler, Werner Riepel, Heinz Lanker, Heini Kaufeld, Jürgen Pooch
1973: Das Hörrohr – Regie: Günther Siegmund, mit Hans Jensen, Christa Wehling
1973: Brand-Stiftung (Haushälterin Meta) – Regie: Heinz Lanker, mit Werner Riepel, Heidi Kabel, Karl-Heinz Kreienbaum, Heini Kaufeld, Günther Siegmund