Erich Mulzer (* 13. Januar 1929 in Nürnberg; † 9. Oktober 2005 ebenda) war ein deutscher Gymnasialprofessor und langjähriger Vorsitzender der Altstadtfreunde Nürnberg.
Mulzer studierte nach dem Abitur von 1949 bis 1955 an der Universität Erlangen Germanistik, Geographie und Geschichtswissenschaft. Schon während seines Studiums beschäftigte er sich mit der Baugeschichte der Stadt Nürnberg. Deshalb trat er 1951 der Vereinigung der Freunde der Altstadt Nürnberg bei, die für den Erhalt und Wiederaufbau der Nürnberger Bürgerhäuser eintrat. 1954 erschien Mulzers Buch über Nürnberger Bürgerhäuser, das von der Regierung von Mittelfranken und dem Nürnberger Stadtrat gefördert worden war. Nach dem Abschluss des Studiums unterrichtete Mulzer als Gymnasiallehrer Deutsch, Geschichte, Erdkunde und Sozialkunde am Gymnasium Fridericianum Erlangen. Neben seiner beruflichen Tätigkeit promovierte er bei Otto Berninger am Erlanger Institut für Geographie. In seiner Doktorarbeit aus dem Jahre 1971 untersuchte Erich Mulzer Die Veränderungen der Altstadt in Nürnberg durch den Wiederaufbau 1945-1970.
1973 wurde er zum Vorsitzenden der Vereinigung der Freunde der Altstadt Nürnberg gewählt und betrieb die Umstrukturierung des Vereins (u. a. Änderung des Vereinsnamens zu „Altstadtfreunde Nürnberg e. V.“), der danach zu Nürnbergs größter Bürgervereinigung wurde und wesentlichen Einfluss auf die Lokalpolitik bekam. Unter seinem Vorsitz wurden 1976 die jährlich erscheinenden Nürnberger Altstadtberichte als Vereinspublikation der Altstadtfreunde mit Rechenschaftsbericht und fundierten Fachbeiträgen gegründet. In den folgenden Jahren bis 2004 nahm er durch sein in seinen Veröffentlichungen verbreitetes Fachwissen und sein Engagement Einfluss auf die Entwicklung der Altstadt.
Kritiker warfen Erich Mulzer vor, jegliche Modernisierung des altstädtischen Charakters Nürnbergs zu verhindern. So verhinderte er mit seinem Engagement das Augustinerhofprojekt des bekannten Architekten Helmut Jahn, das in einem Bürgerentscheid von Nürnbergs Bürgern mit deutlicher Mehrheit abgelehnt wurde. Als Autor des Baedeker-Reiseführers über Nürnberg prägte Erich Mulzer das Nürnbergbild vieler Touristen.
Mulzer wurde auf dem Johannisfriedhof in Nürnberg bestattet.
1978 Bayerische Denkmalschutzmedaille
1980 Silberne Halbkugel, „Deutscher Preis für Denkmalschutz“ des Deutschen Nationalkomitees für Denkmalschutz für die Erhaltung des baulichen Erbes
1983 Bundesverdienstkreuz am Bande der Bundesrepublik Deutschland
1986 Wolfram-von-Eschenbach-Preis des Bezirks Mittelfranken, dotiert mit 10.000 Mark, für Verdienste um die Erhaltung der historischen Bausubstanz in Nürnberg
1987 Bayerischer Verdienstorden des Freistaates Bayern
1993 Bundesverdienstkreuz 1. Klasse des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland
1996 Bürgermedaille der Stadt Nürnberg
Nürnberger Bürgerhäuser. Nürnberg: Spindler, 1954, 68 S. (2. Auflage, 1964)
Vor den Mauern Nürnbergs. Kunst und Geschichte der Vorstädte. Nürnberg: Spindler, 1961, 229 S.
Nürnberger Erker und Chörlein. Ihr Wesen und ihre Entwicklung, dargestellt an den noch vorhandenen Beispielen. Nürnberg: Spindler, 1965, 274 S.
Die Veränderungen der Altstadt in Nürnberg durch den Wiederaufbau 1945 bis 1970. Dissertation, Naturwissenschaftliche Fakultät der Universität Erlangen, Nürnberg, 1971
Der Wiederaufbau der Altstadt von Nürnberg 1945 bis 1970, Mitteilungen der Fränkischen Geographischen Gesellschaft, Band 19 für 1972, S. 5ff (Als Sonderdruck der Fränkischen Geographischen Gesellschaft, Erlangen, bei Palm & Enke, 1972: ISBN 3-920405-30-7)
Die Nürnberger Altstadt. Das architektonische Gesicht eines historischen Großstadtkerns. Nürnberg: Carl, 1976, 144 S., ISBN 3-418-00444-X, (2. Auflage 1981).