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Erich Maria Remarque

Deutscher Autor

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Erich Maria Remarque (* 22. Juni 1898 in Osnabrück als Erich Paul Remark; † 25. September 1970 in Locarno, Schweiz) war ein deutscher Schriftsteller. Er wurde mit dem 1928 erstmals erschienenen, zuerst 1930 in Hollywood verfilmten Antikriegsroman Im Westen nichts Neues weltberühmt. 1931 erwarb Remarque die Casa Monte Tabor am Lago Maggiore und verlegte seinen Wohnsitz in die Schweiz. Im NS-Staat wurden seine Bücher verboten und 1933 öffentlich verbrannt. 1938 wurde ihm die deutsche Staatsbürgerschaft aberkannt. 1939 emigrierte er in die USA, wo er Anerkennung als Schriftsteller fand. 1947 erhielt er die amerikanische Staatsbürgerschaft. 1948 kehrte er in die Schweiz zurück, hielt sich aber weiterhin häufig in den USA auf. Remarque wurde auch durch seine Beziehungen zu prominenten Frauen und als Kunstsammler bekannt. Seine überwiegend als pazifistisch eingestuften Romane, in denen er die Grausamkeit des Krieges thematisiert, finden bis heute weite Verbreitung.

Erich Maria Remarque wurde als Erich Paul Remark geboren. Seine Eltern waren der Buchbinder Peter Franz Remark (1867–1954) und seine Ehefrau Anna Maria Remark, geb. Stallknecht (1871–1917). Der Familienname Remark geht auf französische Vorfahren namens Remacle zurück. Remarques Urgroßvater Johann Remarque (1789–1855) wurde in Aachen geboren und starb in Kaiserswerth. Der Geburtsname seiner Großmutter mütterlicherseits war Bäumer, wie der Familienname der Hauptfigur in Remarques Roman Im Westen nichts Neues.

Erich Paul Remark war das zweite von vier Geschwistern. Sein älterer Bruder Theodor Arthur (1896–1901) wurde in Osnabrück geboren, obschon die Eltern 1895 in Wanne geheiratet hatten; er wurde nur fünf Jahre alt. Die Familie Remark zog von Wanne nach Osnabrück, zunächst in die Lindenstraße 13. 1898 wurde Erich Paul geboren. Seine jüngeren Schwestern waren Erna (1900–1978) und Elfriede (1903–1943).

Der Künstlername Erich Maria Remarque entstand Anfang der 1920er Jahre. Ab 1921 verwendete der junge Journalist und Autor gelegentlich die französische Schreibweise Remarque. Den zweiten Vornamen Maria verwendete er ab November 1922, um damit seine Verehrung Rainer Maria Rilkes zum Ausdruck zu bringen. Zugleich ehrte er damit das Andenken seiner Mutter Anna Maria. Als er sich noch nicht auf einen Künstlernamen festgelegt hatte, schrieb Remarque sowohl als Erich Remark (sein Geburtsname) wie auch unter verschiedenen Pseudonymen: G. A. M., Ernst Winter, Juan de Lavalette, Kai Henriksen, Carl Maria Remarque. Bei dem Roman Im Westen nichts Neues, der 1928/29 veröffentlicht wurde und ihn berühmt machte, war Erich Maria Remarque als Autor angegeben. So wurde dieser Name zu seinem Markenzeichen. Er verwendete nun auch privat nur noch diesen Namen.

1926, kurz nach seiner ersten Eheschließung, ließ sich Remarque von Hugo von Buchwald adoptieren und erwarb dadurch den Namenszusatz „Freiherr von Buchwald“.

Im April 1929 tauchte in der nationalistischen Presse die unzutreffende Behauptung auf, Remarques Geburtsname sei Kramer (das Ananym zum tatsächlichen Geburtsnamen Remark). Dieses Gerücht wurde von den Nationalsozialisten gestreut, die auch fälschlich behaupteten, Remarque sei Jude und er habe am Krieg nicht teilgenommen, um ihn als Lügner hinzustellen.

In seiner Jugend zog die Familie innerhalb des heutigen Stadtgebiets von Osnabrück zehnmal um: in den Jahren 1899, 1901, 1902, 1903, 1904, 1905, 1907, 1910, 1913 und 1914. Immer war es ein Umzug in einen Neubau. Die Remarks versuchten damit, Geld zu sparen, denn Wohnungen in Neubauten wurden mit noch feuchten Wänden anfangs günstig vermietet. Wenn nach ein bis zwei Jahren eine Mieterhöhung für die „trocken gewohnte“ Wohnung anstand, zog die Familie in den nächsten Neubau.

Erich Remark besuchte zwei Volksschulen: von 1904 bis 1908 die Domschule Osnabrück, anschließend bis 1912 die Johannisschule. Danach besuchte er drei Jahre lang die katholische Präparandenanstalt als Vorbereitung für die Ausbildung zum Volksschullehrer. Von hier wechselte er 1915 zum katholischen Königlichen Volksschullehrer-Seminar in Osnabrück.

Eine Kindheitsfreundschaft verband ihn mit dem ebenfalls in Osnabrück geborenen Schriftsteller Ludwig Bäte und dessen Bruder. Aus dieser Freundschaft sind einige Briefe erhalten sowie eine von Remark 1918 komponierte Vertonung des Gedichtes In der Frühe von Ludwig Bäte.

Im Ersten Weltkrieg wurde er am 21. November 1916 nach einem Notexamen am Lehrerseminar als Reserve-Rekrut eingezogen. Er wurde zunächst in der Osnabrücker Caprivi-Kaserne (heute ein Gebäude der Hochschule Osnabrück) und im weiteren Verlauf im Frühjahr 1917 wohl im Munsterlager bei Celle militärisch ausgebildet. Im Mai 1917 wurde er zur 1. Kompanie im I. Ersatz-Bataillon des Osnabrücker Infanterie-Regiments Nr. 78 versetzt und kam im Juni 1917 mit der 2. Kompanie des Feldrekruten-Depots der 2. Garde-Reserve-Division als Soldat an die Westfront nach Flandern, wo er bei Houthulst zunächst dem Schanztrupp eines Reserve-Infanterie-Regiments zugeteilt war. Am 27. Juni 1917 hatte er seinen ersten Fronteinsatz und erlebte am 12. Juli einen Gasangriff. Am 31. Juli 1917 wurde er zwischen Houthulst und Handzame durch Granatsplitter am rechten Arm und am linken Bein sowie durch einen Halsschuss schwer verwundet. Aus dem Feldlazarett in Torhout kam er in das St. Vinzenz-Hospital in Duisburg. Im September 1917 starb seine Mutter an Darmkrebs, er erschien zu ihrer Beerdigung. Als Rekonvaleszent war er in der Schreibstube des Hospitals tätig. Nach seiner Genesung kehrte er am 31. Oktober 1918 zum I. Ersatz-Bataillon seiner Stammeinheit in Osnabrück zurück. Mitte November 1918 erhielt er unter etwas unklaren Umständen das Eiserne Kreuz I. Klasse verliehen und wurde am 5. Januar 1919 aus der Armee entlassen.

Bereits im November 1917 während seiner Lazarettzeit begann er mit dem Schreiben eines ersten Romans Über den Krieg – wie er die entstandenen Texte damals bezeichnete. Lebenslang geprägt von seinen Kriegserlebnissen, entwickelte er von da an eine Haltung, die von den meisten Biografen und Interpreten seiner Werke als pazifistisch-antimilitaristisch bewertet wird. Tatsächlich forderte Remarque am 24. August 1918 in seinem Tagebuch, das er während seines Lazarettaufenthalts in Duisburg führte, für die Zeit nach dem Ende des Kriegs einen „Kampf gegen die drohende Militarisierung der Jugend, gegen den Militarismus in jeder Form seiner Auswüchse.“ Später betonte Remarque in diversen Interviews, ein „unpolitischer Mensch“ zu sein.

Nach dem Krieg setzte Remarque seine Lehrerausbildung fort und legte im Juni 1919 erfolgreich die Lehramtsprüfung ab. Vom 1. August 1919 an war er als Volksschullehrer in Lohne, seinerzeit im Kreis Lingen, heute in der Grafschaft Bentheim, tätig, ab Mai 1920 in Klein Berßen im damaligen Kreis Hümmling, heute Landkreis Emsland, und ab August 1920 in Nahne, das seit 1972 zu Osnabrück gehört. Mit seinem Antrag auf Beurlaubung vom Schuldienst endete diese Episode am 20. November 1920.

Bereits im April 1918, noch während seiner Lazarett-Zeit, veröffentlichte Remarque den Text Ich und Du. Er wurde, ebenso wie 1920 sein erster Roman, der Künstlerroman Die Traumbude, in dem Blatt Die Schönheit veröffentlicht, das unverhüllt für „Rassenverjüngung“, „Rassenhygiene“, „ein verjüngtes Geschlecht edler Rassemenschen aus arischem Geblüt und mit arischen Instinkten“ sowie generell für das „Vorrecht der arischen Menschheit zur vermehrten Auswirkung ihrer Zeugungskraft“ eintrat. Das brachte Remarque 1977 den Vorwurf ein, er habe „vor seinem Welterfolg im Lager der politischen Rechten gestanden“. Die Traumbude war ein Misserfolg. Nach dem Ende seiner Lehrertätigkeit nahm Remarque zunächst Gelegenheitsarbeiten an, so unter anderem als Verkäufer von Grabsteinen und als Organist in der Gertrudenkirche, die zum dortigen „Irrenhaus“, der provinzialständischen Heil- und Pflegeanstalt Osnabrück, gehörte. Letztere Episoden verarbeitete er autobiografisch in Der schwarze Obelisk (zuerst veröffentlicht 1956). Schließlich wurde er Zeitungsredakteur, unter anderem beim Osnabrücker Tageblatt, für das er ab März 1921 arbeitete. In einem Brief an Stefan Zweig aus diesen Tagen drückte er sehr deutlich seine Zweifel über die Zukunft seiner schriftstellerischen Aktivitäten aus.

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