Eric Patrick Clapton, CBE, COAL (* 30. März 1945 in Ripley, Borough of Guildford) ist ein britischer Gitarrist, Sänger und Songwriter. Er trägt den Beinamen „Slowhand“. Clapton prägte die Entwicklung des Bluesrock seit den 1960er Jahren wesentlich mit und gilt als einer der bedeutendsten Blues- und Rock-Gitarristen. Mit mehr als 280 Millionen weltweit verkauften Tonträgern gehört er zu den erfolgreichsten Künstlern der Welt. Er ist 17-facher Grammygewinner und als einziger Musiker dreifaches Mitglied der Rock and Roll Hall of Fame. Zu seinen bekanntesten Titeln zählen Layla, Wonderful Tonight, Lay Down Sally und Tears in Heaven.
Eric Clapton wurde 1945 in Ripley in der englischen Grafschaft Surrey geboren. Seine Mutter Patricia Molly Clapton war bei seiner Geburt 16 Jahre alt. Sein Vater war der in England stationierte 24-jährige kanadische Soldat Edward Walter Fryer, der bei der Geburt das Land bereits wieder verlassen hatte. Als nichteheliches Kind wuchs Clapton ab seinem zweiten Lebensjahr bei Rose Mitchell und Jack Clapp, seinen Großeltern mütterlicherseits, auf. Diese verheimlichten ihm seine Abstammung und ließen ihn in dem Glauben, seine Mutter sei seine Schwester. Der junge Clapton war in seiner Schulzeit ein eher ruhiges, aber überdurchschnittlich begabtes Kind.
Clapton brach ein Kunststudium an der Londoner Kingston University nach kurzer Zeit ab, um sich im Januar 1963 im Alter von 17 Jahren seiner ersten Band, The Roosters, anzuschließen. In dieser Beat- und R&B-Band, der Brian Jones, der spätere Gitarrist der Rolling Stones, angehörte, lernte er Tom McGuinness kennen. Nach der Auflösung der Gruppe im August 1963 traten Clapton und McGuinness einige Male mit Casey Jones & the Engineers auf. Im Oktober 1963 wurde Clapton Gitarrist der Yardbirds, mit denen er Anfang 1965 deren größten Hit For Your Love einspielte. Die neue musikalische Richtung der Gruppe missfiel Clapton allerdings. Nach seinem Ausscheiden aus den Yardbirds im April 1965 schloss er sich den Bluesbreakers von John Mayall an. Er nahm an den Aufnahmen zum Album Blues Breakers with Eric Clapton teil, worauf er einige bahnbrechende Soli spielt. Zu dieser Zeit stand er unter starkem Einfluss von B. B. King.
Mitte 1966 verließ Clapton die Bluesbreakers und formierte mit Ginger Baker (Schlagzeug) und Jack Bruce (Bass, Gesang), die beide zuvor bei der Graham Bond Organization gespielt hatten, Cream, die als erste Supergroup der Rockmusik gilt. Das Powertrio, das sich unter anderem durch minutenlange Improvisationen von anderen Rockbands abhob, hatte einige Hits wie I Feel Free, Sunshine of Your Love, White Room, Crossroads, Strange Brew und Badge und großen kommerziellen Erfolg. Insbesondere die offen ausgetragenen Differenzen zwischen Bruce und Baker erschwerten die musikalische Zusammenarbeit in der Band jedoch dauerhaft.
Clapton begann damit, selbst zu singen und eigene Songs zu schreiben. Seine Kompositionen und sein gesamter Stil wurden in dieser Zeit stark von der Gruppe The Band beeinflusst. Mit George Harrison von den Beatles schrieb er den Cream-Titel Badge. Die lebenslange Freundschaft der beiden führte auch zu Claptons Mitwirken bei der Beatles-Aufnahme von While My Guitar Gently Weeps (1968). Bis zu Harrisons Tod 2001 spielte Clapton oft bei dessen Soloaufnahmen mit, und es gab auch gemeinsame Live-Auftritte. Nach der überraschenden Auflösung von Cream 1968 spielte Clapton im Dezember desselben Jahres einen Auftritt im Rock and Roll Circus, bei dem er mit John Lennon, Keith Richards und Mitch Mitchell als The Dirty Mac auftrat.
Im März des folgenden Jahres gründete er bzw. sein Manager zusammen mit Steve Winwood die Gruppe Blind Faith – in der Besetzung Clapton (Leadgitarre), Winwood (Orgel, Klavier, Gesang), Ginger Baker (Schlagzeug) und Ric Grech (Bass, Violine). Nach der Veröffentlichung des vielfach prämierten Albums Blind Faith und einer Tournee löste sich auch diese Formation im September 1969 auf. Zwischen den einzelnen Bandmitgliedern waren die Differenzen über die künftige musikalische Ausrichtung zu groß geworden. Kurze Zeit später wirkte Clapton in John Lennons neuer Live-Band, der Plastic Ono Band, sowie auf dem Album Friends and Angels von Martha Veléz mit.
Ende 1969 tourte er mit Delaney & Bonnie, nachdem er nach New York City gezogen war. 1970 nahm er sein erstes Soloalbum auf. Mit der Auskopplung des J.-J.-Cale-Songs After Midnight erreichte er einen Achtungserfolg in den US-Charts. Ferner spielte er in dieser Zeit oft bei den Aufnahmen anderer Musiker mit, so mit der Plastic Ono Band und Dr. John. Mit drei Bandmusikern von Delaney & Bonnie, mit denen er 1969 eine zum Teil von ihm selbst finanzierte Tournee durch Europa unternommen hatte, gründete er anschließend die Gruppe Derek and the Dominos, die das Doppelalbum Layla and Other Assorted Love Songs aufnahm, bei dem als Gastsolist Duane Allman mitspielte. Das Album ist stark vom Blues beeinflusst und gilt bis heute insbesondere wegen des Zusammenspiels der beiden herausragenden Gitarristen als eines der besten Alben Claptons.
Der Titelsong Layla ist einer der meistgespielten Rocksongs der 1970er Jahre. Er greift Themen aus der Liebesgeschichte Leila und Madschnun des persischen Dichters Nezami auf; Clapton fühlte sich wegen seiner damals noch nicht erwiderten Liebe zu George Harrisons Frau Pattie Boyd in einer ähnlichen Situation. Die Gruppe, die ohne Allman auf Tournee ging, veröffentlichte zwar noch ein Live-Doppelalbum, brach jedoch kurze Zeit später auseinander.
Clapton spielte weiterhin bei zahlreichen Studioaufnahmen von Freunden wie John Lennon und Billy Preston und mit Howlin’ Wolf bei dessen London Session. In dieser Zeit wurde er heroinsüchtig. 1971 nahm Clapton an George Harrisons Konzert für Bangladesch teil, bei dem er auf der Bühne zusammenbrach. Er habe in einer „Wolke aus rosa Watte“ gelebt, erzählte er in einem im Frühjahr 1974 geführten Interview des Rolling Stone, sei aber durch eine neuartige Elektro-Akupunktur von der Sucht losgekommen.
1973 trat er bei dem von Pete Townshend organisierten Rainbow Concert auf – seine prominent besetzte Begleitband nannte sich The Palpitations. Townshend verhalf Clapton damit zu einem Comeback nach seiner drogenlastigen Zeit. 1974 nahm Clapton das Album 461 Ocean Boulevard im gleichnamigen Studio auf. Seine Version von Bob Marleys I Shot the Sheriff wurde als Single-Auskopplung ein Hit und machte Marley und Reggae einem breiteren Publikum bekannt.
1976 beschimpfte Clapton bei einem Auftritt in Birmingham schwarze Menschen als „Wogs“ und forderte alle „Foreigners“ auf, nicht nur die Halle, sondern auch das Land zu verlassen. Er rief zur Wahl des britischen Politikers Enoch Powell auf, denn dieser werde verhindern, dass Großbritannien eine „schwarze Kolonie“ werde. Clapton benutzte dabei den Slogan der rechtsextremen National Front „Keep Britain white!“ Der von Clapton so zum Ausdruck gebrachte Rassismus war unter anderem Anlass zur Gründung der Musikerinitiative Rock Against Racism. In einem Interview mit Uncut im Jahr 2004 stellte er seine Aussagen als Kritik an der damaligen Lebenssituation von Einwanderern in England dar, die mit falschen Versprechungen ins Land gelockt würden. Im selben Interview nannte er Powell „outrageously brave“.
Ab 1974 lebte Clapton mit Pattie Boyd zusammen; nach ihrer Scheidung von George Harrison 1977 heirateten sie 1979. In dieser Zeit war er alkoholabhängig. Nach der ersten Entziehungskur erlitt er einen Rückfall; die zweite veranlasste ihn, auf Antigua das Rehabilitationszentrum Crossroads Centre Antigua zu gründen; es öffnete 1998.
Nach der Behandlung seiner Sucht nahm Clapton in den 1980ern wieder Platten auf. Im Oktober 1985 war Clapton neben Musikern wie Rosanne Cash, Ringo Starr und George Harrison zu Gast bei Carl Perkins, der in London das Fernsehkonzert Blue Suede Shoes: A Rockabilly Session aufnahm. Die mit Phil Collins produzierten Alben Behind the Sun (1985) und August (1986) zeigten deutlich den von Collins bevorzugten pop-orientierten Stil mit Synthie-Drums und Bläsern, wurden aber vor allem in Großbritannien beachtliche Verkaufserfolge. Das Album August erreichte Platz drei der britischen Hitparade. Der Eröffnungssong It’s in the Way that You Use It wurde für die Filmmusik des Spielfilms Die Farbe des Geldes mit Tom Cruise und Paul Newman verwendet.