Ephraim Ludwig Gottfried Abt (* 4. Januar 1752 in Berlin; † 3. Mai 1819 in Breslau, Provinz Schlesien) war ein preußischer Bergbaubeamter und schlesischer Regionalhistoriker.
Ephraim Ludwig Gottfried Abt war der Sohn des preußischen Kammergerichts-Calculators Johann Abt in Berlin und dessen Ehefrau Maria Dorothea (geb. Heister).
Er war seit dem 20. April 1784 mit Juliane Henriette (geb. Langner) verheiratet; gemeinsam hatten sie sechs Kinder.
Nach einer Lehre in einem Berliner Handelshaus, das 1772 geschlossen wurde, wandte sich Ephraim Ludwig Gottfried Abt dem Studium des Bergbaus zu. Er bereiste nach 1776 auf eigene Kosten die Bergwerke der Grafschaft Mansfeld und des Harzes und wurde am 14. Dezember 1776 als Bergkadett (Anwärter für den höheren Bergdienst) vereidigt. Der Bergbauminister Friedrich Anton von Heynitz setzte ihn im Bergbau des sächsischen Erzgebirges ein, wo ihm das Hüttenwesen zugeteilt wurde.
Er kam, nach einer Reise durch Ungarn, als Bergmeister, 1780 nach Schlesien und wurde 1781 Assessor beim Oberbergamt in Breslau; dort veranlasste er die Gründung einer Oberbergamts-Bibliothek und später einer Sammlung von Hütten-Zeichnungen. Nach einer Zusammenarbeit mit Friedrich Wilhelm von Reden vertrat er diesen häufig in Fragen des Hüttenwesens in Oberschlesien. Am 18. April 1787 nahm er zusammen mit Friedrich Wilhelm von Reden an einer Sitzung in Tarnowitz teil, deren Ziel es war, dort das Königlich-Preußische Hüttenamt einzurichten. Von 1788 bis 1791 erstellte er eine Studie über den Bergbau in Tarnowitz mit dem Titel Geschichte des Bley- u. Silberbergbaus um Tarnowitz und Beuthen in Oberschlesien von 1528 an bis zum Verfall und bis zur Wiederaufnahme im Jahre 1784. Der Bericht wurde zur Grundlage für die Rekonstruktion des Silber- und Blei-Bergbaus in der Umgebung von Tarnowitz.
Am 24. Februar 1791 erfolgte seine Ernennung zum Hüttenrat und 1804 zum Oberhüttenrat; ihm unterstanden die königlichen Hüttenwerke.
Seine besondere Aufgabe sah er in den Versuchen, Eisenerz mittels Steinkohlenkoks zu verhütten; 1789 wurden dann unter seiner Leitung die ersten erfolgreichen Versuche mit Koks zur Eisenverhüttung durchgeführt. Nachdem in Sulzbach ähnliche Versuche mit zweifelhaftem Erfolg eingestellt worden waren, veröffentlichte er 1789 den Aufsatz Kurze Nachricht von den Versuchen, Steinkohlen bey den Oberschlesischen Eisenwerken anzuwenden in den Schlesischen Provinzialblättern. Im darauffolgenden Jahr erschien zum gleichen Thema der Beitrag Vom Schmelzen der Eisenerze im Hohenofen bey abgeschwefelten Steinkohlen. Zur selben Zeit unternahm er Schmelzversuche im Hüttenwerk Malapane und verwendete dabei niederschlesisches und Hindenburger Koks. Nach seinen Plänen baute dann Johann Friedrich Wedding auf der Gleiwitzer Hütte einen Hochofen, in dem es am 10. November 1796 erstmals gelang, Eisenerz mit Steinkohlenkoks zu verhütten und brauchbare Ergebnisse zu erreichen.
Ab 1810 war er Mitglied des schlesischen Wirtschaftsverbandes und er beriet auch die Henckel von Donnersmarck beim Aufbau ihrer privaten Industriemacht in Oberschlesien.
Ephraim Ludwig Gottfried Abt beschäftigte sich unter anderem auch mit historischen Fragen und verfasste eine große Anzahl von Aufsätzen über die Geschichte Schlesiens, den Bergbau, das Hüttenwesen, die Industrie und das Militär, aber auch über das Brauwesen. Für die periodischen Schriften des Naturforschers Friedrich Martini in Berlin übersetzte er verschiedenes aus dem Französischen und Englischen und lieferte auch einige eigene Abhandlungen.
Ephraim Ludwig Gottfried Abt war seit dem 28. November 1810 Ehrenmitglied der Schlesischen Gesellschaft für vaterländische Kultur.
Versuch eines systematischen Verzeichnisses der Schriften und Abhandlungen vom Eisen, als Gegenstand des Naturforschers, Berg- und Hüttenmanns, Künstlers und Handwerkers, Kaufmanns, Staatshaushälters und Gesetzgebers. Berlin, 1782 (Digitalisat).
Kurze Bemerkungen über die pohlnischen und schlesischen Eisenhütten-Werke. In: Schlesische Provinzialblätter, 3. Stück. 1786. S. 203–211 (Digitalisat).
Kurze Nachricht von den Königl. Oberschlesischen Eisenhütten-Werken im Amte Oppeln. In: Schlesische Provinzialblätter, 5. Stück. 1788. S. 427–434 (Digitalisat).
Kurze Nachricht von den Versuchen, Steinkohlen bey den Oberschlesischen Eisenwerken anzuwenden. In: Schlesische Provinzialblätter, 6. Stück. 1789. S. 533–537 (Digitalisat).
Emolumenta und Gehälter der ehemaligen Landes- und Berghauptleute in der Herrschaft Beuthen, als selbige noch dem Marggrafen zu Brandenburg gehörte. In: Schlesische Provinzialblätter, 11. Stück. 1789. S. 426–428 (Digitalisat).
Vom Schmelzen der Eisenerze im Hohenofen bey abgeschwefelten Steinkohlen. In: Schlesische Provinzialblätter, 2. Stück. 1790. S. 141–145 (Digitalisat).
Von der älteren Geschichte der Galmeygräberey in Oberschlesien. In: Schlesische Provinzialblätter, 8. Stück. 1790. S. 139–148 (Digitalisat).
Geschichte des Bley- und Silberbergbaus um Tarnowitz und Beuthen in Oberschlesien von 1528 an bis zum Verfall und bis zur Wiederaufnahme im Jahre 1784. Breslau, 1791.