Emilie Turecek, auch Emilie Turaczek, ab 1867 Emilie Wagner, ab 1869 Emilie Pemer oder Emilie Pemmer, verheiratete Emilie Demel (* 30. Juni 1846 in Wien; † 13. Mai 1889 in Wien), genannt Fiaker-Milli, war eine österreichische Volkssängerin des Wienerlieds.
Emilie Turecek wurde in der Vorstadt Thurygrund (1850 nach Wien eingemeindet, heute Teil des 9. Gemeindebezirks Alsergrund) als uneheliches Kind der am 20. Jänner 1805 in Chotěboř geborenen Anna Turecek geboren. Ihr Vater, der am 28. Juli 1798 in Kochholz in Niederösterreich geborene Michael Pemmer, ehelichte Anna Turecek erst am 12. September 1869 in der Lichtentaler Pfarrkirche in Wien.
Sie trat in Vergnügungslokalen sowie auf Wäschermädel- und Fiakerbällen auf. Ihre Auftritte im Jockeykostüm mit eng anliegenden Hosen und Reitgerte sorgten für großes Aufsehen. Für das Tragen von Männerkleidung brauchte sie eine polizeiliche Genehmigung.
Am 21. Oktober 1874 heiratete Emilie Turecek den 1851 in Wien geborenen Fiaker Ludwig Demel in der Johann-Nepomuk-Kirche in Wien-Leopoldstadt. Die aufsehenerregende Zeremonie zog eine große Anzahl von Gästen und Schaulustigen an und brachte den Tramway-Verkehr auf der Praterstraße zeitweise zum Erliegen. Aufgrund der Menschenansammlung musste sogar die Polizei einschreiten.
Emilie Demel, wie sie jetzt hieß, widmete sich danach dem Fuhrwerksunternehmen ihres Mannes und erwog sogar, selbst Kutscherin zu werden. Sie musste aber bereits nach einem halben Jahr Konkurs anmelden.
Völlig verarmt starb sie im Mai 1889 erst 42-jährig in ihrer Wohnung in Dornbach (1892 nach Wien eingemeindet) an Leberzirrhose.
Josef Koller schrieb 1931 in seinem Buch Das Wiener Volkssängertum in alter und neuer Zeit:
Bezüglich ihres Ablebens schreibt Koller:
Hugo von Hofmannsthal setzte der Volkssängerin in seinem Libretto zu der Richard-Strauss-Oper Arabella mit der Figur der Fiakermilli ein Denkmal.
Die Fiaker-Milli als Figur kommt in mehreren Filmen vor:
1953: Fiakermilli – Liebling von Wien (Die Fiakermilli)
2022 wurde der Gehweg entlang des Donaukanals zwischen Franzensbrücke und Rotundenbrücke Emilie-Turecek-Promenade benannt.
Erich Hermann Müller von Asow: „Die Fiaker-Milli. Eine historische Figur aus Richard Strauss’ Arabella“. Österreichische Musikzeitschrift, 15. Jg., April 1960, Heft 4, S. 195f.
E. Weber: Turecek, Emilie. In: Österreichisches Biographisches Lexikon 1815–1950 (ÖBL). Band 15, Verlag der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, Wien 2018, ISBN 978-3-7001-8383-9, S. 9 f. (Direktlinks auf S. 9, S. 10).
Biographie im Austria-Forum (mit falschem Geburtsort und -datum)
Emilie Turecek im Bildarchiv der Österreichischen Nationalbibliothek.