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Emil Preetorius (Grafiker)

Bühnenbildner

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Emil Preetorius (* 21. Juni 1883 in Mainz; † 27. Januar 1973 in München) war ein deutscher Illustrator, Grafiker, Buchgestalter und Kunstsammler. Er gilt auch als einer der bedeutendsten Bühnenbildner der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts.

Seine Eltern waren der Generalstaatsanwalt Karl Jakob Preetorius (* 12. Januar 1854; † 1947) und dessen Ehefrau Maria Reuleaux (* 30. November 1859; † 21. Oktober 1942). Sein Bruder Willy Preetorius (1882–1964) war Maler und Zeichner.

Preetorius besuchte das Alte Gymnasium in Mainz und ab 1893 das Ludwig-Georgs-Gymnasium in Darmstadt, an dem er 1901 sein Abitur ablegte. Nach dem Militärdienst studierte er ab 1902 Rechtswissenschaften, Kunstgeschichte und Naturwissenschaften in München, Berlin und Gießen, wo er mit einer Arbeit zur ehelichen Vormundschaft und dem Bürgerlichen Gesetzbuch 1906 zum Dr. jur. promoviert wurde. Betreuer war Arthur Benno Schmidt. Anschließend besuchte er kurze Zeit die Münchner Kunstgewerbeschule, bildete sich aber vorwiegend autodidaktisch als Maler und Zeichner aus.

1909 gründete er gemeinsam mit Paul Renner die Schule für Illustration und Buchgewerbe in München, leitete seit 1910 die Münchner Lehrwerkstätten, übernahm 1914 zusammen mit Paul Renner und Gustav Britsch die Leitung der Debschitzschule und wurde nach vereinzelten Lehraufträgen in den 1920er Jahren im Jahr 1926 Leiter einer Klasse für Illustration sowie einer Klasse für Bühnenbildkunst an der Hochschule für Bildende Künste in München, an der er ab 1928 als Professor wirkte. 1914 gründete er zusammen mit Franz Paul Glaß, Friedrich Heubner, Carl Moos, Max Schwarzer, Valentin Zietara die Künstlervereinigung „Die Sechs“, eine der ersten Künstlergruppen für die Vermarktung von Werbeaufträgen, speziell Plakaten. Er war zudem Mitglied in weiteren Künstlerverbünden, wie dem Deutschen Werkbund oder Deutschen Künstlerbund.

Preetorius schuf Illustrationen zu zahlreichen belletristischen Werken ab 1908. Er gehörte zum Freundeskreis von Thomas Mann, für dessen Werke Herr und Hund und Bekenntnisse des Hochstaplers Felix Krull er die Bucheinbände entwarf. Preetorius gestaltete auch den Einband zur ersten öffentlichen Ausgabe von Heinrich Manns Roman Der Untertan (1918). 1921 schuf er sein erstes Bühnenbild für Iphigenie in Aulis für das Münchener Nationaltheater. Seit 1923 war Preetorius für die Münchner Kammerspiele tätig. 1931 wurde er szenischer Leiter der Bayreuther Festspiele.

1942 geriet Preetorius nach einer Denunziation als „Judenfreund“ kurzfristig in Gestapo-Haft, wurde aber auf Betreiben Adolf Hitlers, der ihn zu den drei wichtigsten Bühnenbildnern zählte, wieder freigelassen. Er versuchte, sich in der NS-Zeit mit dem System zu arrangieren, für ihn stand jedoch stets die Kunst im Vordergrund und an erster Stelle. 1944 debütierte er als Bühnenbildner der Richard-Strauss-Uraufführung Die Liebe der Danae bei den Salzburger Festspielen, allerdings gelangte die Produktion aufgrund der kriegsbedingten Theatersperre nur zu einer öffentlichen Generalprobe. Die tatsächliche Uraufführung dieser Produktion fand dann im Sommer 1952 in Salzburg statt. 1948 gestaltete Preetorius die Bühnenbilder für Günther Rennerts Salzburger Inszenierung von Beethovens Fidelio mit Wilhelm Furtwängler am Pult.

1951 trat Preetorius in den Ruhestand. Von 1947 bis 1961 war er Mitglied des Bayerischen Senats. Von 1953 bis 1968 amtierte er als Präsident der Bayerischen Akademie der Schönen Künste in München, deren Mitglied er seit 1948 war. Seit 1952 war er Mitglied der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung in Darmstadt. Seit 1955 gehörte er dem Wissenschaftlichen Beirat der Sachbuchreihe Rowohlts deutsche Enzyklopädie an. Zudem setzte er sich als Kultursenator in München für die Kunst- und Kulturpolitik der Stadt ein.

In seinen Bucheinband-Gestaltungen, Literaturillustrationen, Werbeanzeigen und Plakaten war Preetorius vom japanischen Holzschnitt beeinflusst, als Bühnenbildner knüpfte er an den romantischen Klassizismus an. Er veröffentlichte unter anderem Vom Bühnenbild bei Richard Wagner (1938), Weltbild und Weltgestalt (1947) und Geheimnis des Sichtbaren (1963).

Seine Sammlung, die neben asiatischer Kunst auch persische, türkische und indische Buchmalereien beinhaltet, wurde 1960 an den Freistaat Bayern verkauft und befindet sich heute im Museum Fünf Kontinente in München.

Preetorius wurde in München auf dem Bogenhausener Friedhof bestattet.

Er war seit 1945 mit der Grafikerin und Kostümbildnerin Lilly Krönlein (1900–1997) verheiratet.

1912: Silberne Verdienstmedaille für Kunst und Wissenschaft (Großherzogtum Hessen)

1953: Großes Verdienstkreuz der Bundesrepublik Deutschland

1953: Ehrendoktor der Ludwig-Maximilians-Universität München

1955: Johann-Heinrich-Merck-Ehrung der Stadt Darmstadt

1956: Ehrenbürger und Ehrendoktor der Universität Mainz

1958: Ehrendoktor der Naturwissenschaftlich-Philosophischen Fakultät der Universität Gießen

1965: Auszeichnung mit dem Bayerischen Verdienstorden

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