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Emanuel Alexander Fischer

Berner Verwaltungsbeamter, Richter, Offizier und Politiker

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Emanuel Alexander Fischer (* 17. August 1768 in Bern; † 19. Mai 1810 ebenda) war ein Berner Verwaltungsbeamter, Richter, Offizier und Politiker.

Emanuel Alexander Fischer kam als vierter Sohn des bernischen Magistraten Emanuel Friedrich Fischer und von dessen Ehefrau Johanna Katharina (* 28. Mai 1742 in Bern; † 1. März 1808 ebenda) zur Welt; sie war die Tochter von Alexander von Wattenwyl (1709–1748), Schultheiss des Äusseren Standes. Zu seinen Geschwistern gehörte unter anderem Carl Viktor von Fischer, Offizier in holländischen Diensten.

Seine Familie, das Berner Patriziergeschlecht der Fischer, prägte über Generationen hinweg die Geschicke der Region entscheidend mit. Einen bedeutenden gesellschaftlichen Aufstieg verzeichnete das Haus im Jahr 1680, als Kaiser Leopold I. der Familie den Reichsritterstand verlieh.

Fischer blieb unvermählt und hinterliess keine direkten Nachkommen.

Sein Nachruf wurde von Karl Ludwig Friedrich von Fischer verfasst.

Gemeinsam mit zwei seiner älteren Brüder absolvierte Fischer seine Ausbildung in einem akademischen Erziehungshaus in Colmar. Diese École militaire wurde im Jahr 1773 von dem elsässischen Dichter und Pädagogen Gottlieb Konrad Pfeffel gegründet und gemeinsam mit Franz Christian Lerse geleitet. Im ausgehenden 18. Jahrhundert zog sie zahlreiche junge Männer aus dem europäischen Adel an.

Das Elsass bot zu dieser Zeit einen fruchtbaren Boden für reformpädagogische Ansätze. Pfeffels Institut zeichnete sich durch eine vom Geist der Aufklärung geprägte Erziehung aus, die im Kontrast zu den oft starren, rein theologisch oder linguistisch ausgerichteten Lehrplänen traditioneller Schulen stand. Neben modernen Sprachen, Geschichte und Mathematik spielten auch Kriegswissenschaften, Musik sowie die klassischen adligen Disziplinen Fechten und Reiten eine zentrale Rolle. Das Institut zog Schüler aus dem gesamten deutsch- und französischsprachigen Raum sowie aus protestantischen Patrizierhäusern an.

Frühe Karriere und militärisches Wirken

Nach Abschluss seiner Ausbildung trat Fischer in das Lehenskommissariat, das «Grundbuch- und Lehnsamt» für das französischsprachige Herrschaftsgebiet Berns (siehe Mannlehen#Bern), ein. Dieses Verwaltungsorgan war für die französischsprachigen Gebiete unter Berner Herrschaft zuständig, insbesondere für die Waadt. Unter der Leitung des dortigen Kommissars erwarb Fischer durch die Bearbeitung komplexer Verwaltungs- und Rechtsgeschäfte umfassende Fachkenntnisse. Noch vor dem Ausbruch der Französischen Revolution stieg er zum Welsch-Unter-Kommissar auf.

Parallel zu seiner Verwaltungstätigkeit absolvierte Fischer eine militärische Laufbahn. Im Jahr 1792 nahm er als Grenadier-Hauptmann am Truppenaufzug an die Grenze der Landschaft Gex teil. Dieser Einsatz diente im Kontext der Französischen Revolution der Grenzsicherung der Eidgenossenschaft gegen potenzielle militärische Übergriffe (siehe Erster Koalitionskrieg#Feldzug von 1792).

Im März 1798 nahm Fischer an der Schlacht bei Neuenegg teil, die im Zuge des französischen Einfalls in die Schweiz stattfand. Trotz dem taktischen Erfolg der Berner Truppen in diesem Gefecht kapitulierte die Republik Bern am selben Tag nach der Niederlage bei Grauholz, was den Zusammenbruch der Alten Eidgenossenschaft zur Folge hatte. Fischer wurde in zeitgenössischen Berichten hervorgehoben.

Politische Tätigkeit während der Helvetik

Nach der Errichtung der Helvetischen Republik (1798–1803) wurde Fischer Mitglied der Munizipalität sowie der Gemeindekammer von Bern. Diese neu geschaffenen Verwaltungsbehörden waren mit der Reorganisation der städtischen Verwaltung unter französischer Besatzung sowie mit der Durchsetzung der zentralistischen Verfassung befasst, die auf politischen Widerstand stiess.

In diesen Funktionen befasste sich Fischer mit der Bewältigung administrativer Aufgaben während der politisch instabilen Übergangsphase. Seine Tätigkeit trug zur Konsolidierung der städtischen Verwaltung bei.

Rolle beim Sturz der Helvetischen Republik (1802)

Fischer schloss sich Kreisen an, welche die Restitution des föderalistischen Systems und das Ende der Helvetischen Republik anstrebten. Die helvetische Einheitsverfassung stützte sich auf das französische Modell, schaffte die kantonale Autonomie ab und stiess daher in Teilen der Bevölkerung auf Ablehnung.

Im Jahr 1802 diente Fischers Wohnung als Treffpunkt oppositioneller Berner Patrioten, die dort den bewaffneten Aufstand gegen die helvetische Regierung beschlossen. Fischer beteiligte sich in der Folge aktiv an der Organisation dieser Erhebung.

Nach dem Sturz der helvetischen Regierung im Herbst 1802 fungierte Fischer als Sekretär der provisorischen Zehner-Standeskommission. Dieses Gremium übernahm übergangsweise die Regierungsgewalt im Kanton Bern, bis im Rahmen der Mediationsakte von 1803 eine neue Verfassungsordnung etabliert wurde.

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