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Else Otten

Niederländische literarische Übersetzerin

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Else Otten (* 27. Oktober 1873 in Amsterdam; † 22. Januar 1931 in Düsseldorf) war eine niederländische literarische Übersetzerin.

Else Otten war die Tochter eines Arztes. Während Else Ottens Kindheit wechselte die neunköpfige Familie mehrfach den Wohnsitz; nach Aufenthalten in Zürich, Karlsruhe und Frankfurt am Main lebten die Ottens ab 1890 in Berlin. Dort besuchte Else Otten das Gymnasium bis zur Unterprima. Ihr Wunsch, an einer Universität Literaturwissenschaft zu studieren, ließ sich nicht erfüllen; sie ging stattdessen nach Frankreich, wo sie ihre Französischkenntnisse perfektionierte. Nach ihrer Rückkehr nach Berlin gab sie dort privaten Französischunterricht und lernte daneben Englisch und Spanisch. Ab 1895 veröffentlichte sie Übersetzungen.

Else Otten pflegte Kontakte zu zahlreichen niederländischen Autoren ihrer Zeit, insbesondere zur Schriftstellerin Augusta de Wit und zum Sozialreformer Frederik van Eeden. Ab 1911 lebte Else Otten in Berlin mit der Sängerin Helene Siegfried zusammen; zeitweise hielten sich beide auch in Siegfrieds Anwesen, dem Hüsli, im Schwarzwaldort Rothaus auf.

Else Otten übersetzte zahlreiche erzählende Werke, Theaterstücke und Gedichte aus dem Niederländischen ins Deutsche und leistete damit einen bedeutenden Beitrag zu den niederländisch-deutschen Literaturbeziehungen. Sie übersetzte daneben auch aus dem Englischen, Französischen und Spanischen. Besonders erfolgreich waren Ottens Übertragung des feministischen Romans Frauen, die den Ruf vernommen von Cécile de Jong van Beek en Donk sowie in den Zwanzigerjahren ihre Übersetzungen der Werke des Romanciers Louis Couperus.

Der seit 2000 alle zwei Jahre vom Flämischen Literaturfonds und der Niederländischen Stiftung für Literatur vergebene Preis für Übersetzungen aus dem Niederländischen ins Deutsche trägt zu ihrem Andenken den Namen Else-Otten-Übersetzerpreis.

Jo van Ammers-Küller: Maskerade, Leipzig 1929

Jo van Ammers-Küller: Der stille Kampf, Leipzig 1928

Leo Balet: Im Banne der Berufung, Kempten 1920

Thorkil Barfod: Der blaue Schmetterling, Berlin 1927, übersetzt zusammen mit Ida Jacob-Anders

Hendrik Beeke: Der Durst nach Schönheit, Leipzig 1908

Henri Borel: Liliane, München 1903

Henri Borel: Ein Traum, Berlin 1905

Edward Bulwer Lytton: Die letzten Tage vom Pompeji. Leipzig 1912

Barend Canter: Fahrendes Volk. Berlin 1908

Luis Coloma: Die gekrönte Märtyrerin. 2 Bde. Berlin 1902

Luis Coloma: Gottes Hand, Berlin 1903

Louis Couperus: Am Wege der Freude, Berlin 1920

Louis Couperus: Aphrodite in Ägypten, Berlin 1920

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