Elizabeth Shaw (* 4. Mai 1920 in Belfast; † 27. Juni 1992 in Berlin) war eine irische Grafikerin und Kinderbuchautorin.
1933 zog die Familie aus Irland nach England. Elizabeth Shaw studierte von 1938 bis 1940 in London bei Graham Sutherland und Brian Robb (1913–1979) an der Chelsea School of Art. 1940 leistete sie Kriegsdienst und arbeitete bis 1944 als Mechanikerin.
1944 heiratete sie den in London lebenden Bildhauer und Maler René Graetz (1908–1974). Mit ihm zog sie 1946 nach Berlin-Zehlendorf. Das Ehepaar hatte zwei Kinder, die Tochter Anne Schneider (* 1948) und den Sohn Patrick Graetz (1950–2006).
In Berlin arbeitete sie zunächst für den Ulenspiegel, dann vor allem für den Eulenspiegel und ab 1950 auch als Karikaturistin für das Neue Deutschland. 1959 porträtierte sie 43 Mitglieder der Akademie der Künste (Steinlithographien). Sie illustrierte Gedichte von Bertolt Brecht, schrieb eigene Kinderbücher und illustrierte diese. Unter den von ihr selbst verfassten Werken waren auch Adaptionen traditioneller englischer Stoffe, z. B. „Goldilocks“ oder „Die drei kleinen Schweinchen“. Weitere Illustrationen entstanden zu Büchern von James Krüss, Gerhard Holtz-Baumert, Heinz Kahlau und Rainer Kirsch.
Für ihre Arbeit erhielt Elizabeth Shaw unter anderen den Kunstpreis der DDR, den Hans-Baltzer-Preis, den Gutenberg-Preis der Stadt Leipzig und den Käthe-Kollwitz-Preis der Akademie der Künste Berlin. Dennoch blieb ihr Verhältnis zur DDR nicht spannungsfrei. Sie pendelte in der Zeit der deutsch-deutschen Teilung zwischen den politischen Systemen und kündigte 1968, um einfacher reisen zu können, sogar ihre DDR-Staatsbürgerschaft auf, behielt aber bis zu ihrem Tod 1992 ihren Wohnsitz in Pankow in Ost-Berlin.
Ihre Asche wurde in die Irische See gestreut. An die Künstlerin erinnert ein Kenotaph (CU-AK) auf dem Dorotheenstädtischen Friedhof in Berlin. 1998 wurde eine Grundschule in der Grunowstraße in Berlin-Pankow nach ihr benannt.
In der Kinder- und Jugendbuchabteilung der Staatsbibliothek zu Berlin befinden sich über 1000 Originalillustrationen, über 150 Entwürfe, mehrere Skizzenbücher und unzählige Skizzen aus dem künstlerischen Nachlass Elizabeth Shaws.
Der kleine Angsthase, Kinderbuchverlag, Berlin 1963.
The Timid Rabbit, O’Brien Press, Dublin
Gittis Tomatenpflanze, Kinderbuchverlag, Berlin 1964.
Die Schildkröte hat Geburtstag, Kinderbuchverlag, Berlin 1965.
Wie Putzi einen Pokal gewann, Kinderbuchverlag, Berlin 1967.
Bella Belchaud und ihre Papageien, Kinderbuchverlag, Berlin 1970.
Bettina bummelt, Kinderbuchverlag, Berlin 1971.
Zilli, Billi und Willi, Kinderbuchverlag, Berlin 1972.
Das Bärenhaus, Kinderbuchverlag, Berlin 1973.
Als Robert verschwand, übersetzt von Erika Schröder, Kinderbuchverlag, Berlin 1975.
Guten Appetit!, Kinderbuchverlag, Berlin 1976.