An diesem Tag

Elisabeth Seitz

Deutsche Kunstturnerin

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Elisabeth Seitz (* 4. November 1993 in Heidelberg) ist eine ehemalige deutsche Kunstturnerin und dreifache Olympiateilnehmerin (2012, 2016, 2020). Mit 26 gewonnenen deutschen Meisterschaftstiteln an verschiedenen Geräten und im Mehrkampf ist sie Rekordmeisterin im deutschen Kunstturnen. Zu ihren größten internationalen Erfolgen zählen der Europameistertitel 2022 am Stufenbarren und eine Bronzemedaille bei den Weltmeisterschaften 2018 an diesem Gerät.

Elisabeth Seitz wohnte in Altlußheim und besuchte das Ludwig-Frank-Gymnasium in Mannheim, das sie 2013 mit dem Abitur abschloss. Seitdem gehörte sie der Sportfördergruppe der Bundeswehr an; sie trägt den Dienstgrad eines Stabsunteroffiziers. Zudem studierte sie seit 2018 Sport und Englisch auf Lehramt an der PH Ludwigsburg. Sie ist das mittlere von drei Kindern, ihr älterer Bruder Johannes ist promovierter Pharmazeut, ihr jüngerer Bruder ist Gabriel Eichhorn, der ebenfalls im Turnsport erfolgreich ist.

Im Mai 2025 verkündete sie im Rahmen der Europameisterschaft in Leipzig ihren Rücktritt vom Leistungssport. Im Oktober 2025 gab sie die Geburt ihres ersten Kindes, eines Sohnes, bekannt.

Seitz turnte bei der TG Mannheim in der Deutschen Turnliga, bevor sie 2015 zum MTV Stuttgart wechselte, mit dem sie seither jedes Jahr Deutscher Mannschaftsmeister wurde. Die meisten Erfolge erzielte sie am Stufenbarren, beim Bodenturnen und im Mehrkampf, dem 1996 eingeführten Vierkampf. Sie war ab 2004 Mitglied des Bundeskaders des Deutschen Turner-Bundes und der Nationalmannschaft.

Erste Erfolge im Seniorenbereich feierte Seitz im Jahr 2009 bei den Deutschen Meisterschaften in Frankfurt am Main, wo sie gleich dreifache Vizemeisterin (Mehrkampf, Schwebebalken und Boden) wurde.

Die internationale Bühne betrat Seitz 2010 bei ihren ersten Europameisterschaften in Birmingham, wo sie am Stufenbarren den achten Platz errang, ebenso wie bei den Weltmeisterschaften in Rotterdam. In Berlin konnte Seitz ihre Leistungen von den letzten Deutschen Meisterschaften in jeder Disziplin steigern und insgesamt vierfache Deutsche Meisterin (Mehrkampf, Schwebebalken, Boden und Stufenbarren) werden.

Ihre erste internationale Medaille errang Seitz 2011, als sie in Berlin Vizeeuropameisterin im Mehrkampf wurde. In diesem Jahr wurde auch ein Turnelement am Stufenbarren nach ihr benannt. Der Seitz wurde zum ersten Mal bei den Weltmeisterschaften in Tokio geturnt und war nach 26 Jahren das erste Element, das nach einer deutschen Turnerin benannt wurde. Weitere Erfolge in diesem Jahr feierte sie bei den Deutschen Meisterschaften in Göppingen, wo sie ihre Meistertitel im Mehrkampf, Boden und Stufenbarren erfolgreich verteidigen konnte.

Das Wettkampfjahr 2012 verlief sehr erfolgreich für Seitz, denn sie konnte nicht nur erneut ihre drei Meistertitel (Mehrkampf, Boden und Stufenbarren) bei den Deutschen Meisterschaften in Düsseldorf verteidigen, sondern startete auch bei ihren ersten Olympischen Spielen in London und erreichte den sechsten Platz am Stufenbarren und den zehnten Platz im Mehrkampf.

2013 gewann sie die Gesamtwertung des Weltcups und konnte bei den Deutschen Meisterschaften in Mannheim zum vierten Mal in Folge im Mehrkampf und Boden auf dem obersten Podest stehen sowie einen weiteren ersten Platz am Schwebebalken und eine Bronzemedaille am Stufenbarren erringen.

Bei den Europaspielen 2015 gewann sie mit der Mannschaft die Silbermedaille. Bei den Weltmeisterschaften 2015 verbuchte Seitz ihre bis dahin beste WM-Platzierung mit dem zehnten Platz im Mehrkampf. Weiterhin erfolgreich blieb Seitz bei den Deutschen Meisterschaften in Gießen. Nachdem sie im letzten Jahr nicht an den Meisterschaften teilgenommen hatte, gewann sie die Meistertitel in den Disziplinen Mehrkampf, Stufenbarren und Schwebebalken.

Mit einem kompletten Medaillensatz, den sie bei den Deutschen Meisterschaften 2016 in Hamburg gewinnen konnte (Gold am Stufenbarren, Silber im Mehrkampf und Bronze am Schwebebalken), fuhr Seitz zu ihren zweiten Olympischen Spielen nach Rio, wo sie den vierten Platz am Stufenbarren und den sechsten Platz im Mannschaftswettbewerb belegte.

Eine Bronzemedaille bei den Europameisterschaften in Cluj bescherte Seitz ihren zweiten Podestplatz bei einer Europameisterschaft. Als dreifache Deutsche Meisterin (Mehrkampf, Stufenbarren und Schwebebalken) verließ Seitz die Deutschen Meisterschaften in Berlin und beendete das Wettkampfjahr mit einem fünften Platz am Stufenbarren und einem neunten Platz im Mehrkampf bei den Weltmeisterschaften in Montreal.

2018 gewann Seitz zum zweiten Mal den Gesamtweltcup im Mehrkampf. Bei den Weltmeisterschaften 2018 in Doha gewann sie mit Bronze am Stufenbarren ihre erste WM-Medaille. Die Deutsche Meisterschaft in Leipzig verlief für Seitz ebenfalls erfolgreich, denn nach einem zweiten Platz beim Bodenturnen konnte sie gleich zwei Meistertitel feiern, einmal im Mehrkampf und einmal am Stufenbarren.

Mit ihrem achten Titel am Stufenbarren bei den Deutschen Turnmeisterschaften, die 2019 in Berlin ausgetragen wurden, errang Seitz ihren insgesamt 22. nationalen Titel und stellte damit den 56 Jahre alten Rekord ein, den die Potsdamerin Ingrid Föst alleine gehalten hatte. Im Mehrkampf-Finale der Weltmeisterschaften 2019 in Stuttgart landete sie mit 55,999 Punkten auf dem sechsten Platz. Für Seitz bedeutet das die beste Platzierung bei Weltmeisterschaften im Mehrkampf.

Bei den Turn-Europameisterschaften 2021 im April erreichte sie den fünften Platz im Mehrkampf. Im Einzelfinale am Stufenbarren erreichte sie nach einem Sturz beim Jägersalto den siebten Platz. Im Juni 2021 erturnte Seitz ihren achten Titel im Mehrkampf, der zugleich ihr 23. deutscher Meisterschaftstitel war. Damit stieg Seitz zur alleinigen Rekordhalterin im deutschen Kunstturnen auf.

Im Mehrkampffinale der Olympischen Sommerspiele 2020 erreichte sie den neunten Platz im Einzelwettkampf und im Teamwettkampf. Im Einzelfinale am Stufenbarren wurde sie Fünfte.

Bei den Deutschen Meisterschaften wurde sie Vizemeisterin am Stufenbarren.

Die European Championships in München im Jahr 2022 wurde zur bisher erfolgreichsten internationalen Meisterschaft in ihrer Karriere. An ihrem Paradegerät, dem Stufenbarren, konnte sie sich mit einem knappen Vorsprung die Goldmedaille sichern, im Mannschaftswettbewerb erreichte sie an der Seite von Kim Bui, Sarah Voss, Emma Malewski und Pauline Schäfer-Betz den dritten Platz. Zwei Monate später erreichte sie bei den Weltmeisterschaften in Liverpool den vierten Platz am Stufenbarren.

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