An diesem Tag

Elisabeth II.

Königin des Vereinigten Königreiches von Großbritannien und Nordirland (1926–2022)

Anúncio

Elisabeth II. (englisch Elizabeth II; * 21. April 1926 als Elizabeth Alexandra Mary in Mayfair, London; † 8. September 2022 auf Balmoral Castle, Aberdeenshire) aus dem Haus Windsor war von 1952 bis zu ihrem Tod im Alter von 96 Jahren Königin des Vereinigten Königreichs Großbritannien und Nordirland sowie von zuletzt 14 weiteren, als Commonwealth Realms bezeichneten souveränen Staaten einschließlich deren Territorien und abhängigen Gebieten. Darüber hinaus war sie das Oberhaupt des 56 Staaten umfassenden Commonwealth of Nations, Lehnsherrin der britischen Kronbesitzungen sowie weltliches Oberhaupt der anglikanischen Church of England.

Elisabeth II. war am Ende ihres Lebens in Personalunion das Staatsoberhaupt des Vereinigten Königreichs sowie folgender Commonwealth Realms: Antigua und Barbuda, Australien, Bahamas, Belize, Grenada, Jamaika, Kanada, Neuseeland, Papua-Neuguinea, St. Kitts und Nevis, St. Lucia, St. Vincent und die Grenadinen, Salomonen und Tuvalu. Während ihrer Herrschaft veränderte sich die Zahl der Commonwealth Realms, da etliche britische Kolonien nach ihrer Unabhängigkeit zunächst Realms waren und sich erst später zu Republiken erklärten. Daher war Elisabeth II. zeitweilig auch Königin von Barbados, Ceylon, Fidschi, Gambia, Ghana, Guyana, Kenia, Malawi, Malta, Mauritius, Nigeria, Pakistan, Sierra Leone, der Südafrikanischen Union, von Tanganjika, Trinidad und Tobago sowie Uganda. Nur im Vereinigten Königreich übte die Königin ihre fast ausschließlich repräsentativen Rechte und Pflichten persönlich aus. In den übrigen Commonwealth Realms wurde sie durch Generalgouverneure vertreten. In allen Staaten, deren Staatsoberhaupt sie war, wirkte sie als konstitutionelle, parlamentarische Monarchin.

Elisabeth II. stand bei ihrer Geburt nach ihrem Onkel David, Prince of Wales, später Edward VIII., und ihrem Vater Albert, Duke of York, später George VI., an dritter Stelle der britischen Thronfolge. Ihr Onkel war zu diesem Zeitpunkt zwar noch unverheiratet und kinderlos, trotzdem war nicht absehbar, dass sie einmal Königin werden würde. Wahrscheinlicher war zu diesem Zeitpunkt, dass sie irgendwann von möglichen Kindern ihres Onkels oder auch einem möglichen Bruder in der Thronfolge verdrängt worden wäre. Erst als ihr Vater 1936 als George VI., nach der Abdankung seines älteren Bruders Edward VIII., den Thron bestieg, übernahm Elisabeth als heiress presumptive (voraussichtliche Thronfolgerin) während des Zweiten Weltkriegs erstmals Aufgaben in der Öffentlichkeit und diente in der Frauenabteilung des britischen Heeres. Am 20. November 1947 heiratete sie ihren Cousin 3. Grades, Prinz Philip von Griechenland. Aus der 73 Jahre andauernden Ehe, die bis zu Philips Tod am 9. April 2021 währte, gingen vier Kinder hervor: Charles (als ältester Sohn inzwischen ihr Nachfolger), Anne, Andrew und Edward.

Nach dem Tod ihres Vaters bestieg Elisabeth II. am 6. Februar 1952 den Thron. Die Krönung fand am 2. Juni 1953 in Westminster Abbey statt und war die erste, die im Fernsehen übertragen wurde. Ihre 70 Jahre und 214 Tage währende Herrschaft war eine der längsten der Geschichte. Sie hatte den Thron länger inne als jeder britische Monarch vor ihr und war zum Zeitpunkt ihres Todes das am längsten amtierende Staatsoberhaupt der Welt. Bedeutende politische Prozesse während ihrer Herrschaft waren die Entkolonialisierung des Britischen Weltreiches, der Kalte Krieg, der Nordirlandkonflikt und sowohl der Beitritt des Vereinigten Königreichs zur Europäischen Union als auch der Brexit. Trotz zunehmender Kritik der Massenmedien an der Königsfamilie und gewachsener Zustimmung zur republikanischen Staatsform – insbesondere in Australien – genoss die Monarchie unter Königin Elisabeth II. weiterhin breite Akzeptanz in der Bevölkerung.

Elisabeth war das ältere von zwei Kindern von Prinz Albert, des seinerzeitigen Duke of York und späteren Königs Georg VI., und dessen Ehefrau Elizabeth, Herzogin von York (Elizabeth Bowes-Lyon, später Königin Elisabeth). Ihr Vater war der zweite Sohn von König Georg V. und Königin Mary. Ihre Mutter war die jüngste Tochter des schottischen Grafen Claude Bowes-Lyon, 14. Earl of Strathmore and Kinghorne. Elisabeth wurde am 21. April 1926 per Kaiserschnitt geboren, der Geburtsort war das Haus ihres Großvaters mütterlicherseits an der 17 Bruton Street im Londoner Stadtteil Mayfair. Cosmo Gordon Lang, der anglikanische Erzbischof von York, taufte sie am 29. Mai in der Privatkapelle des Buckingham Palace. Die Paten waren ihre Eltern, Lord Strathmore, Prinz Arthur (Urgroßonkel väterlicherseits), Prinzessin Mary (Tante väterlicherseits) und Mary Elphinstone (Tante mütterlicherseits). Sie erhielt den Namen Elisabeth Alexandra Mary – nach ihrer Mutter, ihrer im Jahr zuvor verstorbenen Urgroßmutter Alexandra von Dänemark und ihren Tanten. Die engsten Familienangehörigen nannten sie „Lilibet“.

Die einzige Schwester, Prinzessin Margaret, war vier Jahre jünger. Beide Prinzessinnen wurden zuhause unterrichtet, unter der Aufsicht der Mutter und der schottischen Gouvernante Marion Crawford. Der Unterricht konzentrierte sich auf Geschichte, Sprachen, Literatur und Musik. 1950 veröffentlichte Crawford ohne Zustimmung des Königshauses eine Biografie der Kindheitsjahre Elisabeths und Margarets mit dem Titel The Little Princesses. Das Buch beschreibt Elisabeths Liebe zu Pferden und Hunden, ihre Ordentlichkeit und ihr Verantwortungsbewusstsein. Andere bestätigten diese Beobachtungen: Winston Churchill sagte über die damals zweijährige Elisabeth, sie sei eine Persönlichkeit und strahle Autorität und Nachdenklichkeit aus, was für ein Kind erstaunlich sei. Ihre Cousine Margaret Rhodes beschrieb sie als „munteres kleines Mädchen, aber grundsätzlich vernünftig und artig“.

Während der Herrschaft ihres Großvaters stand Elisabeth an dritter Stelle der britischen Thronfolge, hinter ihrem Onkel Eduard, Prince of Wales und ihrem Vater. Ihre Geburt war auf öffentliches Interesse gestoßen, und das amerikanische Magazin Time führte sie im April 1929 auf der Titelseite. Dennoch ging man nicht davon aus, dass sie Königin werden würde, da der Prince of Wales noch jung war, wahrscheinlich heiraten und eigene Kinder haben würde. Als ihr Großvater Georg V. am 20. Januar 1936 starb, folgte ihr Onkel als König Eduard VIII. auf den Thron, und sie rückte an die zweite Stelle der Thronfolge vor. Am 11. Dezember 1936 dankte ihr Onkel ab, nachdem seine Absicht, die zweifach geschiedene Amerikanerin Wallis Simpson zu heiraten, eine Verfassungskrise ausgelöst hatte. An seiner Stelle wurde ihr Vater als Georg VI. neuer König. Hätten die Eltern später noch einen Sohn bekommen, wäre Elisabeth aufgrund der damals geltenden Bevorzugung männlichen Nachwuchses in der Thronfolge hinter diesen zurückgefallen.

Bei Henry Marten, dem stellvertretenden Schulleiter des Eton College, erhielt Elisabeth Unterricht in Verfassungsgeschichte. Mithilfe verschiedener französischer und belgischer Gouvernanten lernte sie fließend Französisch zu sprechen, für den Religionsunterricht war der Erzbischof von Canterbury zuständig. Eigens für sie wurde 1937 eine Pfadfinderinnengruppe gebildet, damit sie mit Gleichaltrigen in Kontakt kam; der 1st Buckingham Palace Company gehörten Töchter von Angehörigen des Hofstaates und von Palastangestellten an. In späteren Jahren war sie Mitglied der Sea Rangers.

Im Mai und Juni 1939 begaben sich Elisabeths Eltern zu einem ausgedehnten Staatsbesuch nach Kanada und in die Vereinigten Staaten. Wie schon 1927, als ihre Eltern Australien und Neuseeland besucht hatten, blieb sie zuhause. Ihr Vater war der Meinung, seine Tochter sei zu klein für öffentliche Auftritte. Sie korrespondierten regelmäßig und tätigten am 18. Mai den ersten königlichen transatlantischen Telefonanruf.

Im September 1939 trat das Vereinigte Königreich in den Zweiten Weltkrieg ein. Während des Krieges war London regelmäßig Luftangriffen ausgesetzt, und viele Londoner Kinder wurden vorübergehend evakuiert. Der frühere Lordkanzler Lord Hailsham schlug vor, die Prinzessinnen nach Kanada in Sicherheit zu bringen. Elisabeths Mutter lehnte dies kategorisch ab und ließ verlauten: „Die Kinder werden nicht ohne mich gehen. Ich werde nicht ohne den König gehen. Und der König wird niemals gehen.“ Bis Weihnachten 1939 blieben die Kinder im Balmoral Castle in Schottland, anschließend lebten sie im Sandringham House in Norfolk und in der Royal Lodge in Windsor, ab Mai 1940 bis Kriegsende im Windsor Castle. In Windsor führten die Prinzessinnen an Weihnachten komödiantische Theaterstücke auf, um Geld für den Queen’s Wool Fund (Wollefonds der Königin) zu sammeln; die Erlöse waren für den Kauf von Garn bestimmt, das zum Nähen militärischer Kleidungsstücke verwendet wurde. Am 13. Oktober 1940 hielt Elisabeth in der Sendung Children’s Hour („Kinderstunde“) der BBC ihre erste Rundfunkansprache. Darin wandte sie sich an die Kinder, die aus den Städten evakuiert worden waren.

Anúncio

Bald in der World in Stories App

Audio, Offline-Download, keine Werbung und mehr.

Premium entdecken
Elisabeth II. | World in Stories