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Elisabeth Edl

Österreichische Literaturwissenschaftlerin und Übersetzerin

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Elisabeth Edl (* 16. Oktober 1956 in Wagna) ist eine österreichische Literaturwissenschaftlerin und Übersetzerin.

Elisabeth Edls Familie stammt aus Prigrevica Sveti Ivan in der Vojvodina. Als Donauschwaben wurden ihre Eltern 1944 zur Zwangsarbeit in die Sowjetunion deportiert. Nach ihrer Freilassung 1948 kamen sie in ein Aufnahmelager in der Steiermark, nahe der Grenze zu Slowenien. Dadurch war Edl seit ihrer Kindheit in verschiedenen Sprachmelodien zuhause. 1955 erhielt die Familie die österreichische Staatsbürgerschaft.

Edl studierte in Graz Germanistik und Romanistik, war von 1983 bis 1995 an der Universität Poitiers Lektorin für deutsche Sprache und Literatur und Lehrbeauftragte an der École Supérieure de Commerce. Parallel dazu begann sie, französische Werke des 20. Jahrhunderts ins Deutsche zu übersetzen: von Simone Weil, Julien Gracq und von dem von ihr sehr geschätzten Julien Green. Übersetzungen von Autoren des 19. Jahrhunderts folgten. Heute lebt Edl als Romanistin und freie Übersetzerin in München.

Sie ist mit dem ehemaligen Hanser-Lektor Wolfgang Matz verheiratet, mit dem sie seit Jahrzehnten auch gemeinsam unter anderem Lyrik von Philippe Jaccottet und Yves Bonnefoy, Simenon und Gracq übersetzt. Beide haben sich an der Universität von Poitiers beim Übersetzen von Simone Weils Cahiers kennen gelernt.

Für ihre Übersetzungen und kommentierten Ausgaben französischer Autoren des 19. und 20. Jahrhunderts, darunter Stendhal, Gustave Flaubert, Julien Green, Patrick Modiano und Philippe Jaccottet, erhielt Elisabeth Edl zahlreiche Auszeichnungen.

1992: Paul-Celan-Preis, mit Wolfgang Matz

1994: Petrarca-Übersetzerpreis, mit Wolfgang Matz, für die gemeinsame Übertragung der Cahiers von Simone Weil und Julien Gracqs Der große Weg. Tagebuch eines Wanderers.

2004: Hieronymusring durch den Verband deutschsprachiger Übersetzer literarischer und wissenschaftlicher Werke, VdÜ; sie gab den Wanderpreis weiter an Susanne Lange

2005: Johann-Heinrich-Voß-Preis für Übersetzung

2006: Österreichischer Staatspreis für literarische Übersetzung

2009: Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung, ordentliches Mitglied.

2009: Chevalier de l‘Ordre des Arts et des Lettres.

2009: Zuger Anerkennungspreis zum Zuger Übersetzer-Stipendium.

Wintersemester 2013/2014: August-Wilhelm-von-Schlegel-Gastprofessur am Peter-Szondi-Institut für Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft der FU Berlin

2014: Romain-Rolland-Preis der Robert Bosch Stiftung für deutsch-französische Literaturübersetzungen (gleichzeitig mit Bernard Kreiss), der nur einmal, in diesem Jahr, vergeben wurde, für ihr übersetzerisches Gesamtwerk.

2018: Prix lémanique de la traduction (zugleich mit Jean-Pierre Lefebvre für die übersetzerische Gegenrichtung).

2023: Ehrenzeichen des Landes Steiermark für Wissenschaft, Forschung und Kunst

2025: Eugen-Helmlé-Übersetzerpreis

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