An diesem Tag

Elfie Semotan

Österreichische Photographin

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Elfie Semotan (* 25. Juli 1941 in Wels; † 6. Juni 2026 in Jennersdorf) war eine österreichische Fotografin.

Elfie Semotan wuchs in Vorchdorf auf. 1960 machte sie ihren Abschluss an der Modeschule Hetzendorf in Wien. Anschließend wollte sie Taschen designen und arbeitete einige Monate für die Modeschöpferin Gertrud Höchsmann. Da die Aussichten in der Modebranche in Wien damals nicht vielversprechend waren, zog sie 1961 nach Paris und verdiente ihr Geld dort zunächst als Fotomodell.

Während der Zeit in Paris lernte sie den Fotografen John Cook kennen, die beiden wurden ein Paar. Von Cook lernte Semotan das Fotografieren, das sie mehr interessierte als vor der Kamera zu stehen. Semotan freundete sich auch mit Sarah Moon an, die zur gleichen Zeit mit dem Fotografieren begann. 1971 kehrte Semotan zusammen mit Cook nach Wien zurück, wo ihre Karriere als Fotografin begann, Gestalt anzunehmen. Semotan und Cook arbeiteten bei Cooks Film Ich schaff’s einfach nimmer zusammen. Eine weitere Kooperation für einen Film mit dem Arbeitstitel Portrait eines Modells kam nicht mehr zustande, weil sich die beiden trennten.

1973 heiratete Semotan den Künstler Kurt Kocherscheidt (1943–1992). Die gemeinsamen Söhne Ivo und August wurden 1974 und 1982 geboren.

Ab 1976 fotografierte und filmte Semotan Werbekampagnen. Bekannt sind u. a. ihre Arbeiten für Palmers und Römerquelle. Ihre ersten Plakate für Palmers lösten 1981 einen feministischen Protest, den sogenannten Wiener Wäschekrieg aus. Ab 1985 arbeitete sie als Porträtfotografin für internationale Magazine wie Vogue, Elle, Esquire, Marie Claire, Harper’s Bazaar, The New Yorker. Des Weiteren steuerte sie Fotos für Alben von Rainhard Fendrich, Geduldig un Thimann, André Heller, Franz Koglmann und Erika Pluhar bei. Außerdem wurde sie mit Reisedokumentationen und Künstlerporträts beauftragt.

Ab 1986 arbeitete Semotan mit Helmut Lang zusammen. Nach dem Tod Kurt Kocherscheidts 1992 zog Semotan nach New York und war dort seitdem als Werbe- und Modefotografin tätig. Zu ihren Auftraggebern gehörten Interview, Esquire, Harper’s Bazaar und das i-D Magazine.

1996 heiratete Semotan den Künstler Martin Kippenberger (1953–1997), der bereits 1997 verstarb. Sie konzipierte mit ihm zusammen das Floß der Medusa und fotografierte ihn für sein Werk Frieda für alle.

2003 erhielt Semotan eine Gastprofessur an der Universität für angewandte Kunst in Wien. In diesem Rahmen unternahm sie eine Studienreise nach Libyen. Der von Joerg Burger gedrehte Dokumentarfilm Elfie Semotan, Photographer über die Arbeit von Semotan wurde 2019 veröffentlicht.

Elfie Semotan lebte zuletzt in New York, Wien und in Jennersdorf im südlichen Burgenland. Sie starb beim Schwimmen im Freibad Jennersdorf am 6. Juni 2026 an einem Herzstillstand. Sie wurde in Jennersdorf bestattet.

1998: Preis der Stadt Wien für Bildende Kunst

2004: Goldenes Verdienstzeichen des Landes Wien

2011: Österreichisches Ehrenzeichen für Wissenschaft und Kunst

2024: Großer Kulturpreis des Landes Oberösterreich für Fotografie

2005: Elfie Semotan. © Elfie Semotan. Universalmuseum Joanneum

2013: Elfie Semotan. Werkschau. Kunsthalle Krems

2019: Elfie Semotan. Contradiction. C/O Berlin

2021: Elfie Semotan. Haltung und Pose. Kunst Haus Wien

2022: All personal. Fotohof, Salzburg

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