Ekkehard Eickhoff (* 8. Juni 1927 in Berlin; † 5. Mai 2019 in Bonn) war ein deutscher Historiker und Diplomat.
Ekkehard Eickhoff, geboren 1927 in Berlin, studierte nach Kriegseinsatz, kurzer Kriegsgefangenschaft und Abitur in Berlin von 1946 bis 1948 Geschichte an der Berliner Humboldt-Universität, bis 1950 in den Vereinigten Staaten von Amerika und nach einem Studienaufenthalt in Beirut 1951 in München und Saarbrücken. Er wurde 1953 an der Universität des Saarlandes zum Dr. phil. promoviert. 1973 habilitierte er sich an der Universität Stuttgart für mittelalterliche und neuere Geschichte.
Im Jahr 1953 trat er in den Dienst beim Auswärtigen Amt ein. Er wurde im diplomatischen Dienst in Kairo, Bern und Ankara eingesetzt und gehörte der Osteuropaabteilung des Auswärtigen Amtes an. Er verfasste zahlreiche Reden für den damaligen Außenminister Walter Scheel. Von 1980 bis 1983 war er Botschafter der Bundesrepublik Deutschland in Pretoria (Südafrika). Seine Tätigkeit in Südafrika war bestimmt von – in der deutschen Innenpolitik durchaus umstrittener – Kritik der Bundesregierung an der Apartheid und Bemühungen um deren Abbau. 1983 bis 1984 war er deutscher Botschafter in Irland. Von 1984 bis 1988 leitete er bundesdeutsche Delegationen bei der KSZE, unter anderem auf den Expertentreffen für Menschenrechte in Ottawa 1984, für Menschliche Kontakte in Bern 1986 und auf der KSZE-Folgekonferenz in Wien von 1986 bis 1988. Neben der Folgekonferenz fand namentlich das Expertentreffen in Ottawa, in dem osteuropäische Teilnehmerstaaten in einen sich öffnenden menschenrechtlichen Dialog mit den westlichen Teilnehmern eintraten, in der Öffentlichkeit Beachtung. Von 1988 bis zu seiner Pensionierung 1992 war er deutscher Botschafter in der Türkei.
Zeitweise war er daneben als Privatdozent für mittelalterliche und neuere Geschichte an der Universität Stuttgart tätig. In seinen historischen Darstellungen behandelte Eickhoff Themen, welche die deutsche Vergangenheit mit der Geschichte Italiens und mit dem osmanischen bzw. byzantinischen Südosteuropa verbinden.
Ekkehard Eickhoff war verheiratet mit Heidi Eickhoff, geborener Gengenbach, und hatte drei Kinder.
1976: ordentliches Mitglied des Deutschen Archäologischen Instituts
1978: Großoffizier des Ordens des Infanten Dom Henrique
1979: Großoffizier des Verdienstordens der Italienischen Republik
1979: Großes Silbernes Ehrenzeichen mit dem Stern für Verdienste um die Republik Österreich
1979: Verdienstkreuz 1. Klasse des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland
korrespondierendes Mitglied des Türkischen Historischen Instituts
1989: Österreichische Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst I. Klasse
1990: Großes Verdienstkreuz des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland
Venedig, Wien und die Osmanen. Umbruch in Südosteuropa 1645–1700. 2. Auflage. Klett-Cotta, Stuttgart 1973; 5. Auflage ebenda 2009, ISBN 978-3-6089-4511-9 (umfassende Darstellung der europäischen Türkenkriege im 17. und 18. Jahrhundert)-
Venedig – spätes Feuerwerk: Glanz und Untergang der Republik 1700–1797. 3. Auflage, Klett-Cotta, Stuttgart 2008, ISBN 978-3-608-94145-6 (Kulturgeschichte Venedigs im 18. Jahrhundert)
Kaiser Otto III. – die erste Jahrtausendwende und die Entfaltung Europas. Klett-Cotta, Stuttgart 1999, ISBN 3-608-94188-6
Theophanu und der König – Otto III. und seine Welt. Klett-Cotta, Stuttgart 1996, ISBN 3-608-91798-5
Macht und Sendung – Byzantinisches Weltpolitik. Klett-Cotta, Stuttgart 1981, ISBN 3-12-932130-6