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Eisenach

Stadt in Thüringen

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Eisenach ist eine Große Kreisstadt im Wartburgkreis in Thüringen, im Tal der Hörsel am Nordrand des Thüringer Waldes.

Bekannt ist Eisenach vor allem durch die Wartburg südlich und oberhalb der Altstadt. Es war im Mittelalter Residenzstadt der Landgrafen von Thüringen und später der Herzöge von Sachsen-Eisenach. Seit dem Ende der Monarchie führt die Stadt den Beinamen Wartburgstadt.

Eisenach ist zudem Lutherstadt – Martin Luthers Mutter stammte aus Eisenach, und Luther ging hier ab 1498 zur Schule. 1685 wurde Johann Sebastian Bach in Eisenach geboren, dessen Vater hier Stadtpfeifer und herzoglicher Hoftrompeter war.

Im 19. Jahrhundert setzte auch in Eisenach die Industrialisierung ein. 1896 wurde die Fahrzeugfabrik Eisenach gegründet, in der zur Zeit der Deutschen Demokratischen Republik der Wartburg gebaut wurde. Opel führt den Automobilbau seit 1990 fort; die Automobilindustrie (Opel, Bosch) beschäftigt über 4000 Mitarbeiter in Eisenach.

Eisenach ist Hochschulstadt (staatliche Hochschule für duale Studiengänge).

Die Mittelstadt war von 1998 bis zum 30. Juni 2021 kreisfreie Stadt. Mit der Einkreisung erhielt sie als erste Stadt Thüringens den Status einer Großen Kreisstadt. Eisenach ist die siebtgrößte Gemeinde Thüringens und Zentrum für Westthüringen und angrenzende hessische Gemeinden. In der Raumordnung nimmt die Stadt die Position eines Oberzentrums ein.

Naturraum und Kulturlandschaft

Eisenach liegt inmitten einer Mittelgebirgslandschaft. Die Kernstadt befindet sich im hier beckenförmig aufgeweiteten Tal der Hörsel und auf den angrenzenden Berghängen.

Nördlich der Kernstadt erstreckt sich eine ausgedehnte Hochfläche bis zum Rand des Hainich mit den Stadtteilen Hötzelsroda, Neukirchen, Madelungen und Berteroda. Östlich von Eisenach befinden sich das Hörseltal und die nördlich angrenzenden Hörselberge, die der Sage nach die Heimat von Frau Holle sein sollen. Nördlich der Hörselberge liegt das Tal der Nesse, die am Eisenacher Petersberg in die Hörsel mündet.

Im Süden und Südwesten steigt der Thüringer Wald steil auf Höhen über 400 m ü. NN an. Der höchste vollständig im Stadtgebiet liegende Berg ist mit 411 m der Burgberg der Wartburg. Der höchste Punkt des Stadtgebiets (460 m) befindet sich an der Stadtgrenze am Nordhang des Großen Drachensteins (470 m) an der Weinstraße. Von der Südspitze des Stadtgebiets, der Hohen Sonne (434 m), verläuft die Stadtgrenze 7 km entlang des Rennsteigs auf dem Kamm des Thüringer Waldes bis Clausberg (415 m). Kurz vor Clausberg quert sie den Passübergang der B 84 am Vachaer Stein (368 m ü. NN). Zwischen der Hohen Sonne und der Stadt befinden sich die Drachenschlucht und die Landgrafenschlucht. Das Verfluchte Jungfernloch, eine Felshöhle, liegt ebenso wie das Burschenschaftsdenkmal und die Wartburg in den Bergen des südlichen Stadtgebiets.

Westlich von Eisenach, bei Stedtfeld, verengt sich das Hörseltal auf wenige hundert Meter Breite. An der Thüringer Pforte bei Hörschel mündet die Hörsel in die Werra, und dort beginnt der Rennsteig als Kammweg des Thüringer Waldes. Die Stadtteile Göringen, Wartha und Neuenhof liegen südlich des Rennsteigs im Werratal. Der tiefste Punkt des gesamten Stadtgebietes befindet sich unweit nördlich des Stadtteils Hörschel auf etwa 196 m ü. NN im Werratal. Am ehemaligen Nadeltor an der Goethestraße liegt der tiefste Punkt der Eisenacher Altstadt.

Eisenach gehört aufgrund seiner Lage am Grenzsaum zweier Naturräume zu den sogenannten Pfortenstädten. Die Stadt vermittelt zwischen dem Werrabergland und den Hörselbergen, zwei vom Muschelkalk geprägten Schichtstufenlandschaften im Norden und dem von den Sandsteinen und Konglomeraten des Oberrotliegenden geprägten nordwestlichen Thüringer Wald im Süden. Im Nordwesten hat das Stadtgebiet Eisenachs Anteil an der Gerstungen-Creuzburger Werraaue. Die Randberge des Thüringer Waldes südlich des Stadtteils Neuenhof liegen im Norden des Bad Liebensteiner Zechsteingürtels. Diese Lage an der Schnittstelle mehrerer Naturräume war für die Entwicklung Eisenachs im Mittelalter von großer Bedeutung. Sie begünstigte die Entstehung eines Marktes für Rohstoffe wie Holz und Gesteine sowie daraus hergestellte Produkte. Auch landwirtschaftliche Erzeugnisse konnten hier gut gehandelt werden. Zudem förderte die Lage an einer wichtigen Passstraße über den Thüringer Wald die Stadtentwicklung.

Nach dem Handbuch der naturräumlichen Gliederung Deutschlands liegt Eisenach auf der Grenze dreier Haupteinheitengruppen der Gliederung, und zwar dem Thüringer Becken mit Randplatten (Nummern 47 und 48), dem Thüringisch-Fränkischen Mittelgebirge (Nummer 39) und dem Osthessischen Bergland (Nummer 35). Das von Ostsüdost nach Westnordwest verlaufende Tal der Hörsel und die nördlich angrenzenden Muschelkalkberge werden zum Westthüringer Berg- und Hügelland (Haupteinheit 481) gerechnet, während die Berge südlich des Hörseltals zum Thüringer Wald (Haupteinheit 391) gehören. Die ganz im Westen Eisenachs an der Werra gelegenen Ortsteile Göringen, Wartha und Neuenhof werden zum Salzunger Werrabergland (Haupteinheit 359) und hier zum Neustädt-Hörscheler Werratal (359.13) gerechnet, während Hörschel mit der Hörselmündung zum Creuzburger Werradurchbruch (483.44) des Ringgaus gerechnet wird. Die sich nordöstlich anschließenden Ortsteile Stedtfeld, Stregda, Madelungen, Neukirchen, Berteroda, Hötzelsroda und Stockhausen sowie das nördliche Gebiet der Kernstadt liegen demnach im Westthüringer Berg- und Hügelland, die Südstadt Eisenachs im Nordwestlichen Thüringer Wald (391.0).

Nach der vom Handbuch der naturräumlichen Gliederung Deutschlands abweichenden Naturräumlichen Gliederung Thüringens des TLUG liegen Göringen, Wartha, Neuenhof und Hörschel in der Werraaue Gerstungen–Creuzburg (6.6), Stedtfeld, Stregda, Madelungen und die nördliche Kernstadt im Werrabergland–Hörselberge (3.3), die Südstadt im Nordwestlichen Thüringer Wald (1.3.1) und Neukirchen, Berteroda, Hötzelsroda sowie Stockhausen im Innerthüringer Ackerhügelland (5.1).

Die Nachbargemeinden sind (im Norden beginnend im Uhrzeigersinn) Krauthausen, Amt Creuzburg, Lauterbach, Bischofroda, Berka vor dem Hainich, Hörselberg-Hainich, Wutha-Farnroda, Gerstungen und Herleshausen.

Ausdehnung und Gliederung des Stadtgebiets

Das Eisenacher Stadtgebiet umfasst eine Fläche von 103,85 km². Davon sind 7,44 km² bebaute Flächen, 6,10 km² Verkehrsflächen, 45,39 km² landwirtschaftliche Nutzflächen und 1,12 km² Gewerbe- und Industrieflächen. Bedingt durch die Lage am Thüringer Wald nehmen die Waldflächen mit 37,52 km² rund ein Drittel des Stadtgebietes ein.

Eisenach besteht aus der Kernstadt sowie den Ortsteilen Berteroda, Hötzelsroda, Madelungen, Neuenhof, Hörschel, Neukirchen, Stedtfeld, Stockhausen, Stregda, Wartha und Göringen.

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