An diesem Tag

Eifelrennen

Motorsportveranstaltung in Deutschland

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Das Eifelrennen ist ein Motorsportwettbewerb, der seit 1922 vom ADAC in der Eifel veranstaltet wird. Ausgetragen wurde er von 1922 bis 1926 auf einem 33,2 km langen Rundkurs auf öffentlichen Schotterstraßen, der von Nideggen aus über Wollersheim–Vlatten–Heimbach–Hasenfeld–Schmidt–Brück zurück nach Nideggen führte. Mit ihren 86 Kurven bei einem zu überwindenden Höhenunterschied von 265 m ähnelte die Strecke der Targa Florio in Sizilien. 1927 wurde das Rennen auf den neuen Nürburgring verlegt.

Beginn als „Eifelrundfahrt“ in Nideggen

In den ersten Jahren von 1922 bis 1926 wurden die Rennen der verschiedenen Wagenklassen zumindest teilweise noch gleichzeitig gestartet, aber über unterschiedliche Distanzen ausgetragen (5, 6, 8, 10, 12 und 15 Runden, je nach Klasse) und unabhängig voneinander gewertet. Die Wagen wurden in Abständen von 30 Sekunden einzeln ins Rennen geschickt, zuerst die Sportwagen, dann die Rennwagen. Möglicherweise starteten anfangs auch noch Motorräder gemeinsam mit den Automobilen.

Das erste Eifelrennen startete am 15. Juli 1922 als „Eifelrundfahrt“ vom Parkplatz der Burg Nideggen. Eine Einteilung nach Sport-, Touren- oder Rennwagen sowie nach Privatfahrern und Werksfahrern gab es noch nicht. Das Fahrerlager war eine eingezäunte Wiese an der Nideggener Burg. Die Fahrer schliefen, für die damalige Zeit exklusiv, im Turm der Burg. Beim ersten Rennen hatte es geregnet und alle fuhren durch knöcheltiefen Schlamm auf dem Parcours.

Als Erste starteten um 05:25 Uhr die Hilfsmotorräder. Sie hatten außer den Motoren mit 1,5 bis 2 PS noch Pedale zum Mittreten. Sie mussten zwei Runden (66,4 km) fahren. Gesamtsieger bei den Automobilen wurde nach 5 Runden (166 km) in der Klasse bis 18 PS der Düsseldorfer Werksfahrer Kurt C. Volkhart mit einem Steiger mit 2:07:00 Stunden. Zweiter in der Gesamtwertung wurde sein Werkskollege Alfred Noll, der schnellste aus der Klasse bis 10 PS mit 2:18:00 Stunden. Fritz und Hans von Opel wurden Klassensieger in der Klasse bis 8 PS sowie Dritte der Gesamtwertung; sie absolvierten die Strecke in 2:19:30 Stunden.

Der damals 21-jährige Rudolf Caracciola nahm mit einem Wagen teil, den sein Onkel ihm in Aachen in seiner Fafnir-Werkstatt gebaut hatte. Er kam aber – im Gegensatz zu seinen späteren großen Erfolgen auf Mercedes und Alfa Romeo – nicht ans Ziel.

1923 fiel das Rennen in die Zeit des Ruhrkampfs, des passiven Widerstandes gegen die französische Besatzungsmacht, und wurde daher nicht durchgeführt.

Die zweite Eifelrundfahrt dauerte vom 17. bis 19. Juli 1924. Am ersten Renntag regnete es fast ununterbrochen. Danach staubte es nur noch. Die Straßen waren noch nicht asphaltiert. Beim Motorradrennen am ersten Tag siegte Franz Bieber aus München auf einer BMW.

Der zweite Tag war stürmisch mit Hagelschauern. Der Nideggener Hotelier hatte unterhalb der Danzley, einem Felsen in den Serpentinen von Nideggen nach Brück, für 3000 Zuschauer eine Holztribüne mit Dach aufbauen lassen, die ein Opfer des Unwetters wurde. Wetzka und Haide aus Wien siegten in 5 Stunden und 10 Minuten auf der 330 km langen Strecke (10 Runden).

Die dritte Eifelrundfahrt vom 18. bis 20. Juni 1925 kostete den ADAC 70.000 Reichsmark (entspricht heute ca. 332.000 Euro). Italienische Fahrer aus Genua und deutsche aus Köln lieferten sich erbitterte Gefechte. Die Italiener siegten. Das Rennen forderte drei Menschenleben. Gustav Münz aus Düren fuhr mit einem umgebauten Ford Modell T und musste mehrmals das Rennen wegen Schäden unterbrechen.

Die vierte Eifelrundfahrt fand vom 11. bis 13. Juni 1926 statt. Die Dürener feierten Gustav Münz als Sieger bei den Rennwagen über 2000 Kubikzentimeter Hubraum mit einer Zeit von 6:07:07 über 12 Runden. Henry Ford persönlich gratulierte Münz mit einer Automobil-historischen Postkarte.

Seit 1927 „ADAC-Eifelrennen“ auf dem Nürburgring

Ortsdurchfahrten im Renntempo waren gefährlich und Straßensperrungen für die Bewohner lästig. Deshalb entstanden früh Pläne zum Bau einer permanenten Rennstrecke in der Eifel, die in den Jahren 1925 bis 1927 als Nürburgring verwirklicht wurden.

Am 18. und 19. Juni 1927 wurde die neue „Gebirgs- und Prüfstrecke“ mit dem „Eifelrennen“ eingeweiht.

Nach den Feierlichkeiten startete am Samstag um 14:30 Uhr mit der Klasse bis 350 cm³ der erste Motorradlauf, den der Düsseldorfer Rennfahrer Toni Ulmen auf einer 350er Velocette gewann (5 Runden = 141,5 km in 1:40:51,0 Stunden).

Danach starteten im Rennen 2 die Solomaschinen bis 1000 cm³ gemeinsam mit den Gespannen. Schnellster Motorradfahrer war der Münchner Toni Bauhofer, der in der Klasse bis 500 cm³ auf einer BMW sechs Runden bzw. 169,8 km in 1:53:4 Stunden fuhr; Durchschnitt: 89,2 km/h. In den Gespannklasse gewannen ebenfalls ein Düsseldorfer Clubkameraden von Ulmen, Heinz Kürten auf einem Andrees-Gespann mit einer Fahrzeit von 2:16:32 Stunden.

Am Sonntag um 10 Uhr startete der Lauf der Sportwagen über 5000 cm³, den Rudolf Caracciola mit einem kompressoraufgeladenen Mercedes-Benz Typ S in einer Zeit von 3:33:21,0 Stunden für 12 Runden auf dem Gesamtkurs bzw. 340,8 km gewann. Das entsprach einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 96,5 km/h.

Fortan wurden alle Eifelrennen auf dem Nürburgring ausgetragen – meist im Frühjahr –, und zwar sowohl für Wagen als auch für Motorräder, allerdings nicht mehr auf dem Gesamtkurs, sondern entweder auf der Südschleife (1928 bis 1931 und 1958 bis 1968) oder der Nordschleife.

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