An diesem Tag

Edward Daniel Clarke

Englischer Mineraloge und Naturforscher

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Edward Daniel Clarke (* 5. Juni 1769 in Willingdon, Sussex; † 9. März 1822 in London) war ein englischer Reisender und Mineraloge. Sein botanisches Autorenkürzel lautet „E.D.Clarke“.

Clarke war das zweite der vier Kinder Reverend Edward Clarke (1730–1786) und dessen Frau Anne Grenfield (1737/8–1802). Er war ein Enkel des Antiquars William Clarke (1696–1771). Sein älterer Bruder war James Stanier Clarke (1766–1834). Clarke wurde zunächst vom Kurat seines Vaters privat unterrichtet, bevor er ab 1779 die Grammar School in Tonbridge besuchte.

Als Clarke 16 Jahre alt war, verschlechterte sich die Krankheit des Vaters und so wurde entschieden, dass er so schnell wie möglich zur Universität gehen sollte. Durch die Vermittlung eines Freundes neues Vaters, Richard Beadon, dem damaligen Master des Jesus College an der University of Cambridge und späteren Bischof von Bath und Wells, erhielt er eine Position als Beamter der Kapelle am Jesus College.

Am 20. Oktober 1785 wurde Clarke als „Sizar“ zum Studium am Jesus College in Cambridge zugelassen. Dort graduierte er 1790 als Bachelor of Arts (B.A.).

Seine Familie war nicht besonders wohlhabend. Deswegen begann er seine Arbeit als Tutor für gut situierte junge Männer bei Reisen durch Europa. So wurde Clarke Tutor von Henry Tufton (1775–1849), einem jüngeren Bruder von Sackville Tufton, 9. Earl of Thanet (1767–1825), mit dem er im Sommer 1791 eine Reise durch Großbritannien unternahm. Die Reisebeschreibung davon erschien 1793 anonym.

Von Juli 1792 bis November 1793 bereiste er, unter anderem in Begleitung von Lord Berwick (1770–1832), Italien. Im Januar 1794 brach Clarke erneut zu einer sechsmonatigen Reise durch Italien auf, wo er Vasen, Münzen und Medaillen sammelte. Vom Sommer 1794 bis zum Herbst 1796 war er in Wales Hauslehrer von Thomas Mostyn (1776–1831), einem Sohn von Roger Mostyn (1734–1796). Anschließend war Clarke für Henry Paget tätig und begleitete 1797 dessen jüngeren Sohn Berkeley Paget (1780–1842) auf einer Tour durch Schottland und segelte mit ihm zu den Äußeren Hebriden und der abgelegenen Insel St. Kilda.

In den 1790ern war er mit anderen zu einer Reise nach Skandinavien aufgebrochen. Viele seiner Begleiter gingen nicht weiter als Stockholm. Er ging allerdings so weit nach Trondheim und reiste weiter durch die schwedisch und finnische Küste, bis er über Südfinnland nach Sankt Petersburg kam. Auf dieser Reise untersuchte er auch mit anderen das kulturelle Leben der dortigen Einwohner.

1799 reiste er als Tutor von John Cripps nach Konstantinopel und Griechenland. Dort kauften sie diverse antike Silbermünzen auf. Auf ihren Weg zurück nach England, brachten sie 1000 Münzen, 6000 exotische Pflanzen und eine große Anzahl an Mineralien, Insekten und Zeichnungen mit.

Im September 1800 reiste er zusammen mit Peter Simon Pallas auf die Krim, um dort archäologische Ausgrabungsorte zu untersuchen. Dabei untersuchten sie Mangup, die Gerakleiskii-Halbinsel und Chernorech’e. In seinem Reisebericht beschrieb er allerdings auch Minenarbeit, adelige Kleidung der Tartaren und lokale Pflanzen.

1801 bereiste er Griechenland. Dort fand er eine Marmorstatue im Telesterion und brachte diese mit der Erlaubnis des türkischen Gouverneurs von Athen mit nach England. Auf diese Statue nahm bereits 1676 George Wheler Bezug. Es ist bis heute im Besitz des Fitzwilliam Museum in Cambridge. Die Entnahme der Statue geschah genau entgegen dem Interesse der einheimischen Bevölkerung, die in dieser die Heilige Dimitra sah und befürchtete, ihre Ernte würde einbrechen, wenn die Statue entfernt werden würde. Reiste er noch über Zypern nach Palästina und von dort aus wieder zurück nach Nordgriechenland, Mazedonien und Thessalien.

Clarke war bereits seit 1795 Fellow am Jesus College, jedoch war er eher als Antiquar und Reisender bekannt und weniger als Mineraloge. Dennoch baute er sich mit der Zeit auch Anerkennung als solcher auf. Nach einer Rückkehr von einer Forschungsreise erhielt er 1803 ein Doktor der Rechte der University of Cambridge und wurde 1805 zum Senior Tutor des Jesus College ernannt. Seit dem Ende des 18. Jahrhunderts war Mineralogie eine anerkannte Wissenschaft und Clarke begann nach seiner Ernennung in Mineralogie Vorlesungen zu halten. In dieser Zeit publizierte er den Syllabus seiner Vorlesungen und „A Methodical Distribution of the Mineral Kingdom“. Zudem wurde er in die Geological Society of London gewählt. Deswegen bekam er den 1808 in Cambridge etablierten Lehrstuhl für Mineralogie. 1811 hielt er Gastvorlesungen an der Royal Institution auf Einladung von Humphry Davis.

1819 gehörte er mit Adam Sedgwick und John Stevens Henslow zu den Gründern der Cambridge Philosophical Society. Zudem hielt er regen Schriftverkehr mit Robert Malthus oder George Gordon Byron. Zudem lernte er auch Johann Ludwig Burckhardt in seiner Zeit in Cambridge kennen.

Am 22. Juli 1815 wurde Clarke zum Ehrenmitglied der Preußischen Akademie der Wissenschaften gewählt.

Im Dezember 1805 wurde er zum Priester in der Church of England geweiht und wurde in das Vikariat von Harlton eingesetzt. 1809 erhielt er noch zusätzlich das Rektorat von Yeldham in Essex. Diese beiden Posten hatte er bis zu seinem Tod inne.

Am 25. März 1806 heiratete er Angelica Rush, die fünfte Tochter von Sir William Beaumaris Rush, Bt. Das Ehepaar hatte fünf Söhne und zwei Töchter.

Er verstarb am 9. März 1822 und wurde in der Kapelle des Jesus College beigesetzt. Die University of Oxford erwarb seine Manuskripte, die University of Cambridge seine Sammlung an Mineralien.

A tour through the south of England, Wales, and part of Ireland, made during the summer of 1791. Minerva Press, London 1793 (Digitalisat, Digitalisat) – anonym.

Testimony of Different Authors, Respecting the Colossal Statue of Ceres, Placed in the Vestibule of the Public Library at Cambridge, July the 1st, 1803; with A Short Account of its Removal from Eleusis, November 22, 1801. Francis Hodson, Cambridge 1803 (UB Heidelberg digital) (Google) – anonym.

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