An diesem Tag

Eduard VIII.

König des Vereinigten Königreiches und Kaiser von Indien (1936)

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Eduard VIII. (englisch Edward VIII), vollständiger Geburtsname His Royal Highness Edward Albert Christian George Andrew Patrick David, (* 23. Juni 1894 in der White Lodge, London; † 28. Mai 1972 in Paris) war von Januar bis Dezember 1936 König des Vereinigten Königreichs Großbritannien und Nordirland sowie der Dominions des Britischen Weltreichs sowie Kaiser von Indien. Er gehörte dem Haus Windsor an und war der älteste Sohn Georgs V. und Königin Maria.

Eduard VIII. folgte seinem Vater nach dessen Tod im Januar 1936 auf den Thron. Seine Regierungszeit dauerte jedoch weniger als ein Jahr. Er wollte die zweimal geschiedene US-Amerikanerin Wallis Simpson heiraten, was aufgrund der damaligen politischen und gesellschaftlichen Verhältnisse auf erheblichen Widerstand stieß. Am 11. Dezember 1936 dankte Eduard zugunsten seines jüngeren Bruders Albert ab, der als Georg VI. König wurde.

Nach seiner Abdankung erhielt Eduard den Titel Duke of Windsor und heiratete Wallis Simpson im Juni 1937. Das Paar lebte anschließend überwiegend außerhalb des Vereinigten Königreichs.

Eduard war das älteste Kind des späteren Königs Georg V. von Großbritannien und von dessen Gemahlin Prinzessin Maria von Teck, der späteren Queen Mary. Sein Vater war der zweite Sohn des Thronfolgers (Prince of Wales), des späteren Königs Eduard VII.

Eduard wurde am 16. Juli 1894 in seinem Geburtshaus White Lodge im Londoner Richmond Park vom Erzbischof von Canterbury, Edward White Benson, dem damaligen Primas der anglikanischen Kirche, im grünen Salon getauft. Sein erster Name Edward kam von seinem früh verstorbenen Onkel Albert Victor, dem älteren Bruder seines Vaters, der in der Familie nur Eddy gerufen wurde und der der vormalige Verlobte seiner Mutter war. Der Name Albert wurde auf Wunsch seiner Urgroßmutter, der Königin Viktoria, nach ihrem verstorbenen Gemahl Albert eingefügt. Der Name Christian kam von seinem Urgroßvater König Christian IX. von Dänemark. Die restlichen Vornamen George, Andrew, Patrick und David stehen für die Heiligen von England, Schottland, Irland und Wales. Sein üblicher, familiärer Rufname war sein letzter Vorname, David.

Zusammen mit seinen Geschwistern wurde Eduard hauptsächlich von Dienstpersonal erzogen. Die spätere Königin Mary beschäftigte sich sehr selten mit ihren Kindern; der Vater war streng, so wie auch er erzogen worden war.

Mit der Thronbesteigung seines Vaters im Mai 1910 wurde er als Thronfolger automatisch Duke of Cornwall und Duke of Rothesay. Am 23. Juni 1910 wurde er von seinem Vater zum Prince of Wales – dies ist der Titel des britischen Kronprinzen – und zum Earl of Chester ernannt. Die Investitur erfolgte am 13. Juli 1911 in Caernarfon Castle. Es war gleichzeitig die erste Investitur eines „Prince of Wales“ seit 1616, die in Wales stattfand. Für den Ablauf der Zeremonie war der liberale spätere Premierminister David Lloyd George zuständig, der Eduard dabei half, nach der Zeremonie ein paar Sätze auf Walisisch an die Bevölkerung zu richten. Vor dem Ersten Weltkrieg machte Eduard eine Reise zum Vetter seines Vaters, Kaiser Wilhelm II., ins Deutsche Reich.

Zu dieser Zeit gab es Überlegungen, Eduard mit Großfürstin Olga Nikolajewna Romanowa, der ältesten Tochter von Zar Nikolaus II. und Alexandra Fjodorowna, zu verheiraten. Die Pläne wurden aber aufgegeben.

Im Ersten Weltkrieg bekam Eduard auf sein Bitten hin ein kleines Kommando als Offizier an der Westfront bei den Grenadier Guards, sollte sich aber als Kronprinz aus direkter Gefahr für Leib und Leben heraushalten. Einmal geriet er in einen deutschen Artillerieangriff und durfte von da an nicht mehr an die direkte Hauptkampflinie. Trotzdem bekam er 1916 das Military Cross verliehen.

Bereits seit 1911 war er auch Angehöriger der Royal Navy. Er unternahm 1918 als erster Kronprinz einen militärischen Flug mit einem Flugzeug. Den Pilotenschein erwarb er nach seinem Bruder Albert als zweites Mitglied des Königshauses.

Bis zur Thronbesteigung (1918–1936)

Wie in der herrschenden Klasse üblich, unternahm er 1928 und 1930 zwei Großwild-Safaris in Ostafrika mit bekannten Jägern wie Denys Finch Hatton und Bror von Blixen-Finecke. In Kenia lernte er die dänische Schriftstellerin und Kaffee-Farmerin Karen Blixen kennen. Im Auftrag seines Vaters unternahm er zwei Weltreisen, um die Krone in den Kolonien in Übersee und in anderen Ländern zu repräsentieren und sich somit auf seine zukünftige Aufgabe als Monarch vorzubereiten. Insgesamt unternahm er in den Jahren von 1919 bis 1935 sechzehn größere Reisen.

Zum selben Zeitpunkt entwickelte er großes Interesse an der sozialen Frage, die gerade nach der Weltwirtschaftskrise in Großbritannien drängend erschien.

Eduard lebte als Kronprinz fast ausschließlich im Fort Belvedere, das sein Vater ihm 1929 geschenkt hatte. Er ließ es vollständig renovieren, Norah Lindsay entwarf die Gärten oder, wie der Herzog von Windsor es beschrieb, „sie half mir bei meinen ersten gärtnerischen Bemühungen“. Eduard beherbergte dort einen Zirkel von Freunden. Innerhalb dieses Zirkels wurde, in freier Atmosphäre ohne Hofzeremoniell, das Eduard persönlich nicht schätzte, freier Gedankenaustausch gepflegt. In diese Zeit fielen diverse Liebesaffären mit meist verheirateten und oft jüngeren Frauen, unter anderem mit der halb-amerikanischen Textilindustriellentochter Freda Dudley Ward, der amerikanischen Filmschauspielerin Mildred Harris und Thelma Furness, Viscountess Furness, die viele schon als die zukünftige Gemahlin Eduards ansahen.

Diese Liebschaften störten sein ansonsten recht gutes Verhältnis zu den Eltern, speziell zu seinem Vater, stark. George V. fürchtete, Eduard könnte sich und die Krone in nur zwölf Monaten ruinieren, wenn er einmal König sein sollte, und hoffte, er werde nie heiraten und Kinder bekommen.

Auch als König lebte Eduard meist im Fort Belvedere.

Nach dem Tod seines Vaters Georg V. am 20. Januar 1936 war er bis zu seiner Abdankung am 11. Dezember 1936 als Eduard VIII. König von Großbritannien und Nordirland. Schon am ersten Tag seiner Herrschaft brach er das königliche Protokoll, indem er von einem Fenster des St-James’-Palastes die öffentliche Proklamation seines Herrschaftsantritts in Begleitung seiner Freundin verfolgte.

Sein Interesse an der sozialen Frage wurde öffentlich, als er als König in Südwales Kohleminen besichtigte und zu den dortigen Zuständen sagte: „Something must be done“ („Es muss etwas getan werden“). Gerade die konservative Regierung befürchtete, der König werde sein Amt als konstitutioneller Monarch nicht mit der gebührenden Neutralität ausführen. Mit seinen Ansichten schien er zu einer Gefahr für das konservative britische Establishment geworden sein.

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