An diesem Tag

Eduard Taaffe

Österreichischer Politiker, k.k Ministerpräsident (1833-1895)

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Eduard Franz Joseph Graf Taaffe (* 24. Februar 1833 in Wien; † 29. November 1895 in Ellischau, Böhmen) war ein österreichischer Staatsmann. Der konservative Sozialreformer war von 1868 bis 1870 und von 1879 bis 1893 Ministerpräsident der österreichischen Reichshälfte der Habsburgermonarchie (Cisleithaniens) und mehrfach Minister. Zuvor war er von 1863 bis 1867 Landespräsident in Salzburg und von Jänner bis März 1867 Statthalter in Österreich ob der Enns sowie zwischen seinen beiden Amtszeiten als Ministerpräsident von 1871 bis 1879 Statthalter in Tirol.

Seine Familie väterlicherseits war uradeliger irischer Herkunft, die Familie mütterlicherseits führt auf das Haus Wittelsbach zurück; Taaffe hatte in der Peerage of Ireland die Titel eines Viscount Taaffe und Baron Ballymote inne.

Er war der Sohn von Graf Ludwig Taaffe und von Amalie, der Tochter des Fürsten Karl August von Bretzenheim, der Letzten ihres Geschlechts, das einer außerehelichen Beziehung ihres Großvaters, des Kurfürsten Karl Theodor von Pfalz-Bayern, entstammte. Aus der elterlichen Ehe stammten die zwei Brüder: Karl, 1873 gestorben, und Eduard, sowie drei Schwestern. Der Vater war während der Revolution von 1848 kurzzeitig österreichischer Justizminister und danach bis 1855 Präsident des Obersten Gerichtshofs.

Eduard Franz Joseph Graf Taaffe (so seit 1873, nach dem Tod seines älteren Bruders Karl, auch 11. Viscount Taaffe) war ein Jugendfreund von Kaiser Franz Joseph I. Taaffe studierte Rechtswissenschaften an der Universität Wien. Auf Grund der Vertrauensposition beim Kaiser wurde er mit 28 Jahren, 1861, Statthaltereirat und Leiter der Kreisbehörde in Prag, 1863 Landespräsident (Landeschef) im Kronland Salzburg und war im Jänner bis März 1867 Statthalter (Landeschef) im Kronland Österreich ob der Enns. In dieser Zeit war er für die Durchführung der zweiten Landtagswahlen in Oberösterreich zuständig.

In der Amtszeit von Ministerpräsident Friedrich Ferdinand von Beust, der zu dieser Zeit den österreichisch-ungarischen Ausgleich verhandelte und abschloss, berief ihn der Kaiser im Februar 1867 zum Leiter des Verwaltungsministeriums und ernannte ihn im März zum Minister des Inneren.

Anschließend wurde er zum Jahresende 1867 zum Stellvertreter des Ministerpräsidenten Fürst Karl von Auersperg ernannt und zugleich mit den Agenden für Landesverteidigung und öffentliche Sicherheit betraut. Nach dem Ausscheiden Auerspergs ernannte ihn der Kaiser am 24. September 1868 zum k.k. Ministerpräsidenten und Landesverteidigungsminister.

Da er im so genannten Bürgerministerium mit seiner Absicht, den Forderungen der nichtdeutschen Nationalitäten besser zu entsprechen, in der Minderheit blieb, suchte er um Enthebung an, die ihm der Kaiser am 15. Jänner 1870 erteilte. Am 12. April 1870 ernannte der Kaiser ihn im an diesem Tag ernannten Ministerium Potocki zum Minister des Innern und übertrug ihm die Leitung des Ministeriums für Landesverteidigung. Das Ministerium Potocki wurde im Februar 1871 enthoben.

Von Mai 1871 bis Juni 1879 war Taaffe dann k.k. Statthalter (Landeschef) im Kronland Tirol. In dieser Zeit wurde er im April 1878 vom Kaiser mit dem höchsten Ehrenzeichen der Monarchie, dem Orden vom Goldenen Vlies, ausgezeichnet. Am 12. August 1879 wurde er vom Kaiser erneut zum k.k. Ministerpräsidenten ernannt und amtierte bis zum 11. November 1893.

Taafe heiratete die ungarische Adelige Irma Csáky de Körösszegy et Adorján (* 6. Januar 1838; † 15. Mai 1912). Das Paar hatte vier Töchter und einen Sohn:

Marie Amalie (* 21. September 1866) ⚭ 1889 Max von Coudenhove (* 17. Dezember 1865; † 3. Juli 1928)

Luise (* 28. Juni 1868), Stiftsdame

⚭ 1889 Freiherr Richard von Mattencloit (geschieden)

⚭ 1901 Dr. med. Julius Demkö, Arzt

Heinrich (* 22. Mai 1872; † 25. Juli 1928), Peer von Irland

⚭ 1897 Maria Magda Fuchs († 3. Januar 1918)

⚭ 1919 Aglae Isecescu (* 22. April 1881)

Die Berufung des konservativen Monarchisten Eduard Taaffe brachte einen grundlegenden Wandel der Politik. Er bedeutete das Ende der politischen Vormacht der Liberalen, der Regierung durch Advokaten und Unternehmer.

1882 setzte der Reichsrat auf seinen Vorschlag die Zensusgrenze (Mindeststeuerleistung) für die Wahlbeteiligung von zehn auf fünf Gulden herab, wodurch der gewerbliche Mittelstand das Wahlrecht erhielt (so genannte Fünf-Gulden-Männer). Dadurch wurde seine parlamentarische Basis gestärkt.

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