Edmund Emil Kemper III. (kurz Ed Kemper) alias Co-Ed-Killer (* 18. Dezember 1948 in Burbank, Kalifornien) ist ein US-amerikanischer Serienmörder.
Der 2,06 Meter große und über 130 Kilogramm schwere Kemper wuchs mit zwei Schwestern in einer zerrütteten Familie auf und wurde dann zu den Großeltern gebracht, die er im Alter von 15 Jahren erschoss. Es folgte ein Aufenthalt in einer Besserungsanstalt. Ab 1972 tötete Kemper erneut. Seine Opfer waren meist Anhalterinnen, die er erdrosselte, sich post mortem an ihnen verging und sie anschließend zerstückelte. Nach mehreren derartigen Taten gipfelte Kempers Mordserie dann Karsamstag 1973 in der Tötung seiner Mutter Clarnell und deren Freundin Sally Hallett. Nach dieser Tat stellte sich Kemper der Polizei. Kemper wurde wegen achtfachen Mordes zu lebenslanger Haft verurteilt und befindet sich nun im Gefängnis von Vacaville.
Hier wurde Kemper zu einem der beliebtesten Forschungssubjekte der forensischen Psychiatrie und Kriminologie, das von sogenannten Profilern, wie Robert Ressler und John Douglas, immer wieder zur Analyse herangezogen wurde. Neben Verfügbarkeit, hinreichender Intelligenz und Gesprächsbereitschaft konnte für die Erforschung Kempers vor allem geltend gemacht werden, dass durch die frühe Tötung der Großeltern die Pathogenese besser dokumentiert vorlag, als dies sonst üblich ist.
Ed Kempers Mutter Clarnell und sein Vater Edmund (Ed) Sr. (oder: der Zweite) scheinen bis zu ihrer Trennung ständig gestritten zu haben. Den beginnenden exzessiven Alkoholkonsum der Mutter und die daraus resultierenden Alkoholprobleme lastete diese dem Sohn an, der zudem in seiner Erscheinung zusehends dem ungeliebten Gatten zu gleichen begann. Als zehnjähriger Junge wurde Kemper dann aus dem Wohnbereich ausquartiert und bekam ein Zimmer im Keller neben dem Heizungsraum zugewiesen. Als Begründung führte die Mutter an, Kempers Erscheinungsbild sei den Schwestern nicht länger zumutbar gewesen. Auch hätten sich die Schwestern von ihrem Bruder sexuell belästigt gefühlt.
Kemper selbst gab an, dass mit dem Umzug in den Keller seine Gewaltfantasien an Intensität und Komplexität zunahmen. So soll er Fantasien von sexuellen Experimenten an der Mutter und den zwei Schwestern mit tödlichem Ausgang gehabt haben. Mit Messer und Hammer bewaffnet die Mutter im Schlaf zu beobachten, nährte diese Fantasien. Ein sich daneben stark ausprägendes Gerechtigkeitsbedürfnis kanalisierte sich dann in einer Vorliebe zur polizeilichen Obrigkeit.
Schon während seiner Grundschulzeit war Ed Kemper größer als seine Mitschüler, weswegen er häufig gehänselt bzw. ausgegrenzt wurde und auch fantasierte, diese umzubringen. Zugleich fürchtete er sich ständig davor, von den anderen Kindern trotz seiner Größe verprügelt zu werden. Obwohl er als Tagträumer galt und wegen der sozialen Ausgrenzung durch die Mitschüler sowie durch die Kaltherzigkeit seiner Mutter ungern zur Schule ging, bezeichnete er sich selbst als einen unauffälligen und wegen seiner guten schulischen Leistungen hochintelligenten Jungen.
Als 10-Jähriger begann Kemper zu zündeln und Tiere zu quälen, anfangs nur Insekten, tötete dann aber die Familienkatze, die er lebendig vergrub, um sie dann tot wieder ausgraben und enthaupten zu können. Den Kopf stellte Kemper in seinem Kinderzimmer zur Schau. Seine Mutter, zunächst ungewiss über das Verschwinden der Katze, ersetzte diese durch eine neue. Doch als Kemper mit 13 Jahren die zweite Katze mit seiner Machete zerstückelte, die Gebeine in seinem Schrank versteckte und seine Mutter diese später fand, somit auch das Verschwinden der ersten Katze ergründete, bezeichnete sie ihren Sohn darauf als einen Psychopathen.
Schon als 12-Jähriger ließ sich Kemper dann von seiner Schwester Susan in einem sogenannten Gaskammer-Spiel an einen Stuhl fesseln, um das Ersticken und Tod durch den elektrischen Stuhl zu mimen. Auch begann er nun, die Puppen seiner Schwestern zu köpfen.
Nach der Scheidung von Kempers Eltern sollte der Sohn beim Vater leben. Besonders in den Phasen der Anbahnung einer neuen Partnerschaft und der Trennung – Kempers Mutter heiratete noch zwei weitere Male und wurde wieder geschieden – befand sich Kemper nun bei den am Rande der Sierra Nevada auf einer Farm wohnenden Eltern seines Vaters. Kemper empfand seine Großmutter als schikanös, liebte aber das Schießen mit seinem Großvater.
Als die Großmutter Maude ihren Enkel nach dem exzessiven Töten von kleineren Waldtieren und Vögeln mit dem Entzug des Gewehres und Hausarrest bestrafte, trat Kemper an die über ihre Korrespondenz gebeugte Großmutter, schoss ihr von hinten in den Kopf und stach danach noch mehrfach mit einem Messer auf sie ein. Als Motiv gab er später an, er habe lediglich wissen wollen, wie es sei, seine Großmutter zu erschießen: „I just wondered how it would feel to shoot Grandma.“ Der heimkehrende Großvater wurde dann ebenfalls erschossen, um ihm den Anblick seiner toten Frau zu ersparen: Ed Kemper wurde später im Hof liegend gefunden. Anschließend rief Kemper seine sich gerade in den Flitterwochen befindende Mutter an und teilte ihr die Tat mit. Auf deren Rat rief er selbst die Polizei.
Edmund Kemper wurde nun in die Hochsicherheitsbesserungsanstalt Atascadero State Hospital für geisteskranke Straftäter eingewiesen, wo man ihm eine passiv-aggressive Persönlichkeit diagnostizierte. Hier lernte er mit den Jahren 28 psychologische Tests samt richtiger Antworten auswendig. Auf Betreiben seiner Mutter wurde er 1969 vorzeitig entlassen und musste noch ein Jahr in einer Vollzugsanstalt für Jugendliche verbringen. 1970 gelangte er gegen den Widerstand der Staatsanwaltschaft auf freien Fuß. Die Mutter, die zwischenzeitlich eine Anstellung als Sekretärin an der neu gegründeten University of California in Santa Cruz gefunden hatte, drängte ihren Sohn, zu ihr zu ziehen. Doch trotz dieses Wunsches, obwohl Clarnell Kemper bei Vorgesetzten wie Studenten äußerst beliebt war und als warmherzige, stets hilfsbereite und für die Probleme anderer empfängliche Person galt, scheinen die Auseinandersetzungen mit dem Sohn ab der Entlassung in unverminderter Heftigkeit fortgeführt worden zu sein.
Kemper zog in eine eigene Wohnung und schaffte sich nach eigenen Angaben nun vermehrt pornographische wie kriminalistische Literatur an. Diverse Anstellungen und eine Bewerbung bei der Highway Patrol verliefen erfolglos – letztere wegen seiner Körpergröße. 1971 wurde Kemper dann beim State Highway Department angestellt. Der Besuch einschlägiger Gaststätten ermöglichte dem bei der Highway Patrol Verschmähten dennoch, einige Bekanntschaften zu Polizisten aufzubauen. Auch stattete Kemper seinen PKW wie ein ziviles Einsatzfahrzeug aus, installierte unter anderem ein Funkgerät, schaffte sich Handschellen an und besaß eine Ausbildungsmarke, die er von seinen neuen Freunden geschenkt bekommen hatte. Mit dem richtigen Arrangement dieser Accessoires zielte Kemper dann (ähnlich wie Ted Bundy) darauf, den Anschein amtlicher Autorität zu erwecken. Im Februar 1971 erlitt Kemper einen Motorradunfall und hatte nach einer außergerichtlichen Einigung, die ihm 15.000 US-Dollar einbrachte, vorerst keine finanziellen Sorgen mehr.
Schon in der Psychiatrie erarbeitete Kemper Pläne für die Ermordung von Menschen und das Verstecken ihrer Leichen. So hatte er schon dort erwogen, Leichen zu zerstückeln, um die Identifikation zu erschweren und die einzelnen Körperteile in verschiedenen Bundesstaaten zu entsorgen. Nach einem Streit mit der Mutter, die den Psychiatrieaufenthalt des Sohnes als Grund ihrer schlechten Chancen bei der Wahl eines neuen Partners benannte, verließ Kemper Anfang 1972 deren Haus und tötete „die erste schöne Frau“, die ihm begegnete. Das Opfer konnte nicht identifiziert werden, da die Leiche nie entdeckt wurde.
Am 7. Mai 1972 ermordete Kemper dann die zwei Anhalterinnen Mary Ann Pesce und Anita Luchessa, die Studentinnen (Co-Eds) am Fresno State College waren und nach Palo Alto mitgenommen werden wollten. Nach eigenen Angaben wählte Kemper sie aus, weil er meinte, sie der Hippiebewegung zurechnen zu können und sich daher eine späte Vermisstenanzeige erhoffte. Er bedrohte beide mit einer Waffe, fesselte dann die eine, während er die andere in den Kofferraum sperrte. Nachdem er das eine Mädchen erwürgt und verstümmelt hatte, erstach er das andere Mädchen und brachte beide Leichen in das Haus seiner (abwesenden) Mutter. Hier sezierte er beide, entnahm ihre Organe und machte Fotos. Dann trennte er seiner in der Psychiatrie ausgearbeiteten Vorgehensweise entsprechend Kopf und Hände vom Körper, reinigte die Leichen mehrfach, missbrauchte die Torsi und verpackte schließlich die Einzelteile in Plastikbeutel, die er in seinen PKW zurückbrachte. Die Leichen wurden in den Bergen von Santa Cruz vergraben, die Köpfe warf Kemper in eine Schlucht.