Edmund Alexander Abesser (* 13. Januar 1839 [abweichend 1837] in Marktgölitz; † 15. Juli 1889 in Wien) war ein deutscher Musiker, Musikpädagoge, Komponist und Pianist.
Edmund Abesser erhielt seinen ersten Musikunterricht bei seinem Vater, dem Lehrer Friedrich Abesser. Dieser unterrichtete ihn auf dem Klavier, an der Orgel und in Harmonielehre. Zu seiner Aufnahmeprüfung am Konservatorium legte Edmund schon 60 Kompositionen vor. Er studierte vom 4. Oktober 1854 bis zum 29. September 1857 am Leipziger Konservatorium. Seine Klavierlehrer waren Ignaz Moscheles und Louis Plaidy. Seine Lehrer in Musiktheorie waren Ernst Friedrich Richter und Moritz Hauptmann. Er erhielt 1856 ein Stipendium für unbemittelte, fleißige und begabte Schüler und Schülerinnen. Nach seinem Studium wurde er Hofpianist in Meiningen. Er lebte die meiste Zeit seines Lebens in Meiningen und Leipzig. In Leipzig wirkte er als Salonpianist, Komponist und Klavierlehrer. In den 1870ern unterrichtete er an der Akademie für Tonkunst in Leipzig. Unter seinen Schüler war der Sänger, Komponist und Musiklehrer Eugen Lindner (* 11. Dezember 1858; † 12. November 1915), der ab 1913 am Leipziger Konservatorium unterrichtete.
Der deutsche Kaiser ließ Abesser in Leipzig in Anerkennung seines op. 162 Biblische Bilder ein sehr huldvolles und anerkennendes Geheimes Cabinetschreiben überreichen. 1877 ließ Ernst II., der Herzog von Sachsen-Coburg und Gotha, ihm einen Brilliantring überreichen und ihm bezüglich seiner Compositionen seine Anerkennung aussprechen.
Edmund Abesser war als Komponist von Salonmusik im 19. Jahrhundert sehr beliebt. Er schrieb vor allem Klaviermusik.
op. 1 Scherzo für Klavier; 1858 verlegt bei Eduard Bote & Gustav Bock in Berlin. OCLC 1302190705 OCLC 634103010In der Neuen Berliner Musikzeitung vom 23. Juni 1860 wurde das Werk rezensiert. Das Werk sei nicht bloß als op. 1 beachtenswert. Der Rezensent hält es für das Bedeutendste unter solchen Erstlingswerken sowohl in Bezug auf Erfindung und Charakter als was die technische Ausführung anlangt. Der Seitensatz sei zugleich anmutig und witzig. Und er schließt damit, dass man die Phrase von der Berechtigung zu großen Hoffnungen wieder mit Fug und Recht annehmen könne.
op. 4 Im Traum; Tongemälde; Langensalza; Schulbuchhandlung
op. 12 Erholungsstunden am Pianoforte; Leipzig, Merseburger. Eine Sammlung leichter Tänze für kleine Hände mit Fingersatz; Leipzig, Merseburger. Die Neue Zeitschrift für Musik aus Leipzig schreibt in ihrer Ausgabe vom 20. Januar 1865: Wir rechnen diese zu den Kinderstücken, welche mit freundlich-kindlichem Inhalt zu dem Kinde herabsteigen sollen, wozu hier die Tanzformen Polonaise, Walzer, Mazurka, Polka und Galopp vom Componisten verwendet worden sind. Wenn nun in solchen Tänzen die Melodie mit höchst einfacher Harmonie nur die Aufgabe hat, dem Ohre zu schmeicheln, so müßten die vorliegenden Tänze wenigstens ein modernerers Gewand haben, was keineswegs besonders bei dem Walzer der Fall ist. Sie gehören im Gegentheil ihrer Setzweise nach einer entschwundenen Zeit an. Eine zu dürftige Fantasie darf sich auch in solchen kleinen Tänzen (musikalischen Bonbons) nicht zeigen.
op. 14 Tyroler-Klänge, Charakterstück für Klavier; Altenbeurg, Gerstenberger OCLC 1309876613
op. 19 Scherzo – Etüde für Pianoforte, Merseburger, Leipzig OCLC 1302190698
op. 20 Drei Stücke für Pianoforte; Leipzig, Merseburger. I Jägerlied II Durch die Nacht III Waldbümchen OCLC 1303899254
op. 23 Sonatine C-Dur, Merseburger, Leipzig OCLC 165529876
op. 24 Frühlingsstimmen; Drei Tanzpiècen, Merseburger, Leipzig OCLC 1302566371 I Vögleins Erwachen II Schneeglöckchen III Erster Schmetterling
op.25 Großer Militär-Festmarsch für Klavier, König Wilhelm I. von Preußen gewidmet, verlegt bei Fr. Bartholomäus in Erfurt. OCLC 634102507 OCLC 1302744099Die Neue Zeitschrift für Musik aus Leipzig schreibt in ihrer Ausgabe vom 25. Oktober 1861 über das Werk: Ein kräftiges Tonstück von festlichem, nicht gewöhnlichem Ausdruck. Von voller Militairmusik mag dieser „Festmarsch“, S. M. dem Könige von Preußen, von imponierender Wirkung sein. Der Anfang erinnert an Mendelssohn’s „Hochzeitsmarsch“.
op. 26 Perlen Opernmelodien und Volkslieder für Pianoforte. Nr. 2 Impromptu in f- moll, Allegro vivace, Franz Liszt gewidmet RISM ID: 464140110 OCLC 165529867
op. 27 2ter großer Militär-Festmarsch, Leipzig, Stoll
op. 29 Zur Aufmunterung, instructive, gefällige und leichte Fantasien über beliebte Opernmelodien und Volkslieder für Piano, verlegt bei Klemm in Leipzig. I Otto Nicolai Die lusitigen Weiber II Böhmisches Volkslied III Francois Auber Die Stumme und Fra Diavolo VI Die Regimentstochter
op. 30 Musikalischer Jugendfreund, eine Reihe leichter Tonstücke für Klavier zu vier Händen; Altenburg, Gerstenberger
op. 38 Polonaise concertant, C. W. B. Naumburg, Leipzig OCLC 1302744575