An diesem Tag

Edgar Wallace

Englischer Kriminalschriftsteller

Anúncio

Richard Horatio Edgar Wallace [ˈwɒlɪs] (* 1. April 1875 in Greenwich bei London; † 10. Februar 1932 in Hollywood, Kalifornien) war ein englischer Schriftsteller, Journalist, Dramatiker, Drehbuchautor und Filmregisseur. Er gehört zu den erfolgreichsten englischsprachigen Kriminalschriftstellern und gilt als Erfinder des modernen Thrillers und dessen Hauptvertreter Anfang des 20. Jahrhunderts. Sein Werk umfasst insgesamt 175 Bücher, 15 Theaterstücke und zahlreiche Artikel und Rezensionsskizzen, die teilweise sehr rasch hintereinander veröffentlicht wurden. Bis kurz vor seinem Tod arbeitete er an dem Drehbuch zu dem Hollywood-Film King Kong und die weiße Frau.

Edgar Wallace wurde 1875 unter dem Namen Richard Horatio Edgar als nichtehelicher Sohn und nach der Tochter Josephine (Joey) als zweites Kind der Schauspielerin Mary Jane „Polly“ Richards, geborene Blair, geboren. Sein Vater war der Komödiant Richard Horatio Marriott Edgar, der Sohn der zur damaligen Zeit überregional bekannten Schauspielerin Alice Marriott, die Arbeitgeberin von Polly Richards. Edgar Wallace entstammte einer kurzen Affäre zwischen Polly Richards und Richard Marriott, obwohl dieser bereits mit der Schauspielerkollegin Jenny Taylor verlobt war und heiraten wollte. Polly Richards verschwieg sowohl dem Vater wie auch dessen Mutter die Schwangerschaft und brachte ihren Sohn mit Hilfe einer Hebamme in Greenwich, Ashburnham Grove 7 zur Welt. Amtlich wurde das Kind zur Taufe als Sohn von „Walter Wallace“ registriert, der wahrscheinlich nicht existierte.

Unmittelbar nach seiner Geburt wurde das Kind auf Vermittlung der Hebamme vom Londoner Fischträger George Freeman und dessen Frau gegen Bezahlung zur Betreuung aufgenommen und bekam den Namen Richard Horatio Edgar Freeman, abgekürzt zu Dick Freeman. Er wuchs gemeinsam mit den bereits zehn eigenen Kindern der Familie Freeman am Norway Court auf. 1878 wurde er von den Freemans adoptiert, nachdem seine Mutter die Zahlungen für ihn aus finanziellen Gründen hatte einstellen müssen. Er verbrachte seine Kindheit in den armen Verhältnissen der kinderreichen Fischträgerfamilie und ging zur St. Peters Infant School in der Thames Street und wechselte nach einem Umzug der Familie nach Camberwell auf die Reddin’s Road School. Obwohl sein Adoptivvater versuchte, ihm eine gute Schulausbildung zu geben, schwänzte er die Schule regelmäßig, um am Ludgate Circus Zeitungen zu verkaufen und eigenes Geld zu verdienen. Dieses setzte er vor allem für seine Freizeitgestaltung ein und laut der Autorin und Biografin Margaret Lane war er bereits als Kind vom Theater fasziniert und ging, sooft er konnte, in Vorstellungen. Zur gleichen Zeit machte er seine ersten Erfahrungen mit der Kleinkriminalität Londons und schloss sich einer Jungenbande an, mit der er kleinere Diebstähle beging. Er brach die Schule im Alter von zwölf Jahren ab und nahm danach verschiedene Jobs an – als Druckergehilfe, als Botenjunge und Zeitungsjunge, in einem Schuhgeschäft, in einer Tuchfabrik, auf einem Schleppnetzfischerboot in Grimsby, als Milchkutscher, Straßenbauer und Bauarbeiter. Mit seinem Freund Willie Ramsey, der ebenfalls als Botenjunge arbeitete, wurde er für die Temperanzbewegung aktiv und trat der Christ Church Bermondsey Temperence Society bei. Zudem war er regelmäßig bei der St. Johns Ambulance Brigade, bei der er die Grundlagen der medizinischen Versorgung lernte, die ihm später in der Armee hilfreich wurden.

1894 schrieb er sich als 18-Jähriger zur Armee ein und nahm den Namen Edgar Wallace an; angelehnt an den Schriftsteller Lew Wallace, der 1880 Ben Hur veröffentlicht hatte. 1896 wurde er im Queen’s Own Royal West Kent Regiment in Südafrika stationiert. Dort ließ er sich zuerst zum Royal Army Medical Corps und später zum Pressecorps versetzen und wurde Kriegsberichterstatter im Zweiten Burenkrieg.

Tätigkeit als Journalist in Kapstadt und London

Die schriftstellerische Laufbahn von Edgar Wallace begann während seiner Dienstzeit bei der Armee in Südafrika. Zu Beginn dieser schrieb er ein Lied und schickte es dem Londoner Komödianten Arthur Roberts, der es in London aufführte. Während der Zeit im Royal West Kent Regiment besserte er sein Gehalt auf, indem er kurze Texte zu lokalen Ereignissen und Personen für die Presse in Kapstadt schrieb. Zudem schrieb er Gedichte, die vor allem durch die Arbeiten von Rudyard Kipling beeinflusst waren, den er 1898 in Kapstadt traf. Im gleichen Jahr veröffentlichte er ein Sammelwerk seiner Balladen unter dem Titel The Mission that Failed!.

1899 kaufte er sich aus dem Armeedienst frei und arbeitete weiterhin für kurze Zeit bei der Nachrichtenagentur Reuters. Ab 1900 wechselte er als Kriegsberichterstatter zur Daily Mail und schrieb auch für andere Zeitungen. Nachdem Wallace durch geschickte Umgehung der Militärzensur den Friedensvertrag über die Daily Mail 24 Stunden vor dem offiziellen Veröffentlichungstermin publiziert hatte, wurde ihm durch Lord Kitchener die Erlaubnis zur Kriegsberichterstattung in Südafrika entzogen. 1902 wurde er der erste Schreiber der Rand Daily Mail.

Bereits 1901 und noch in Kapstadt heiratete Wallace Ivy Maude Caldecott (1879–1926), die Tochter des methodistischen Missionars William Shaw Caldecott. Nach der Geburt der ersten Tochter Eleanor Claire Hellier am 23. Mai 1902 und ihrem Tod am 17. März 1903 durch eine Hirnhautentzündung sowie aufgrund von Schwierigkeiten mit Wallace’ Vorgesetzten kehrte das Paar 1903 hoch verschuldet nach London zurück. Nach seiner Rückkehr nach London arbeitete er als Journalist und Sonderberichterstatter. Am 28. April 1904 wurde der gemeinsame Sohn Bryan Edgar geboren und am 1. September 1908 folgte die Tochter Patricia Marion Caldecott; der zweite Sohn Michael Blair wurde am 29. September 1916 geboren. Die Ehe mit Ivy wurde 1919 geschieden und am 17. Mai 1921 heiratete Wallace seine Sekretärin Ethel Violet King (1896–1933), Tochter des Bankiers Friedrich König. Am 30. Mai 1923 wurde deren gemeinsame Tochter Penelope geboren, die ebenfalls Schriftstellerin wurde.

Nach seiner Rückkehr nach London erschien 1905 sein erster Kriminalroman Die vier Gerechten (englischer Originaltitel: The Four Just Men) im Eigenverlag, da er keinen Verleger finden konnte. Der Roman wurde ein Erfolg, allerdings für Wallace auch ein finanzielles Desaster. Er hatte für das Erraten der Mordmethode an einem der Opfer im Buch Preise von 500 Pfund versprochen (für damalige Zeiten eine sehr hohe Summe).

Nur dem Eingreifen von Alfred Harmsworth von der Daily Mail, der verhindern wollte, dass seine Zeitung aufgrund dieser Aktion in die Diskussion gezogen und Schaden nehmen könnte, war es zu verdanken, dass Wallace diese Pleite überstand. Das Verhältnis von Harmsworth zu Wallace verschlechterte sich, nachdem die Daily Mail aufgrund einiger Schludrigkeiten in einem von Wallace’ Texten angegangen worden war. Nach einem weiteren Fall dieser Art im Jahr 1907 wurde ihm bei der Zeitung gekündigt, ohne eine Chance zur Anstellung bei einer anderen Zeitung in London zu haben.

Da Wallace eine Familie zu ernähren hatte und dem Bankrott nahe war, schrieb er weitere Romane, um sein Leben zu finanzieren. Es dauerte allerdings bis 1909, bis er einen erfolgreichen und populären Stil entwickelte und seine Werke verkaufen konnte. Dabei verarbeitete er Erlebnisse, die er als Reporter in Südafrika und vor allem in der belgischen Kolonie Kongo gemacht hatte, in einer Serie von Afrika-Romanen und Kurzgeschichten. Der erste Roman dieser 11-teiligen Serie, Sanders of the River von 1911, wurde ein Bestseller. Der Erfolg half ihm zugleich, seine Reputation als Journalist wieder zu erlangen, und er schrieb als Kommentator für Pferderennen und andere Ereignisse für die Week-End und die Evening News. Er übernahm Anteile an der Renn-Beilage der Week-End und brachte mit Bibury’s und R. E. Walton’s Weekly zwei eigene Rennsport-Blätter heraus. Um die Arbeit zu bewältigen, gründete er ein Schreibbüro und stellte Personal ein, darunter auch seine spätere zweite Frau, Ethel Violet King.

Anúncio

Bald in der World in Stories App

Audio, Offline-Download, keine Werbung und mehr.

Premium entdecken
Edgar Wallace | World in Stories