Dwight David „Ike“ Eisenhower (* 14. Oktober 1890 in Denison, Texas, als David Dwight Eisenhower; † 28. März 1969 in Washington, D.C.) war ein US-amerikanischer General of the Army und während des Zweiten Weltkriegs Supreme Commander der Supreme Headquarters, Allied Expeditionary Force (SHAEF) in Europa. Als Politiker der Republikanischen Partei war Eisenhower von 1953 bis 1961 der 34. Präsident der Vereinigten Staaten. In seine Amtszeit fiel die Tauwetter-Periode des Kalten Kriegs, die Beendigung des Koreakriegs, der Sputnikschock und das Ende der McCarthy-Ära.
Der Name Eisenhower ist deutschen Ursprungs und lässt sich auf Hans Nikolaus Eisenhauer (* 1691) aus Eiterbach (Odenwald) zurückverfolgen. Dessen jüngster Sohn, der Holzhauer Johann (Hans) Nicolaus Eisenhauer aus Karlsbrunn im saarländischen Warndt (Grafschaft Saarbrücken), folgte 1741 dem Aufruf William Penns, in das Commonwealth of Pennsylvania auszuwandern, um der religiösen Verfolgung als Mennonit zu entfliehen.
Dwight D. Eisenhower wurde in Denison (Texas) als drittes Kind der Eheleute David Jacob Eisenhower und Ida Elizabeth (geborene Stover) geboren. Sein Geburtsname war David Dwight Eisenhower. David Jacob Eisenhower (1863–1942) war der zweifache Urenkel von Johann Nicolaus Eisenhauer. Eisenhowers Mutter, Ida Elizabeth Stover (1862–1946), geboren in Mount Sidney (Virginia), war deutsch-protestantischer Abstammung. Die Eltern Dwight D. Eisenhowers heirateten am 23. September 1885 in Lecompton (Kansas).
David Jacob Eisenhower betrieb einen Gemischtwarenladen in Hope (Kansas), aber das Geschäft scheiterte und die Familie verarmte. Die Eisenhowers lebten anschließend von 1889 bis 1892 in Texas und kehrten dann nach Kansas zurück. David Jacob Eisenhower arbeitete dort als Eisenbahnmechaniker und danach in einer Molkerei.
Eisenhower hatte sechs Brüder: Arthur, Edgar, Roy, Paul, Earl, und Milton. Paul verstarb schon im Alter von 10 Monaten an Diphtherie. 1892 zog die Familie nach Abilene, Kansas, wo Dwight D. Eisenhower 1909 von der Abilene High School abging. Beide Eltern gehörten der Glaubensgemeinschaft der River Brethren an und Eisenhower wuchs in diesem Milieu auf. Die Mutter war sehr religiös und erzog die Kinder in diesem Sinne. Noch während seiner Jugend wandte sie sich den Zeugen Jehovas zu. Wahrscheinlich aus diesem Grund spielte er später den Einfluss der Mutter auf seine Sozialisation herunter.
Im Jahr 1916 heiratete er Mamie Geneva Doud (1896–1979), mit der er zwei Söhne hatte. Der ältere, Doud Dwight Eisenhower (1917–1921), starb jung an Scharlachfieber. Der jüngere, John Sheldon Doud Eisenhower (1922–2013), wurde Brigadegeneral und US-Botschafter in Belgien.
Aufstieg vor dem Zweiten Weltkrieg
Am 14. Juni 1911 trat Eisenhower in die US Military Academy in West Point, New York, ein, wo er 1915 seinen Abschluss machte. Während dieser Zeit fiel er mehr durch regelwidriges Verhalten als durch besonderen Fleiß auf. 1915 wurde er zum Second Lieutenant, 1916 zum First Lieutenant und 1917 zum Captain befördert. Von 1915 bis 1918 diente er in der Infanterie. Er wurde 1918 Lieutenant Colonel im Brevet-Rang der National Army und war als einer der wichtigsten Ausbilder der noch jungen US-Panzertruppe tätig.
Kurz nach dem Ersten Weltkrieg im Jahr 1919 nahm Eisenhower als offizieller Beobachter am Motor Transport Corps Convoy teil. Dieser sollte das Straßennetz der Vereinigten Staaten auf Kriegstüchtigkeit und transkontinentale Mobilität prüfen, wozu ein militärischer Konvoi am 7. Juli in Washington, D.C. startete und 62 Tage später am Zielort in Oakland, Kalifornien eintraf. In Eisenhowers Bericht über die Fahrt ging er auf den Straßenzustand der Strecke ein, machte Vorschläge zum ordnungsgemäßen Bau und Instandhaltung von Straßen. Er kam zum Schluss, dass ausgedehnte Fahrten mit LKW durch den mittleren Westen, anders als im östlichen Teil der Vereinigten Staaten, nicht durchführbar seien, solange die Straßen nicht verbessert werden. Eisenhower schöpfte später als Präsident aus dieser Erfahrung, als er den Highway Act vom Juni 1956 auf den Weg brachte.
Zudem schloss er Freundschaft mit dem später zum General beförderten George S. Patton. 1920 wurde Eisenhower zum Major befördert. Von 1922 bis 1924 diente er als Executive Officer unter Fox Conner in der Panamakanalzone. 1925 bis 1926 besuchte er das Command and General Staff College und diente von 1929 bis 1933 im Kriegsministerium.
Von 1933 bis 1935 war er Chief Military Aide des Chief of Staff of the Army, General Douglas MacArthur, den er 1935 als Militärberater auf die Philippinen begleitete. Er war bis 1939 stellvertretender Militärberater der philippinischen Regierung. Eisenhower hatte starke Meinungsverschiedenheiten mit MacArthur über die Rolle der philippinischen Armee und die Führungsqualitäten, die ein amerikanischer Armeeoffizier an den Tag legen und bei seinen Untergebenen entwickeln sollte. Die daraus resultierende Antipathie zwischen Eisenhower und MacArthur hielt für den Rest ihres Lebens an. Historiker sind zu dem Schluss gekommen, dass diese Zusammenarbeit eine wertvolle Vorbereitung auf den Umgang mit den herausfordernden Persönlichkeiten von Winston Churchill, George S. Patton, George Marshall und Bernard Montgomery während des Zweiten Weltkriegs darstellte. Er lernte auf den Philippinen das Fliegen, machte 1937 einen Alleinflug über die Philippinen und erwarb 1939 in Fort Lewis eine US-Privatpilotenlizenz. 1936 wurde er Lieutenant Colonel und 1941 Colonel. Im September 1941 wurde er Stabschef der 3. US-Armee in Texas und erhielt die Beförderung zum Brigadier General. Sein höchstes Truppenkommando war bis zu diesem Zeitpunkt das eines Bataillons gewesen.
Nach dem Eintritt der Vereinigten Staaten in den Zweiten Weltkrieg im Dezember 1941 wurde Eisenhower zum Generalstab in Washington berufen, wo er unter anderem als Chef der War Plans Division (Abteilung für strategische Planung) und als Assistant Chief of Staff tätig war, seit März 1942 als Generalmajor. Er arbeitete dort unter Generalstabschef General George C. Marshall. Im Juni 1942 wurde er Leiter des amerikanischen Hauptquartiers in Europa (ETOUSA) und Generalleutnant, im August zusätzlich des Allied Force Headquarters und somit Oberbefehlshaber bei der amerikanischen Landung in Nordafrika (Operation Torch). Im Februar 1943, während des Tunesienfeldzugs, wurde er zum Vier-Sterne-General befördert und ihm wurde zusätzlich die britische 8. Armee unterstellt. Diese Operation geriet durch die hohen Verluste unter den amerikanischen Truppen in die Kritik. Eisenhower war anschließend ebenso Oberbefehlshaber der alliierten Truppen bei der Landung auf Sizilien und im nachfolgenden Italienfeldzug.
Am 24. Dezember 1943 wurde er zum Oberbefehlshaber der alliierten Streitkräfte in Nordwesteuropa (Supreme Commander Allied Expeditionary Force) ernannt. Als solcher leitete er die wichtigste Militäraktion der westlichen Alliierten des Krieges in Europa: die Landung der alliierten Truppen in der Normandie (Operation Overlord) im Juni 1944. Ihm wurde auch das Oberkommando über alle britischen Heerestruppen und der strategischen Luftstreitkräfte übertragen. Nach der gelungenen Invasion in der Normandie (Operation Neptune) gelang es den Alliierten, Frankreich zu befreien. Eisenhowers persönliche Sekretärin Kay Summersby enthüllte in ihren 1948 erschienenen Memoiren, dass bei der Befreiung von Paris ein deutscher Offizier ein Attentat auf ihren Chef geplant hatte. Die Aufdeckung führte zu einer drastischen Verstärkung seines Personenschutzes.
Am 20. Dezember 1944 wurde er (nach Rangdienstalter) als dritter Offizier nach Marshall und MacArthur zum General of the Army ernannt.
Er wehrte die deutsche Ardennenoffensive ab, wobei er Spannungen mit Frankreich wegen der Abwehr einer zweiten deutschen Offensive in Kauf nahm. Danach erfolgte die militärische Eroberung und die politische Befreiung von Deutschland, wobei Eisenhower gegen die Wünsche der Briten nicht direkt auf Berlin vorrücken, sondern die US-Truppen nach der Überquerung des Rheins im März 1945 in Richtung Süd- und Mitteldeutschland vorstoßen ließ, um das mitteldeutsche Industriegebiet einzunehmen und ein Ausweichen der Deutschen nach Süden, in die Alpenfestung, zu verhindern.