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Dutchbat

Das Dutchbat, das Dutch Air Mobile Battalion (englisch ‚Niederländisches luftbewegliches Bataillon‘), war das niederländ

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Das Dutchbat, das Dutch Air Mobile Battalion (englisch ‚Niederländisches luftbewegliches Bataillon‘), war das niederländische Kontingent für die United Nations Protection Force (UNPROFOR) während des Jugoslawienkrieges ab 1994 und der EUFOR-Operation Althea 2006.

Die Einheiten Dutchbat I bis III waren mit dem Schutz der UN-Schutzzone von Srebrenica beauftragt. Während des Einsatzes von Dutchbat III kam es zum Massaker von Srebrenica durch serbische Einheiten der Armee der Republika Srpska (VRS), bei dem im Juli 1995 über 8000 muslimische Bosniaken – vor allem Männer und Jungen zwischen 12 und 77 Jahren – getötet wurden.

Dutchbat IV nahm an der EUFOR Operation Althea im Jahr 2004 teil.

Die Aufgabe der Dutchbat I bis III war es, die UN-Schutzzone von Srebrenica und die darin wohnende bosnische Zivilbevölkerung zu schützen. Die Schutzzone war aufgrund der Resolution 819 des UN-Sicherheitsrats vom 16. April 1993 eingerichtet worden, da das Gebiet um die Schutzzone durch die Armee der Republika Srpska besetzt worden war. Jeder Angriff auf Srebrenica und jede andere feindliche Handlung gegenüber dieser Schutzzone müsse unterbleiben.

Der Sicherheitsrat unterstrich den Status Srebrenicas als Sicherheitszone am 6. Mai 1993 durch Resolution 824 und am 4. Juni 1993 durch Resolution 836. Letztere gestattete dabei die Anwendung von Waffengewalt durch UNPROFOR-Soldaten für Zwecke der Selbstverteidigung. Kampfhandlungen sollten nur durch Einheiten der Operation Deny Flight der NATO vollzogen werden.

Gemäß ihrer Aufgabe war Dutchbat I–III nur mit leichten Waffen, darunter auch Panzerabwehrwaffen (TOW) und geländegängigen Fahrzeugen und 27 gepanzerten Mannschaftstransportwagen mit Maschinengewehren bewaffnet.

Das Ziel der Operation Althea ist, durch militärische Präsenz zu einem sicheren Umfeld beizutragen, in dem das Dayton-Abkommen umgesetzt werden kann. Gewaltausbrüche der ehemaligen Konfliktparteien sollen verhindert und die nationalen und internationalen Akteuren in die Lage versetzt werden, ihre Aufgaben zu erfüllen.

Zusätzlich unterstützt EUFOR den Internationalen Strafgerichtshof für das ehemalige Jugoslawien, unter anderem bei der Festnahme von mutmaßlichen Kriegsverbrechern.

Nach der UN-Resolution zur Aufstellung der UNPROFOR verpflichteten sich die Niederlande, ein Kontingent mit bis zu 600 Mann zu entsenden. Am 18. April 1993 lösten die ersten 170 UNPROFOR-Soldaten, hauptsächlich Kanadier, die zunächst eingesetzten Franzosen in Srebrenica ab. Ihr Hauptquartier wurde in einer Fabrik bei Potočari, innerhalb der UN-Schutzzone von Srebrenica, eingerichtet. Das Bataillon schuf 30 Beobachtungsposten in und am Rand der UN-Schutzzone Srebrenica, von denen aus das Gebiet kontrolliert werden sollte.

Die ersten niederländischen Einheiten, Dutchbat I, trafen im März 1994 in ihrem Operationsgebiet im Osten Bosnien und Herzegowinas ein.

Auf die Einrichtung der Schutzzone Srebrenica folgte eine Phase der relativen Stabilität. Anzahl und Schwere der Gefechte gingen zurück. Dennoch wurden die Befriedung der Schutzzone und ein Schutz ihrer Bewohner nicht vollständig erreicht. Nach Blauhelm-Angaben gelang die geforderte Demilitarisierung der bosniakischen Einheiten innerhalb der Enklave weitgehend. Die Bosniaken widersetzten sich aber einer vollständigen Entwaffnung. Die bosnisch-serbischen Einheiten verweigerten die Demilitarisierungsbestimmungen vollständig. Immer wieder beschwerten sich Bosniaken über Angriffe der bosnischen Serben. Die bosnisch-serbische Armee erschwerte und blockierte außerdem Hilfskonvois, die für Srebrenica vorgesehen waren. Die Lage der Bevölkerung in der Schutzzone blieb trotz der relativen Stabilität kritisch.

Im Frühjahr 1995 wurden immer mehr Hilfskonvois für Srebrenica durch bosnisch-serbische Verbände blockiert. Wenn Angehörige der UNPROFOR die Schutzzone Srebrenica verließen, um Material- und Lebensmittelnachschub für ihre Truppe zu organisieren, wurde ihnen anschließend die Rückkehr in die Schutzzone durch bosnisch-serbische Einheiten verweigert. Auf diese Weise sank die Zahl der niederländischen Blauhelme in der Schutzzone von anfänglich 600 auf ca. 450 bis 400.

Das etwa fünfzehntausend Mann starke Drina-Korps der bosnisch-serbischen Armee und die Paramilitärs marschierten im Juli 1995 aus südlicher Richtung in die Schutzzone ein und übernahmen die Checkpoints des Dutchbats. Am 9. Juli waren sie nur noch einen Kilometer von der Stadtgrenze entfernt. Widerstand von bosniakischen Truppen oder UNPROFOR-Einheiten blieb fast völlig aus. Das Dutchbat war militärisch unterlegen, und es fehlte die Erlaubnis für den Einsatz von Waffengewalt für die Durchsetzung des Auftrags. Ob sie militärisch dazu in der Lage gewesen wären, ist ebenfalls umstritten.

In Anbetracht dieser Eskalation forderte der Kommandant der „Blauhelme“, Thomas Karremans, mehrfach NATO-Luftunterstützung an. Umfassende Luftunterstützung blieb aus. Zwei Flugzeuge der NATO bombardierten einen Panzer der bosnischen Serben und setzten diesen außer Gefecht. Darauf drohten die bosnischen Serben sofort, bei Fortsetzung von NATO-Luftangriffen würden sie die UNPROFOR-Soldaten, die sie bereits als Geiseln interniert hatten, ermorden. Ferner würden sie die zusammengedrängten Flüchtlingsmassen gezielt unter Beschuss nehmen. Daraufhin wurden alle Bemühungen eingestellt, die eindringenden bosnisch-serbischen Truppen durch Luftangriffe zu stoppen.

Nachdem die bosnisch-serbischen Einheiten die Kontrolle in Srebrenica übernommen hatten, flohen tausende der bosniakischen Einwohner nach Potočari, um dort auf dem Gelände der Blauhelme Schutz zu suchen. Am Abend des 11. Juli 1995 befanden sich in Potočari ca. 20.000 bis 25.000 bosniakische Flüchtlinge.

Seit den Morgenstunden des 12. Juli begannen die bosnisch-serbischen Kräfte damit, Männer aus der Masse der Flüchtlinge auszusondern und an separaten Plätzen – in einer Zink-Fabrik und einem Gebäude mit dem Namen „Weißes Haus“ – festzuhalten. Die Busse, die die Frauen, Kinder und Älteren nach Kladanj transportierten, wurden auf dem Weg dorthin von bosnisch-serbischem Militär gestoppt und nach Männern durchsucht. Wurden dabei welche entdeckt, wurden diese abgeführt.

Am 12. und 13. Juli wurden die Kinder und weiblichen Flüchtlinge in bosniakisch kontrolliertes Gebiet in der Nähe von Kladanj verbracht. Die niederländischen Blauhelm-Soldaten versuchten die Busse zu eskortieren, was ihnen nur beim ersten Konvoi gelang. Bosnisch-serbische Einheiten hinderten sie bei den nachfolgenden Konvois daran. Die Fahrzeuge wurden den UN-Soldaten mit Waffengewalt abgenommen.

Am Abend des 13. Juli befand sich kein Bosniake mehr in Potočari. Am 14. Juli entdeckten die UN-Soldaten auf ihren Erkundungsgängen in der Stadt Srebrenica nicht einen lebenden Bosniaken.

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