An diesem Tag

Dunja Hayali

Deutsche Journalistin und Fernsehmoderatorin

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Dunja Hayali (* 6. Juni 1974 in Datteln) ist eine deutsche Journalistin und Fernsehmoderatorin. Sie moderiert verschiedene Sport- und Nachrichtensendungen im öffentlich-rechtlichen Rundfunk, zuerst für die Deutsche Welle und seit 2007 im ZDF. Zwischen 2015 und 2017 moderierte sie zusätzlich eine Talkshow. Hayali setzt sich gegen Rassismus und Fremdenfeindlichkeit ein und für eine offene, wertschätzende Diskussionskultur. Für dieses Engagement erhielt sie zahlreiche Auszeichnungen und wurde Ziel von Hasskommentaren.

Dunja Hayalis Eltern sind irakische Christen aus Mossul. Ihre Mutter ist chaldäisch-katholisch, ihr Vater syrisch-orthodox. Hayali selbst war Katholikin und in der Jugend Messdienerin, sie ist aber aus der Kirche ausgetreten.

Die Eltern zogen von Bagdad zunächst nach Wien, um Medizin und Pharmazie zu studieren. Zum Zeitpunkt der Geburt Hayalis führte ihr Vater eine eigene Arztpraxis in Datteln, in der ihre Mutter aushalf. Hayalis älterer Bruder ist ebenfalls Arzt, ihre ältere Schwester arbeitete zunächst als Arzthelferin und später in einem Krankenhaus. In ihrer Jugend spielte Hayali Volleyball und Fußball, trainierte Judo und betrieb bis zum Alter von fünfzehn Jahren Tennis als Leistungssport.

Hayali studierte von 1995 bis 1999 an der Deutschen Sporthochschule Köln mit dem Schwerpunkt „Medien und Kommunikation“ in einem Diplomstudiengang. Während des Studiums absolvierte sie Praktika bei deutschen Radio- und Fernsehsendern.

Journalistische Karriere und Wirken

Nach dem Studium an der Deutschen Sporthochschule Köln arbeitete Dunja Hayali als Sportmoderatorin beim Radio der Deutschen Welle (Köln/Bonn), als freie Mitarbeiterin bei Radio Köln und als Moderatorin der Nachrichtensendung Journal bei Deutsche Welle TV in Berlin. Zusätzlich moderierte sie Sport- und Nachrichtensendungen beim Regionalsender tv.nrw, der Mitte 2005 seinen Sendebetrieb einstellte.

Im April 2007 übernahm Hayali die Moderation der ZDF heute-Nachrichten (vor allem heute – in Deutschland und die Wochenendausgaben) sowie die Co-Moderation des heute-journals, vorrangig neben Hauptmoderator Steffen Seibert. Seit Oktober 2007 moderiert sie außerdem das ZDF-Morgenmagazin, das sie seit Oktober 2010 als Nachfolgerin von Patricia Schäfer neben Wulf Schmiese oder Mitri Sirin in der „Spätschiene“ (7 bis 9 Uhr) als Hauptmoderatorin präsentiert.

Im Sommer 2015 und 2016 war Hayali – in Vertretung von Maybrit Illner – Moderatorin der ZDF-Sendung ZDFdonnerstalk. Das Talkmagazin wurde 2017 siebenmal unter dem neuen Titel dunja hayali ausgestrahlt. Seit Juli 2018 erfolgte die Ausstrahlung einmal im Monat. Im März 2021 kündigte das ZDF an, das Talkshowformat mit Hayali nicht fortzusetzen zu wollen.

Seit August 2018 gehörte Dunja Hayali zum Moderatorenteam des Aktuellen Sportstudios. Ihre erste Sendung dieser Reihe moderierte sie am 25. August 2018. Am 11. Mai 2023 gab Hayali bekannt, dass sie die Moderation des Aktuellen Sportstudios abgeben werde. Am 13. Mai moderierte sie nach rund fünf Jahren ihr 41. und letztes Sportstudio. Sie zog sich u. a. aus Zeitgründen zurück, da sie auch das Morgenmagazin und seit dem 20. Februar 2023 das heute-journal moderiert. 2023 war sie Teilnehmerin in der Sendung Das Duell um die Welt – Team Joko gegen Team Klaas.

Hayali moderierte außerdem Veranstaltungen wie den Kongress der erneuerbaren Energien. Sie selbst bezeichnet sich als „Haltungsjournalistin“.

Im März 2017 gab Hayali der Wochenzeitung Junge Freiheit ein Interview, in dem sie für einen offenen Dialog ungeachtet politischer Positionen plädierte: „Wir müssen die Meinung des anderen aushalten können, ohne sie sofort zu verunglimpfen oder persönlich zu werden.“ Sie forderte, Journalisten sollten Bürger mit Verständnis und mit Respekt behandeln, umgekehrt jedoch ebenfalls. Journalisten würden Fehler machen, das seien aber noch keine Fake News. Das Interview führte zu kontroversen Reaktionen. Heribert Prantl sprach von einem Fehler, da Hayali der Zeitung so den Weg zu einer neuen Leserschaft ebne, die sich „nicht unbedingt Rechtsaußen beheimatet“ fühle. Jan Fleischhauer hielt dem entgegen, wer kein Politiker sei, müsse sich keine Gedanken machen, ob er die Auflage der Zeitung in die Höhe treibe: „Die machen ihr Ding. Die fragen mich, ich gebe denen eine Antwort.“ Hayali nahm zu der Kritik auf Twitter Stellung.

Dunja Hayali ist seit 2015 Mitglied im Aufsichtsrat von Save the Children und seit 2017 Mitglied des Kuratoriums der DFL Stiftung.

Rassismus und Fremdenfeindlichkeit

Hayali ist Unterstützerin des Vereins Gesicht Zeigen! Für ein weltoffenes Deutschland. Als Botschafterin unterstützt sie die Initiative Respekt! Kein Platz für Rassismus. In ihrer Rede anlässlich der Preisverleihung zur Goldenen Kamera am 6. Februar 2016 thematisierte sie auch den Hass, der ihr seit einiger Zeit entgegenschlage. Sie sagte u. a.: „In einem Land, in dem die Meinungsfreiheit so ein hohes Gut ist, darf und muss jeder seine Sorgen und seine Ängste äußern können, ohne gleich in die rechte Nazi-Ecke gestellt zu werden. Aber: Wenn Sie sich rassistisch äußern, dann sind Sie verdammt nochmal ein Rassist.“ Für ihre Rede erhielt sie stehende Ovationen im Saal. 2018 wurde Hayali für ihr Engagement gegen Rassismus und Fremdenfeindlichkeit das Bundesverdienstkreuz am Bande verliehen.

Reaktion auf öffentliche Anfeindungen

Beleidigungen durch einen Facebook-Nutzer

Im Februar 2016 untersagte das Landgericht Hamburg per einstweiliger Verfügung einem Facebook-Nutzer beleidigende Hasskommentare auf der Facebook-Seite von Hayali. Das Gericht drohte bei Zuwiderhandlung ein Ordnungsgeld von bis zu 250.000 Euro an.

Nach starken Anfeindungen verkündete Hayali im Sommer 2021, ihre Aktivitäten in den sozialen Medien beenden zu wollen. Auf ihrem Twitter-Konto retweetete sie am 29. Juni 2021 Hasskommentare und kommentierte dies mit den Worten: „So Leude, es reicht. Sie können gerne ihre Meinung haben, aber es gibt Grenzen.“

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