Dubai (arabisch دبي Dubayy) ist die Hauptstadt des Emirats Dubai und die bevölkerungsreichste Stadt der Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) am Persischen Golf.
In der Stadt Dubai (zur Abgrenzung vom Emirat auch Dubai-Stadt oder Dubai City) leben ca. 85 Prozent der Einwohner des Emirats – eine genaue Erhebung ist hier kompliziert, da die migrationsbedingten Schwankungen groß sind: Jährlich kommen mehrere zehntausend Personen als Arbeitsmigranten oder Einwanderer in die Stadt.
Dubai-Stadt liegt am Nordrand des Emirats und wird geteilt durch den Khor Dubai, eine 100 bis 1300 Meter breite und circa 14 Kilometer lange Bucht des Persischen Golfs. Früher befanden sich hier die damals unabhängigen Städte Deira auf der Nord- und Bur Dubai auf der Südseite. Brücken befinden sich etwas abseits vom Ortskern; Fußgänger werden mit kleinen Personenfähren (Abras) auf die gegenüberliegende Seite transportiert. Da die Stadt nördlich direkt an das Emirat Schardscha grenzt, erstreckt sie sich vor allem gen Süden, entlang des Strandes von Jumeirah und der Sheikh Zayed Road.
Aufgrund eines jahrzehntelangen Baubooms ist Dubai die Stadt mit der weltweit höchsten Anzahl an Wolkenkratzern mit über 300 Metern Höhe sowie mit 828 Metern Höhe des höchsten Gebäudes der Welt, des Burj Khalifa. Dabei ist sie auch ein globales Handelszentrum und verfügt über den weltweit fünftgrößten Flughafen nach Passagieraufkommen (2022) sowie den zehntgrößten Hafen nach Containerumschlag (2018: 14,95 Mio. TEU). In einer Rangliste der wichtigsten Finanzzentren weltweit belegte Dubai den 19. Platz (2018).
In Dubai-Stadt spielt sich praktisch das gesamte wirtschaftliche, soziale, kulturelle und politische Leben des Emirats ab – mit jährlich bis zu 14 Millionen ausländischen Touristen zählt Dubai seit 2013 auch zu den meistbesuchten Städten der Welt: 2016 hatte Dubai 15,3 Millionen Besucher, womit es weltweit auf dem vierten Platz lag. Mit über 31 Milliarden US-Dollar hatte es zudem die höchsten Tourismuseinnahmen aller Städte weltweit. 2024 wurde die Stadt von 18,7 Millionen Touristen besucht.
Die Geschichte Dubais reicht mindestens bis ins vierte Jahrtausend vor Christus zurück, wie archäologische Ausgrabungen belegen. Erste bedeutende Siedlungen entstanden in der Bronzezeit. Ab dem 18. Jahrhundert begannen sich weitreichende politische Ereignisse entlang der Südostküste des Persischen Golfs zu manifestieren. Im Jahr 1793 erlangte der Stamm der Bani Yas die politische Kontrolle über die Region und siedelte sich in Abu Dhabi an. 1833 gründete Scheich Maktoum Bin Buti Al Bu Falasah Dubai am Dubai Creek und rief die Unabhängigkeit Dubais aus. Seitdem regiert die Al Maktoum-Dynastie das Emirat.
Im 18. und 19. Jahrhundert war Dubais Geschichte stark vom Einfluss des britischen Empires geprägt. Großbritannien schloss Verträge mit den Scheichtümern entlang der Küste, um ihre Handelsrouten nach Indien zu schützen, und nannte die beteiligten Emirate Trucial States (Vertragsoman). Die heimische Bevölkerung lebte überwiegend vom Fischfang und der Perlenfischerei, die um 1870 zum bedeutendsten Wirtschaftsfaktor wurde. 1904 erhielt Dubai den Titel eines Freihafens, was die Ankunft persischer Kaufleute und den regelmäßigen Anlauf britischer Handelsschiffe ermöglichte.
Der Übergang ins 20. Jahrhundert brachte bedeutende wirtschaftliche Veränderungen mit sich. Um 1920 entwickelte sich Dubai zu einem internationalen Handelsplatz. Nach dem Niedergang des Perlenhandels wurden erste Bohrkonzessionen für Erdöl vergeben. 1969 begann Dubai mit der Erdölförderung und dem Export. Der Rückzug Großbritanniens aus der Golfregion führte zur Gründung der Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) am 2. Dezember 1971, wobei Dubai eine Schlüsselrolle spielte. Unter der Führung von Scheich Rashid Bin Saeed Al Maktoum begann eine Phase intensiver städtebaulicher Entwicklungen, die den Bau von Brücken, Tunneln, Straßen und Meerentsalzungsanlagen umfasste.
In den letzten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts und den frühen 2000er Jahren setzte Dubai auf gigantische Bauprojekte und die Etablierung des Tourismus. Der Bau des Burj Al Arab im Jahr 1999 und des Burj Khalifa im Jahr 2010, dem höchsten Gebäude der Welt, symbolisieren diesen Wandel. Seit 2006 wird Dubai von Scheich Mohammed bin Rashid Al Maktoum regiert, der das Emirat zu einer Luxus- und Hightech-Metropole transformiert hat, die jedes Jahr zahlreiche Touristen anzieht.
Heute (in den 2020er Jahren) ist Dubai für seine futuristische Architektur, seinen dynamischen Tourismussektor und als globaler Geschäftsknotenpunkt bekannt. Während des Irankrieg 2026 wurde die Stadt Ziel iranischer Raketen- und Drohnenangriffe, wobei u. a. der Flughafen von Dubai und das Hotel Burj al Arab getroffen wurden.
Über die letzten Jahrzehnte war Dubai eine der am schnellsten wachsenden städtischen Ökonomien. Während der ursprüngliche Wohlstand von Dubai auf dem Export von Erdöl und Erdgas beruhte, haben die Aktivitäten inzwischen nur noch eine zu vernachlässigende Bedeutung. Bereits 2003 wurde mehr als 90 Prozent des Bruttoinlandsprodukts außerhalb des Ölsektors erwirtschaftet. Dubais Wirtschaft wird im frühen 21. Jahrhundert vorwiegend vom Immobiliensektor (der 2008 ein Fünftel der Wirtschaftsleistung ausmachte), Handel, Re-Export und Lagerung (dank weltweit führendem Hafen/Flughafen), dem Finanzsektor sowie Kultur und Tourismus dominiert. Als weltweit führendes Handelszentrum betrug der Gesamthandel des Emirats Dubai (ohne Erdöl) 2014 bereits über 300 Milliarden US-Dollar, davon zu einem großen Teil Re-Exporte.
Die Stadt fungiert als wichtiger Finanzplatz für die gesamte Region. In Dubai befinden sich unter anderem die Handelsplätze Dubai Financial Market, NASDAQ Dubai (beide unter dem Dach der Borse Dubai) und Dubai Gold & Commodities Exchange.
Die Investment Corporation of Dubai ist der Staatsfonds des Emirats Dubai und ein wichtiges Instrument der Wirtschaftspolitik.
Eine wichtige Strategie zur Entwicklung bestimmter Wirtschaftssektoren war für die Stadtverwaltung die Einrichtung von Sonderwirtschaftszonen, mit bestimmten steuerlichen und regulatorischen Vergünstigungen für Unternehmen. Insgesamt gibt es mehr als ein Dutzend solcher Zonen in der Stadt (z. B. im Hafengebiet). Dubai ist auch ein Zentrum für Dienstleistungsbranchen wie Informationstechnologie und Finanzen, mit branchenspezifischen Freihandelszonen in der ganzen Stadt. Ein Beispiel ist die Dubai Internet City, die zusammen mit Dubai Media City ein Teil von TECOM (Dubai Technology, Electronic Commerce and Media Free Zone Authority) bildet. Innerhalb dieser haben sich bedeutende Technologie- und Medienunternehmen (Oracle, Microsoft, BBC, CNN) angesiedelt, welche hier häufig regionale Zentren unterhalten.
Das Dubai Multi Commodities Centre wurde 2002 gegründet, um Dubai zu einem Zentrum des Rohstoffhandels zu machen. 2013 wurde der Dubai Design District gegründet, um die Stadt im Bereich Mode und Design zu fördern.
Dubai ist ein berüchtigtes globales Zentrum und Zufluchtsort für Drogenbarone, korrupte Politiker und sanktionierte Geschäftsleute (z. B. russische Oligarchen) und zählt inzwischen zu den globalen Zentren der Geldwäsche. Diese Situation wurde durch eine Vielzahl komplexer Faktoren begünstigt: das Fehlen von Auslieferungsabkommen mit vielen Ländern, das Bankgeheimnis, eine liberale Visapolitik, niedrige Steuern, eine große Toleranz für zwielichtige Geschäftsleute, ein intransparenter Immobilienmarkt, der Geldwäsche begünstigt, und nicht zuletzt die monarchische Diktatur der Familie Maktoum, die dies durch bewusst laxe Gesetze ermöglicht.
Der Flughafen Dubai (DXB) ist der bedeutendste Flughafen des Nahen Ostens. Er erstreckt sich im Norden von Deira, ca. 5 Kilometer vom Khor Dubai entfernt. Im Jahr 2010 wurde in Dubai ein neuer Flughafen (bei Dschabal Ali) eröffnet, der Flughafen Dubai-World Central (DWC). Dieser soll mit einer stufenweise auszubauenden maximalen Kapazität von möglicherweise 160 Millionen Passagieren im Jahr (Stand Ende 2018) den Flughafen Dubai zunächst nur unterstützen. Dubai ist der Hauptsitz der emiratseigenen Fluggesellschaft Emirates.