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Drei Geheimnisse von Fátima

Teile einer Botschaft, die 1917 bei einer Marienerscheinung in Fátima empfangen wurden

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Die drei Geheimnisse von Fátima sind Teile einer Botschaft, die die drei Hirtenkinder Lúcia dos Santos, Jacinta Marto und Francisco Marto am 13. Juli 1917 bei der dritten der sechs Marienerscheinungen in der Cova da Iria bei Fátima (Portugal) laut ihren Aussagen empfangen haben und 1917 nicht veröffentlichen durften.

1927 soll Lúcia in einer Botschaft des Himmels die Erlaubnis zur Offenbarung der ersten beiden Geheimnisse erhalten haben. Diese Niederschrift musste sie aber auf Anweisung ihres Seelsorgers wieder verbrennen. Am 31. August 1941 schrieb Lúcia nochmals die Geheimnisse auf und übergab den Text dem Bischof von Leiria. Beide Geheimnisse wurden am 13. Mai 1942 veröffentlicht.

Das zweite Geheimnis wird als Voraussage, dass der Erste Weltkrieg enden werde, zusammen mit der Vorhersage eines weiteren Krieges während des Pontifikats von Papst Pius XI., falls die Menschen fortfahren sollten, Gott zu beleidigen, und Russland sich nicht bekehren sollte, gedeutet.

Es gibt jedoch Skeptiker, die bezweifeln, dass es sich tatsächlich um eine Vorhersage von Ereignissen handelte. Sie wiesen darauf hin, dass die zweite Prophezeiung erst im August 1941 offengelegt wurde. Zu diesem Zeitpunkt hatte der Zweite Weltkrieg aber bereits begonnen. Es wäre demnach eine Vorhersage ex eventu, also keine eigentliche Vorhersage. Ähnliche Zweifel gibt es auch in Bezug auf die Aussage über Papst Pius XI. Der Papstname ist zwar bis zur Proklamation seines Namens nicht bekannt, jedoch wurde Pius XI. im Jahr 1922 zum Papst gewählt, also ebenfalls vor der Offenlegung im Jahr 1941. Allerdings starb Pius XI. bereits am 10. Februar 1939, also knapp sieben Monate vor Beginn des Zweiten Weltkriegs.

Lúcia schrieb das dritte Geheimnis am 3. Januar 1944 auf. Es wurde dem Bischof von Leiria in einem versiegelten Umschlag übergeben. Die Niederschrift der Geheimnisse kommentierte Lúcia mit den Worten: „Bewusst werde ich nichts auslassen. Möglicherweise vergesse ich manche Einzelheiten, die aber nicht wichtig sind.“ Am 4. April 1957 kam der Umschlag in das Vatikanische Geheimarchiv. Lúcia hatte außen auf den Umschlag geschrieben, dass er nicht vor 1960 geöffnet werden dürfe. Aber erst am 26. Juni 2000 wurde der Inhalt von Joseph Kardinal Ratzinger in seiner Funktion als Präfekt der Glaubenskongregation und Erzbischof Tarcisio Bertone, dem Sekretär der Kongregation, bekanntgemacht.

Der vormalige Kardinalpräfekt der Kongregation, Franjo Šeper, hatte am 18. Juli 1981 im dritten Geheimnis einen Hinweis auf jenes Attentat auf Papst Johannes Paul II. gesehen, das Mehmet Ali Ağca zwei Monate zuvor am 64. Jahrestag der ersten Marienerscheinung in Fátima, dem 13. Mai 1981 verübt hatte.

Bis zu seiner Veröffentlichung rankten sich um das dritte Geheimnis zahlreiche Spekulationen. So wurde unter anderem angenommen, es würde einen Dritten Weltkrieg oder einen Atomkrieg vorhersagen.

Marienerscheinungen von Fátima

Tarcisio Bertone, Giuseppe De Carli: Die Seherin von Fatima. Meine Gespräche mit Schwester Lucia. Heyne, München 2009, ISBN 978-3-453-64520-2.

Johannes Fiebag: Die geheime Botschaft von Fatima. Was geschah 1917 in Fatima wirklich? Eine Analyse, 4. Auflage, Edition GIE, Tübingen 1990.

Luis Gonzaga da Fonseca Jiménez: Maria spricht zur Welt. 15. Auflage. Tyrolia, Innsbruck / Wien / München 1963 (Originaltitel Las maravillas de Fátima. El mensaje de María al mundo. Sol de Fatima, Madrid 1975; früherer italienischer Titel: Le meraviglie di Fátima. Rom, 10. Auflage 1943).

Luís Kondor SVD: Schwester Lucia spricht über Fatima. Erinnerungen der Schwester Lucia. Herausgegeben von der Vizepostulatur (Erstauflage 1963, zahlreiche, teils mit abweichender Einführung versehene Auflagen, deutsch zuletzt Fátima 2004, Originaltitel Memórias da Irmã Lúcia. A Pastorinha de Nossa Senhora de Fátima), ISBN 978-972-95126-5-0.

Josef Kreiml, Sigmund Bonk (Hrsg.): 100 Jahre Botschaft von Fatima. Mitverantwortung für das Heil der anderen. Mit einem Geleitwort von Bischof Rudolf Voderholzer. Pustet, Regensburg 2017, ISBN 978-3-7917-2918-3.

Crista Kramer von Reisswitz: Das letzte Geheimnis von Fatima. Johannes Paul II. bricht das Schweigen. Pattloch, München 2000, ISBN 3-629-01629-4.

Lúcia dos Santos: Die Aufrufe der Botschaft von Fatima. Herausgegeben vom Karmel Coimbra und Secretariado dos Pastorinhos, Fátima 2002, ISBN 972-8524-27-7 (Originaltitel Apelos da Mensagem de Fátima, zuletzt 5. Aufl. 2017).

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