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Dorota Masłowska

Polnische Schriftstellerin

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Dorota Masłowska (* 3. Juli 1983 in Wejherowo, Polen) ist eine polnische Schriftstellerin, Dramatikerin, Feuilletonistin und Musikerin. Zu ihren Büchern gehören Wojna polsko-ruska pod flagą biało-czerwoną, Paw królowej, Inni ludzie und Magiczna rana.

Dorota Masłowska wurde am 3. Juli 1983 in Wejherowo geboren und ist die Tochter einer Ärztin und eines Seemanns. Masłowska wuchs in Wejherowo auf und begann nach dem Abitur ein Psychologiestudium an der Universität Danzig, wechselte aber bald nach Warschau, um Kulturwissenschaft zu studieren. Zwischenzeitlich lebte sie in Krakau, kehrte aber dann nach Warschau zurück, dessen Stadtteil Praga sie in ihrem zweiten Buch beschreibt. Sie lebte mehrere Jahre in Warschau, zog 2009 nach Berlin und wurde auch als „Warschauerin aus Überzeugung“ beschrieben. Im September 2004 kam ihr erstes Kind zur Welt.

Ihren Debütroman Wojna polsko-ruska pod flagą biało-czerwoną (wörtlich: Der polnisch-russische Krieg unter der weiß-rotem Flagge) schrieb sie im Alter von 18 Jahren während des Abschlussjahres am Liceum. Er erschien 2002 und wurde in Polen mit rund 40.000 verkauften Exemplaren bis Jahresende zum Bestseller und in die wichtigsten europäischen Sprachen übersetzt, in Deutschland als Schneeweiß und Russenrot. Er beschreibt – oder karikiert – den Alltag und die Perspektivlosigkeit von Jugendlichen im post-kommunistischen Polen. Kritiker lobten insbesondere den mit reichlich Jugendslang angereicherten Erzählstil. So verglich eine Rezension der tageszeitung ihn mit Irvine Welshs Trainspotting oder J.D. Salingers Der Fänger im Roggen. Das Buch rief allerdings auch kritische Stimmen hervor. Für den Roman erhielt sie 2003 den Paszport Polityki.

2005 veröffentlichte Masłowska ihr zweites Buch Paw królowej, mit dem sie die Kritik spaltete. Der Titel ist ein Wortspiel – er kann „Der Pfau der Königin“, aber auch „Die Kotze der Königin“ bedeuten. Die deutsche Übersetzung erschien im Juni 2007 unter dem Titel Die Reiherkönigin. Man warf der Autorin vor, sie schäume vor Zynismus, irritiere ob ihrer Hässlichkeit und Dummheit und rufe mit ihrer aggressiven Sprache sowie der Abwesenheit jeglicher erzählerischer Stringenz nur Abneigung hervor (Wprost), schränkte aber ein, das neue Buch sei nicht schlechter als das erste. Es sei so giftig wie verzweifelt (Tygodnik Powszechny). Paw Królowej ist in Versen nach Art eines Hip-hop-Songs geschrieben. Die Autorin seziert und persifliert darin die polnische Gegenwartssprache. Ähnlich wie sein Vorgänger malt auch Paw królowej ein düsteres Bild des heutigen Polen. Für ihren zweiten Roman Paw królowej bekam sie 2006 die Nagroda Literacka Nike.

Nach einer siebenjährigen Prosa-Pause veröffentlichte sie 2012 den Roman Kochanie, zabiłam nasze koty. 2024 kehrte sie nach sieben Jahren mit Magiczna rana zur Prosa zurück; 2025 wurde das Buch für die Nagroda Literacka Nike nominiert. 2026 erschien die deutsche Übersetzung von Magiczna rana unter dem Titel Im Paradies.

2006 veröffentlichte Masłowska ihr erstes Bühnenstück, Dwoje biednych Rumunów mówiących po polsku (deutsch: Zwei arme, Polnisch sprechende Rumänen), das bei einer szenischen Lesung im Warschauer Theater „TR Warszawa“ vorgestellt wurde. Im Theater profilierte sie sich mit Texten wie Dwoje biednych Rumunów mówiących po polsku und Między nami dobrze jest. Ihr aktuellstes Stück ist Między nami dobrze jest (Wir kommen gut klar mit uns), eine Auftragsarbeit für das TR Warszawa und die Schaubühne am Lehniner Platz. Es wurde erstmals 2009 beim „Internationalen Autorenfestival zu Identität und Geschichte“ in Berlin aufgeführt.

Masłowska schrieb Kolumnen für die Zeitschrift Przekrój, veröffentlicht unter dem Titel Dziennik z krainy pazłotka, sowie Literaturrezensionen für eine Beilage der Gazeta Wyborcza, die Wysokie Obcasy (Hohe Absätze). Mit Mam tak samo jak ty legte sie 2023 einen weiteren Feuilletonband vor. 2014 veröffentlichte sie unter dem Pseudonym Mister D das Album Społeczeństwo jest niemiłe.

Einige Romane wurden vielfach auf die Bühne gebracht. Inszenierungen auf der Grundlage von Wojna polsko-ruska realisierten Agnieszka Lipiec-Wróblewska (2003, Teatr Wybrzeże in Danzig) und Paweł Niczewski (2005, Piwnica przy Krypcie in Stettin), sowie nach Paw królowej Łukasz Kos (2006, Państwowa Wyższa Szkoła Filmowa, Telewizyjna i Teatralna im. Leona Schillera in Lodz), Jacek Papis (2006, Teatr Wytwórnia in Warschau) und Krzysztof Jaworski (2006, Teatr Ludowy in Krakau). 2020 begannen die Dreharbeiten zu Inni ludzie; zuvor waren bereits Wojna polsko-ruska pod flagą biało-czerwoną und Między nami dobrze jest für den Film adaptiert worden. Der Roman Wojna polsko-ruska wurde 2009 von Xawery Żuławski verfilmt.

Von Dorota Masłowska wurden zum Beispiel Agnieszka Drotkiewicz und Mirosław Nahacz beeinflusst.

2001: Preis der Zeitschrift Twój Styl im Wettbewerb Tagebücher

2002: Preis „Złote Pióro Sopotu“

2003: Paszport Polityki, Preis der Wochenzeitung Polityka für ihren „originellen Blick auf die polnische Realität sowie einen schöpferischen Umgang mit der Alltagssprache“.

2003: Nominierung für den Nike-Literaturpreis

2005: Deutscher Jugendliteraturpreis

2006: Nike für das Jahr 2005 (Paw królowej)

2020: Samuel-Bogumil-Linde-Preis, zusammen mit Dea Loher

2023: polnischer Kulturpreis Paszport Polityki in der Kategorie Kulturschaffende

2025: Nominierung für die Nagroda Literacka Nike (Magiczna rana)

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