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Doncaster

Stadt in der englischen Grafschaft South Yorkshire

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Doncaster ist eine Stadt in der englischen Grafschaft South Yorkshire und Verwaltungssitz des Metropolitan Borough of Doncaster. Laut Volkszählung 2011 hatte Doncaster 109.805 Einwohner.

Im Jahr 2022 wurde Doncaster anlässlich des 70-jährigen Thronjubiläums von Elisabeth II. der besondere City Status verliehen.

Doncaster ist nach Sheffield (30 km entfernt) die zweitgrößte Stadt in South Yorkshire. Die Entfernung nach London beträgt etwa 250 km.

Am heutigen Standort Doncasters am Ufer des Flusses Don wurde im ersten Jahrhundert n. Chr. ein römisches Kastell namens „Caer Daun“ errichtet. Später wurde dessen Name in „Danum“ geändert, wovon die heutige Stadt den Namensteil Don- erhielt. Die Endung -caster entspringt der lateinischen Bezeichnung für Militärlager („castrum“).

Doncaster war der Standort einer Reitergarnison von Crispus, des ältesten Sohnes von Konstantin dem Großen.

Durch Doncaster führte in antiker Zeit eine Alternativroute von Lincoln nach York. Um die Hauptroute Ermine Street nutzen zu können, wurde der Humber mit Booten durchquert. Mit der Zeit wurde das jedoch aufgrund fortschreitender Transportbedürfnisse immer unpraktischer, wodurch Doncaster eine größere Bedeutung auf römischen Landkarten zuteilwurde.

Heute bestehen viele Stätten von archäologischem Interesse, wovon sich einige jedoch unter Gebäudefundamenten befinden. Der vermutete genaue Standort befindet sich beim St George’s Minster am Ufer des Don.

1003 wurde Doncaster im Wulfric Spott erwähnt. Kurz nach der Normannischen Eroberung Englands ließ der General Nigel Fossard die Stadt befestigen und das Doncaster Castle erbauen.

Insbesondere im Verlaufe des 12. Jahrhunderts wuchs die Stadt, und 1194 verlieh König Richard I. Doncaster das Stadtrecht. Auch in der Folgezeit gedieh die Stadt weiter und wurde lediglich durch einen verheerenden Stadtbrand 1204 für kurze Zeit in ihrer Entwicklung gebremst.

Als historische Kuriosität gilt, dass der Ort im Vertrag von Durham (1212) an das damals verbündete Königreich Schottland abgetreten wurde, was formell nie rückgängig gemacht wurde.

1248 wurde der Stadt das Recht zum Abhalten eines Marktes rund um die Kirche St. Maria Magdalena verliehen, welcher noch heute existiert. Das Kirchengebäude wurde im 16. Jahrhundert zum Rathaus umfunktioniert und 1846 letztlich abgerissen. Der Markt beinhaltet auch eine Getreidebörse aus dem 19. Jahrhundert, dessen Gebäude 1873 erbaut und 1996 nach einem Brand wiederaufgebaut wurde.

Während des 14. Jahrhunderts fand sich eine große Zahl an Mönchen in Doncaster ein. 1307 erreichten Mönche franziskanischer Orden die Stadt, Mitte des Jahrhunderts folgten die Karmeliten. Während des Mittelalters wurden zahlreiche Einrichtungen wie das St. Nicholas-Krankenhaus sowie eine Leprakolonie und eine Grammar School eröffnet. 1334 war Doncaster die wohlhabendste Stadt im südlichen Yorkshire und gleichzeitig die sechstwichtigste Stadt Yorkshires. Sie erholte sich 1379 nach mehreren Jahren schnell wieder von den Auswirkungen des Schwarzen Todes und besaß zu diesem Zeitpunkt 1500 Einwohner. 1547 wurde die 2000-Einwohner-Marke überschritten.

Heute enden viele Straßen mit dem Suffix ‚gate‘. Die Endung entstammt dem altdänischen 'gata' für Straße. Händler und Handwerker derselben Branche hatten üblicherweise in derselben Straße ihren Wohnsitz, und so entstanden Straßennamen wie zum Beispiel ‚Baxtergate‘: ‚Baxter‘ war ein altes Wort für Bäcker, womit man den Namen mit Bäckerstraße übersetzen kann. Man nimmt an, dass der Name 'Frenchgate' von den in dieser Straße angesiedelten Französisch sprechenden Normannen herrührt. Der mittelalterliche Stadtkern Doncasters war von einer Stadtmauer samt Graben umgeben und besaß vier Stadttore. 1605 vergab König Jakob I. an die aus York stammende Kaufmannsfamilie Levett das Recht zur Zollerhebung an den Stadttoren. Mit dem wachsenden Einfluss der Familie im Stadtrat Doncasters stiegen in den folgenden Jahren auch die Zollabgaben, sodass die örtliche Bevölkerung ab 1628 dagegen zu rebellieren begann. Schließlich wurden die Zölle trotz Widerstandes des Levett-Clans durch das Stadtparlament abgeschafft.

Trotz mehrerer Seuchenausbrüche in der Zeit von 1562 bis 1606 konnte sich die Stadt im 16. und 17. Jahrhundert weiter ausdehnen.

Während des Englischen Bürgerkriegs reiste König Karl I. über Bridgnorth, Lichfield und Ashbourne nach Doncaster. Am 18. August 1645 versammelte sich dort eine große Zahl an Menschen auf seine Veranlassung. Am 2. Mai 1664 wurde Doncaster mit dem Titel eines „Free Borough“ ausgezeichnet, wodurch der König seine Dankbarkeit für die Verbundenheit der Stadt mit ihm ausdrückte.

Doncaster und sein Borough ist seit dem 18. Jahrhundert traditionell sehr wohlhabend und für seine große Zahl an Großgrundbesitzern bekannt. Sichtbares Zeichen dafür sind bekannte Gebäude wie Brodsworth Hall, Cantley Manor, Cusworth Hall, Hickleton Hall, Nether Hall und Wheatley Hall. Das markanteste Gebäude der Stadt ist das St George’s Minster.

Die Stadt gehört zum Wahlkreis Doncaster Central und wird durch Rosie Winterton (Labour Party) im britischen Unterhaus vertreten.

Auf europäischer Ebene gehörte Doncaster dem Wahlkreis Yorkshire and the Humber des Europäischen Parlaments an, der zuletzt von sechs Abgeordneten vertreten wurde.

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