Die Donauuferbahn ist eine Eisenbahnstrecke in Österreich und verläuft von Sankt Valentin nach Krems, großteils entlang der Donau. Der östliche Teil der Strecke wurde von 1909 bis 2009 betrieben und ist im niederösterreichischen Abschnitt teilweise abgebaut, während der oberösterreichische Abschnitt weiter in Betrieb ist. Der westliche Teil wurde 1898 eröffnet und ist bis heute in Betrieb.
Der Streckenabschnitt zwischen Krems und Emmersdorf an der Donau führt durch die Wachau, weshalb die Donauuferbahn in diesem Bereich auch Wachaubahn beziehungsweise Wachauer Bahn genannt wird und als Kulturdenkmal zur Welterberegion Wachau gehört.
Eine von Wien westwärts führende Bahnstrecke sollte ursprünglich weitgehend entlang der Donau trassiert, ab Stockerau am linken Donauufer über Krems, Spitz, Perg nach Linz geführt werden, die diesbezüglichen Pläne wurden jedoch verworfen. Realisiert wurde letztendlich eine Linienführung durch den Wienerwald, in Gestalt der 1858 eröffneten Kaiserin Elisabeth-Bahn (heute Westbahn). Die Teilstrecke von Sankt Valentin bis Mauthausen der Donauuferbahn war von 1872 bis 1956 Teil der von Sankt Valentin nach Gaisberg-Wartberg und weiter nach Freistadt und Budweis führenden Summerauer Bahn, die in den ersten Jahren nach ihrer Errichtung zum Streckennetz der Kaiserin Elisabeth-Bahn gehörte.
Am 3. April 1897 wurde die Konzession für die Lokalbahn Mauthausen–Grein erteilt, am 4. Juli 1898 wurde sie eröffnet. Der Ausbau der Bahnstrecke bis Krems erfolgte in den nachfolgenden Jahren. Der Beschluss, die Bahnstrecke Krems–Grein durch den Staat zu errichten, wurde am 18. Juli 1905 im Reichsgesetzblatt veröffentlicht, die Konzessionserteilung erfolgte am 14. Dezember 1905. Die Strecke wurde 1909 dem öffentlichen Verkehr übergeben. Über die bereits 1872 errichtete Verbindung nach Absdorf-Hippersdorf zur Kaiser-Franz-Josefs-Bahn hatte die Donauuferbahn eine Verbindung nach Wien zum Franz-Josefs-Bahnhof. Während der Bauarbeiten wurde am 7. August 1908 bei Willendorf eine in Folge als Venus von Willendorf bekannt gewordene steinzeitliche Figur gefunden.
1930 wurden die Lokalbahnen Mauthausen–Grein und Krems–Grein verstaatlicht und 1939 der Deutschen Reichsbahn eingegliedert. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden die dem Staat Österreich gehörenden Österreichischen Bundesbahnen Eigentümer der Bahnstrecke.
Nachdem das Jubiläum „100 Jahre Wachaubahn“ bei ÖBB, Gemeinden und sonstigen offiziellen Organisationen kein Interesse hervorrief, organisierte eine private Initiative ein Jubiläumsangebot, das die ganze Strecke von Grein bis Krems in ein ganzjähriges Programm einbezog. Es sollten nicht nur die Besucher an den jeweiligen Veranstaltungsorten angesprochen werden, sondern auch die Bewohner entlang der Strecke mit der Geschichte der Bahn wieder vertraut gemacht werden. Dazu erschienen Beiträge in einer regionalen Gratiszeitung. Weitere Beiträge in Fachzeitschriften sowie überregionalen und lokalen Medien, auch dem ORF, sorgten während des ganzen Jahres für Themenpräsenz.
Für die am 17. April 2009 eröffnete Hauptausstellung konnte Spitz mit seinem Schifffahrtsmuseum gewonnen werden. Die nächste Sonderausstellung wurde im Mai im Greiner Stadtmuseum eröffnet; im Juni folgte Weissenkirchen mit der Ausstellung Landschaft um 1900 in der Wachau. In einem Waggon wurden in Stein-Förthof unter Beteiligung der Niederösterreichischen Militärhistorischen Gesellschaft weitere Themen präsentiert, insbesondere der militärische Aspekt und der aktuelle Felssturz bei Dürnstein. Weitere Ausstellungen gab es in Klein-Pöchlarn und in Persenbeug. Events wie der „Tag des Denkmals“, ein Fachvortrag in der HTL Krems und ein Seminar an der Donauuniversität Krems zum Thema Revitalisierung aufgelassener bzw. aufzulassende Bahnstrecken mit ihren Bauobjekten im In- und Ausland begleiteten die Ausstellungen.
Den Abschluss des Jubiläumsjahres bildete am 4. Dezember 2009 ein Festsymposium am kleinsten und jüngsten Bahnhof an der 77 km langen Strecke. Genau 100 Jahre nach der Fahrt des ersten fahrplanmäßigen Zuges fand an der Donauuniversität Krems das Festsymposium „100 Jahre Wachaubahn“ statt. Als Redner waren neben Vertretern der Landespolitik und Experten aus den Bereichen Verkehrs- und Raumplanung auch ausgewiesene Kenner der Wachau und ihrer Besonderheiten geladen.
Stilllegung des östlichen Abschnitts
Während einzelne Teilabschnitte wenig bis gar nicht mehr befahren wurden, konnten die Fahrgastzahlen von Grein nach Westen sowie im Nahbereich von Krems Anfang des 21. Jahrhunderts gesteigert werden. Mit der Schleife Ennsdorf wurde 2005 eine Direktverbindung der Donauuferbahn von Mauthausen nach Enns geschaffen. Damit wurde die Fahrzeit nach Linz verkürzt und das Umsteigen in Sankt Valentin überflüssig gemacht.
Bis 2009 wurde die Donauuferbahn im Sommer von den beiden touristischen Erlebniszügen „Wachau“ und „Strudengau“ befahren, die als die letzten verbliebenen Züge auf der gesamten Strecke und als einzige Personenzüge auf der Strecke zwischen Emmersdorf an der Donau und Sarmingstein unterwegs waren. Im Jänner 2010 beschloss das Land Niederösterreich, den niederösterreichischen Abschnitt der Donauuferbahn zusammen mit einigen anderen (zum Teil bereits eingestellten) Bahnstrecken von den ÖBB zu übernehmen. Eine Fortführung des Schienenverkehrs war jedoch nicht beabsichtigt. Der Planverkehr wurde zum Fahrplanwechsel am 12. Dezember 2010 auf der Gesamtstrecke eingestellt und durch Busse ersetzt und für den Tourismus- und Nostalgieverkehr bleibt ein 34 km langes Teilstück der Donauuferbahn zwischen Krems und Emmersdorf erhalten.
Im September 2010 entfaltete sich um ein an das Land Niederösterreich gerichtetes Kaufangebot eine parteipolitische Kontroverse, die unter anderem den Erhalt bzw. die Modernisierung der Bahn auf nieder- wie auch oberösterreichischem Gebiet zum Inhalt hat. Trotzdem wurde der Personenverkehr (PV) zwischen St. Nikola-Struden und Sarmingstein mit dem Fahrplanwechsel am 15. Dezember 2019 eingestellt. Der Abschnitt Emmersdorf–Weitenegg wurde im Jahre 2019 für allfällige Bauzugfahrten reaktiviert. Am 25. Juli 2021 kollidierte ein Zug vor Emmersdorf mit Geröll von einem Felssturz auf dem Gleis. Dies hatte zur Folge, dass die Strecke für mehrere Tage unterbrochen war.
Nach der alljährigen Einstellung des Personenverkehrs im Ostabschnitt zu Winterbeginn am 2. Dezember 2023 wurde der Bahnhof in Spitz/Donau modernisiert und barrierefrei ausgestattet. Seit Wiederaufnahme des Betriebs im März 2024 ist der neue Bahnhof auch fertiggestellt.
Ende Dezember 2021 wurde eine Petition zum Wiederaufbau der Donauuferbahn gestartet. Die Politik spricht sich gegen die Bahn aus, will jedoch den Busverkehr verstärken.
Die Trassierung erfolgte über den Hochwassermarken von 1889. Durchwegs höher als die parallel verlaufende Straße gelegen, wies die Bahn dieser gegenüber daher auch eine erhöhte Hochwassersicherheit auf. Es entstanden bemerkenswerte Kunstbauten, wobei im Zuge ihrer Errichtung mehr als 1,6 Millionen Kubikmeter Gestein, großteils durch Sprengungen, bewegt werden mussten. Es wurden 18 Tunnels und 14 große Brücken über Seitentäler der Donauzuflüsse gebaut. Die zahlreichen Steinbauten wurden durch Eisenkonstruktionen ergänzt.
In der Nähe von Spitz wurde der nur 12,43 Meter lange Teufelsmauertunnel errichtet, der kürzeste Eisenbahntunnel der ÖBB.
Erstmals in der Geschichte des Bahnbaus waren Denkmalschutz und Landschaftspflege neben den materiellen Interessen gleichgewichtete Faktoren. Wo immer es ging, wurde auf den Erhalt der historischen Ortskerne Wert gelegt. Der Architekt und Maler Rudolf Pichler nahm im Auftrag von Erzherzog Franz Ferdinand an allen Bauverhandlungen teil. Zum Schutz der Umwelt erfolgte eine Bestandsaufnahme der Zustände vor und nach dem Bahnbau. Umweltschonende Maßnahmen bei der Trassenführung wurden lobend illustriert, unabwendbare Zerstörungen stimmungsvoller Winkel und malerischer Höfe beklagt und mit Lichtbildern belegt. Auch die Bahnhofsgebäude, in ihren Grundrissen den Vorgaben des Eisenbahnministerium folgend, wurden architektonisch dem Ortsbild angepasst. Hierfür zeichnete der Architekt Julius Mayreder verantwortlich.