Donaueschingen ist eine Stadt im Südwesten Baden-Württembergs, die etwa 13 Kilometer südlich der Kreisstadt Villingen-Schwenningen liegt. Das Mittelzentrum ist die zweitgrößte Stadt des Schwarzwald-Baar-Kreises. Bis zur Kreisreform am 1. Januar 1973 war Donaueschingen Kreisstadt des Landkreises Donaueschingen und gehört seitdem zum Schwarzwald-Baar-Kreis. Seit dem 1. Juli 1993 ist Donaueschingen eine Große Kreisstadt.
Die nächsten größeren Städte sind neben Villingen-Schwenningen noch Tuttlingen etwa 24 km östlich, Singen (Hohentwiel) etwa 34 km südöstlich und das in der Schweiz gelegene Schaffhausen etwa 30 km südlich von Donaueschingen.
Donaueschingen, das seit 2022 die offizielle Zusatzbezeichnung „Donauquellstadt“ führt, liegt auf dem Hochplateau der Baar, zwischen dem Ostrand des südlichen Schwarzwalds und der westlichen Schwäbischen Alb in der Talung der Brigach, deren Zusammenfluss mit der Breg am östlichen Stadtrand von Donaueschingen als der eigentliche Beginn der Donau gilt. Eine gefasste Karstaufstoßquelle im Schlosspark, die Donaubachquelle, deren Wasser in die Brigach fließt, wird auch als „Donauquelle“ bezeichnet.
Als einzige Gemeinde der Region erstreckt sich die Gemarkung durchgehend vom Granit und Gneis des Schwarzwalds über die Trias-Formationen der Schwarzwald-Ostabdachung und der Baar bis zum Jura der Schwäbischen Alb und kann sämtliche Gesteinsschichten des süddeutschen Schichtstufenlands aufweisen. Die Höhen senken sich von 1020 m im Schwarzwald auf ca. 660 m auf der Baar ab, um auf der Schwäbischen Alb die 900-Meter-Marke wieder zu überschreiten. Ein Modell stellt die außergewöhnliche geologische Situation der Stadt und ihres Umlands im Park gegenüber dem Bahnhof anschaulich dar.
Folgende Städte und Gemeinden grenzen an die Stadt Donaueschingen. Sie werden im Uhrzeigersinn beginnend im Nordwesten genannt:
Vöhrenbach, Villingen-Schwenningen, Brigachtal, Bad Dürrheim (alle Schwarzwald-Baar-Kreis), Geisingen (Landkreis Tuttlingen) sowie Hüfingen und Bräunlingen (alle Schwarzwald-Baar-Kreis).
Das Stadtgebiet besteht aus dem Stadtkern, den in den 1930er-Jahren eingegliederten Orten Allmendshofen und Aufen und den im Rahmen der Gemeindereform der 1970er-Jahre eingegliederten Gemeinden Aasen, Grüningen, Heidenhofen, Hubertshofen, Neudingen, Pfohren und Wolterdingen.
Die zuletzt eingegliederten Stadtteile sind zugleich Ortschaften im Sinne von § 67ff der Gemeindeordnung, das heißt, sie haben jeweils einen von den Wahlberechtigten bei jeder Kommunalwahl direkt zu wählenden Ortschaftsrat, mit einem Ortsvorsteher als Vorsitzenden. Die Zahl der Ortschaftsräte beträgt je nach Einwohnerzahl zwischen sechs und zehn.
Zu einigen Stadtteilen gehören weitere räumlich getrennte Wohnplätze mit eigenem Namen, die oft sehr wenige Einwohner haben oder Wohngebiete mit eigenem Namen, deren Bezeichnung sich im Laufe der Bebauung ergeben haben und deren Grenzen dann meist nicht genau festgelegt sind. Im Einzelnen handelt es sich um folgende Gebiete:
zur Kernstadt: Dürrheimer Landstraße, Fohrenhöfe und In den Tannenäckern, Jägerhaus sowie Bruch- und Schluchsiedlung und Neue Heimat
zu Neudingen: Auf Teil, Gnadental und Mariahof
zu Wolterdingen: Hintere Schand, Lettenäcker und Zindelstein
Donaueschingen bildet ein Mittelzentrum innerhalb der Region Schwarzwald-Baar-Heuberg, in der Villingen-Schwenningen als Oberzentrum ausgewiesen ist. Zum Mittelbereich Donaueschingen gehören neben der Stadt Donaueschingen noch die Städte Blumberg, Bräunlingen und Hüfingen.
In Donaueschingen liegen die Natur- und Landschaftsschutzgebiete Weiherbachtal und Birken-Mittelmeß, das Naturschutzgebiet Grüninger Ried sowie ein kleiner Teil des Naturschutzgebiets Unterhölzer Wald. Zudem liegt östlich der Stadt das Landschaftsschutzgebiet Huflen. Darüber hinaus hat Donaueschingen Anteil am FFH-Gebiet Baar, Eschach und Südostschwarzwald sowie an den Vogelschutzgebieten Wutach und Baaralb, Baar und Mittlerer Schwarzwald. Donaueschingen liegt zudem teilweise im Naturpark Südschwarzwald.
Donaueschingen wurde 889 als Esginga erstmals urkundlich erwähnt. Während der Zeit der Stammesherzogtümer lag Donaueschingen im Herzogtum Schwaben. Von 1101 bis ins 13. Jahrhundert gehörte der Ort zu einer örtlichen Adelsfamilie, die vermutlich Dienstleute des Klosters Reichenau waren. Eine heute nicht mehr auffindbare Burg wird 1250 erwähnt. Spätestens Ende des 13. Jahrhunderts waren es die Herren von Blumberg, die bis Mitte des 15. Jahrhunderts über den Ort herrschten, dann folgte bis 1465 Ritter Sigmund vom Stein.
Im Jahr 1283 belehnte Rudolf von Habsburg den Grafen Heinrich von Fürstenberg mit der Grafschaft Baar und Donaueschingen. Damit war auch das Recht verbunden, Bier zu brauen. Hier hat die Fürstlich Fürstenbergische Brauerei ihren Ursprung.
Frühe Neuzeit bis 19. Jahrhundert
Im Jahre 1488 ging der Ort Donaueschingen durch Kauf in den Besitz der Grafen von Fürstenberg über. Ab 1500 lag der Ort im Schwäbischen Reichskreis. 1653 wählte Ferdinand Friedrich von Fürstenberg Donaueschingen als Residenz. Seit 1716 ist der Ort Hauptsitz der Fürsten von Fürstenberg. 1801 wurde Donaueschingen Sitz eines Obervogteiamtes der Herrschaft Fürstenberg. Im Jahr 1806 kam der Ort zusammen mit dem Fürstentum an das Großherzogtum Baden und wurde ein Jahr später Sitz eines Amtes, das jedoch 1810 wieder aufgelöst wurde. Dafür erhielt Donaueschingen am 27. Januar 1810 das Stadtrecht. 1813 wurde das Amt Donaueschingen wieder errichtet, 1818 erneut aufgelöst und 1849 zum zweiten Mal wieder errichtet und später zum Bezirksamt erhoben.