Dirk Roßmann (* 7. September 1946 in Hannover) ist ein deutscher Unternehmer und Schriftsteller. Er ist Gründer der inhabergeführten Drogeriemarktkette Rossmann mit Sitz in Burgwedel bei Hannover. 1972 gründete er das erste Selbstbedienungsgeschäft für Drogeriewaren in Deutschland und gilt daher als Erfinder und als „Pionier des Drogeriemarktes“.
Im Jahr 2020 war sein Unternehmen die zweitgrößte deutsche Drogeriemarktkette mit 2196 Filialen und 33.400 Mitarbeitern in Deutschland. Weiterhin ist Rossmann in Ost-, Süd-, Südosteuropa vertreten (Polen, Tschechien, Spanien, Ungarn, Albanien, Türkei, Kosovo). Der Firmenname „Rossmann“ weicht orthographisch vom Familiennamen „Roßmann“ ab, weil eine Großschreibung des Buchstabens ß früher nur in wenigen Schriftarten möglich war und das ß im Auslandsmarkt in der Regel nicht bekannt ist.
Dirk Roßmanns Eltern, Bernhard Roßmann (1910–1958) und dessen Frau Hilde, geb. Wilkens, betrieben in zweiter Generation eine kleine Drogerie am Stadtrand von Hannover. Die Eltern seiner Mutter besaßen ein großes Pelzgeschäft in Hannover, und schon sein Großvater führte eine eigene Drogerie. Nach dem frühen Tod von Bernhard Roßmann verkaufte seine Mutter alles, „um unsere kleine Drogerie zu retten. […] Wir waren bettelarm, lebten in allerkleinsten Verhältnissen.“ Mit zwölf Jahren verdiente er sein erstes Geld mit dem Verkauf und Liefern von Drogerieartikeln zum vollen Preis, welche er selbst 10 % billiger von seiner Mutter erwarb. Nach eigenen Angaben erwirtschaftete er damit Umsätze von mehreren tausend D-Mark im Monat schwarz; als Roßmann 16 Jahre alt war, floss dieses Geld in den Kauf einer Eigentumswohnung in Hannover. In diesem Alter erfuhr er auch auf eigene Nachfrage hin von seiner Mutter, dass sein leiblicher Vater der Nachbar Theodor Kayser (1899–1967) ist, der Sohn eines deutschen Fabrikanten aus Warschau und der Patenonkel von Roßmanns älterem Bruder Axel.
Nach dem Hauptschulabschluss absolvierte er eine Berufsausbildung zum Drogisten. Anschließend arbeitete er ab 1962 zunächst in der elterlichen Drogerie, während sein zwei Jahre älterer Bruder später studierte.
Am 1. April 1965 wurde er mit 18 Jahren zur Bundeswehr eingezogen, obwohl er gegen den Einberufungsbescheid geklagt hatte und noch bevor ein Urteil gesprochen werden konnte. Roßmann forderte die gesetzlich mögliche Freistellung wegen der Unterstützung Hilfsbedürftiger: „Mein Vater war tot, meine Mutter krank, mein Bruder studierte, und ich musste alleine die Familie und die Großeltern ernähren.“ Weil er den Wehrdienst an sich für „völlig in Ordnung“ hält, wollte er auch nicht den Wehrdienst verweigern. Als einzigen Ausweg sah er daher die Befehlsverweigerung in der Kaserne. Er wurde vorübergehend für vier Wochen in die Nervenklinik Langenhagen eingewiesen und erreichte schließlich trotz Ausgangssperre und Disziplinararrest seine Entlassung am 7. September 1965. „Diese Sturheit und sein unbedingter Wille zum Erfolg haben Roßmann nicht nur aus der Bundeswehr geholfen, sondern ihn auch zu einem der 200 reichsten Deutschen gemacht“, so die Schlussfolgerung in der FAZ.
Im Alter von 25 Jahren eröffnete Roßmann, wenige Monate vor der angekündigten Aufhebung der Preisbindung für Drogeriewaren, am 17. März 1972 in Hannover den 200 m² großen Markt für Drogeriewaren. Dieser bestand bis April 2010 in der Jakobistraße, einer Seitenstraße der Lister Meile unmittelbar am Lister Platz. Am Eröffnungstag gab es ein Kunden-Chaos, denn seine Idee eines Discountmarktes für Drogerieartikel stieß auf starkes Interesse bei den Kunden. Nach Ladenschluss hatte das Geschäft statt erhoffter 2.000 bis 3.000 DM rund 20.000 DM in der Kasse. Zehn Jahre nach der Geschäftsgründung besaß Roßmann bereits 100 Drogeriemärkte in Norddeutschland.
Über die Rossmann Beteiligungs GmbH hält Dirk Roßmann knapp 20 Prozent Anteile am Fußballverein Hannover 96 bzw. an dessen Sanierungsgesellschaft Hannover 96 Sales & Service GmbH & Co. KG, nachdem ihn 2012 der Präsident des Sportvereins Hannover 96 und Unternehmer Martin Kind um eine Beteiligung gebeten hatte. Bis Oktober 2016 war Roßmann auch Mitglied im Aufsichtsrat der Betreibergesellschaft, der Hannover 96 GmbH und Co. KGaA.
Im Januar 2013 klagte er beim Bayerischen Verfassungsgerichtshof gegen die Zustimmung des Bayerischen Landtags zum Rundfunkbeitragsstaatsvertrag und im Besonderen gegen die neue Rundfunkabgabe für die GEZ. Rossmann und der Autovermieter Sixt führten u. a. zur Begründung ein Gutachten der Beratungsgesellschaft des Düsseldorfer Instituts für Wettbewerbsökonomie (DICE) an, dass nicht nur 1,1 Milliarden Euro an Mehreinnahmen durch Rundfunkgebühren für die Rundfunkanstalten zu erwarten seien, sondern vielmehr mindestens 3,2 Milliarden Mehreinnahmen. Am 15. Mai 2014 wies das Gericht die Klage ab.
Dirk Roßmann ist seit 1982 in zweiter Ehe mit Alice Schardt-Roßmann verheiratet und Vater von zwei Söhnen aus zwei Ehen, Daniel (* 1976) und Raoul (* 1985). Sie haben beide Betriebswirtschaft studiert und arbeiten gemeinsam mit ihrem Vater in der Unternehmensleitung.
Zum 30. September 2021 gab Dirk Roßmann die Geschäftsführung der Drogeriemarktkette an seinen Sohn Raoul ab, blieb aber weiter im Beirat sowie Geschäftsführer und Sprecher der Rossmann Beteiligungs GmbH, die einen Anteil von 60 Prozent an den Drogeriemärkten hält.[veraltet]
Die Rossmann Beteiligungs GmbH hält 60 Prozent an der Dirk Rossmann GmbH und ist deren Konzernobergesellschaft. Die Dirk Rossmann GmbH ist ihrerseits mit 50,0 Prozent an der Rossmann Central Europe B.V. mit Sitz in Renswoude beteiligt. Die Dirk Rossmann GmbH betreibt Drogerien in Deutschland, der Türkei, in Albanien, Spanien und dem Kosovo. Die Rossmann Central Europe B.V. betreibt Drogerien in Polen, Tschechien und Ungarn. Der Unterschied ist, dass die Umsätze der Dirk Rossmann GmbH in der Konzernbilanz ausgewiesen werden, die Umsätze der Rossmann Central Europe B.V. nicht in die Bilanz einfließen, sondern das Jahresergebnis unter der Position „Erträge aus Beteiligungen an assoziierten Unternehmen“ ausgewiesen wird.
Daneben bestehen Finanzbeteiligungen an:
Aurubis AG – 15,01 % Stimmrechte + 7,34 % Instrumente = 22,35 % (Stand: 25. November 2025)
K+S AG – 8,55 % Stimmrechte + 5,02 % Instrumente = 13,56 % (Stand: 10. Dezember 2025)
Klöckner & Co SE – 7,82 % Stimmrechte + 2,22 % Instrumente = 10,04 % (Stand: 12. Dezember 2025)
Deutsche Beteiligungs AG – 28,61 % (Stand: 28. Juni 2024)
In den 1980er Jahren verkaufte Dirk Roßmann 40 Prozent seines Unternehmens an die Hannover Finanz, ihre Beteiligung ging an die Drogeriekette der niederländischen Kruidvat-Gruppe, die wiederum im August 2004 von der A.S. Watson Group des Hongkonger Mischkonzerns Hutchison Whampoa übernommen wurde. 2020 war das Unternehmen Rossmann mit 2.196 Filialen in ganz Deutschland die Nummer 2 auf dem deutschen Markt nach dm.
Nach dem Fall des „Eisernen Vorhangs“ Anfang der 1990er Jahre expandierte das Unternehmen von Dirk Roßmann auf den osteuropäischen Markt, wo er seit 2009 über 1.000 Filialen betreibt. Deutschlandweit sind es 2.196 Filialen mit etwa 33.400 Beschäftigten (Stand 2020). In Deutschland erwirtschaftete Rossmann einen Umsatz von 7 Milliarden Euro (+ 5,1 Prozent).