Dirk-Gerd Erpenbeck (* 12. Oktober 1940 in Gladbeck) ist ein deutscher Pädagoge und Historiker mit Spezialisierung auf die neuere Geschichte des Baltikums.
Zwischen 1962 und 1968 studierte Erpenbeck Geschichte und Englisch an der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn, der Newcastle University und der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster.
Seinen Einstieg ins Berufsleben fand er 1969 als wissenschaftlicher Assistent an der Ruhr-Universität Bochum. Im Bochumer Schuldienst (am dortigen Heinrich-von-Kleist-Gymnasium) war er seit 1973 als Lehrer beschäftigt und 1981 wurde er zum Studiendirektor befördert.
In seinen historischen Forschungen konzentrierte sich Erpenbeck zunächst vor allem auf das Militärverwaltungsgebiet Serbien zur Zeit des Zweiten Weltkrieges sowie auf die Stadtgeschichte Duisburgs. Ab Ende der 1970er Jahre wandte er sich zunehmend dem Baltikum zu und wurde im Laufe der Jahrzehnte zu einem der führenden Experten bezüglich der Kultur- und Gesellschaftsgeschichte der Deutsch-Balten. Einen besonderen Schwerpunkt legte er auf die nordostestnische Stadt Narva, die er in zahlreichen Publikationen behandelte. Eine Tätigkeit als Mitarbeiter der Studienstelle Baltikum, die bei der Forschungsstelle Ostmitteleuropa an der Universität Dortmund angesiedelt war, begann er 1989 und seit dem gleichen Jahr ist er auch Mitglied der Baltischen Historischen Kommission. Für diese bearbeitete er unter anderem die Online-Publikationsreihen Schriftenverzeichnis Sigismund von Radecki (2009–2021) und Curlandia picta – Bilder von der Dünafront 1915–1918 (2022–2026) sowie das Personen-Archiv Narva, das personengeschichtliche Angaben aus der Zeit von 1581 bis 1939 enthält.
Dirk-Gerd Erpenbeck: Serbien 1941. Deutsche Militärverwaltung und serbischer Widerstand. In der Reihe: „Studien zur Militärgeschichte, Militärwissenschaft und Konfliktforschung“, Band 10. Biblio-Verlag, 1976, ISBN 978-3-764-81056-6, 159 Seiten.
Dirk-Gerd Erpenbeck; Roland Seeberg-Elverfeldt: Narva 1581–1721. Quellen zur Geschichte der Stadt in schwedischer Zeit. In der Reihe: „Veröffentlichungen der Forschungsstelle Ostmitteleuropa an der Universität Dortmund“, Band 47. Forschungsstelle Ostmitteleuropa, 1993, ISBN 978-3-923-29342-1, 117 Seiten.
Dirk-Gerd Erpenbeck; Enn Küng: Narvaer Bürger- und Einwohnerbuch 1581–1704. In der Reihe: „Veröffentlichungen der Forschungsstelle Ostmitteleuropa an der Universität Dortmund“, Band 64. Arbeitsgemeinschaft ostdeutscher Familienforscher, 2000, ISBN 978-3-923-29363-6, 231 Seiten.
Wilfried Schlau (Hrsg.); Dirk-Gerd Erpenbeck (Bearb.): Ein Deutschbalte und seine Vorfahren. Aus dem Nachlass des Ministerialdirigenten i. R. Karl-Otto Schlau. Selbstverlag, 2004, 168 Seiten.
Dirk-Gerd Erpenbeck (Hrsg.): Sigismund von Radecki – Familienbriefe 1903–1921. In der Reihe: „Quellen und Studien zur baltischen Geschichte“, Band 29. Böhlau Verlag, 2020, ISBN 978-3-412-51561-4, 327 Seiten.
Dirk-Gerd Erpenbeck: Narvaer Bürger- und Einwohnerbuch 1704–1840. Arbeitsgemeinschaft ostdeutscher Familienforscher, 2014, ISBN 978-3-939-27106-2, 460 Seiten.
Dirk-Gerd Erpenbeck: Namengebung in Agatha Christies Detektivromanen. Ein Beitrag zur stilistischen Onomastik. In Gerhard Charles Rump (Hrsg.): Sprachnetze. Studien zur literarischen Sprachverwendung. Georg Olms Verlag, 1976, ISBN 978-3-487-06087-3, Seiten 87–118.
Dirk-Gerd Erpenbeck: Kaufleute und Unternehmer in Narva – deutsche Migration an die Ostgrenze des schwedischen Reiches und ihre Kontinuität in russischer Zeit. In: Robert Schweitzer; Waltraud Bastmann-Bühner (Hrsg.): Der finnische Meerbusen als Brennpunkt. Wandern und Wirken deutschsprachiger Menschen im europäischen Nordosten. In der Reihe: „Veröffentlichungen der Stiftung zur Förderung deutscher Kultur“, Band 9. Stiftung zur Förderung deutscher Kultur, 1998, Seiten 129–144.
Dirk-Gerd Erpenbeck: Ad fontes. Die Anfänge der Stadt Geschichtsschreibung Narvas im 19. Jahrhundert. In: Karsten Brüggemann (Hrsg.): Narva und die Ostseeregion. Beiträge der II. Internationalen Konferenz über die politischen und kulturellen Beziehungen zwischen Russland und der Ostseeregion (Narva, 1.–3. Mai 2003). In der Reihe: „Studia humaniora et paedagogica Collegii Narovensis“, Band 1. TÜ Narva Kolledž, 2004, ISBN 978-9-985-40417-1, Seiten 61–79.
Dirk-Gerd Erpenbeck: Glasmacher und Glashütten im Baltikum im 18. Jahrhundert. In: Norbert Angermann; Karsten Brüggemann; Inna Põltsam-Jürjo (Hrsg.): Die baltischen Länder und Europa in der Frühen Neuzeit. In der Reihe: „Quellen und Studien zur baltischen Geschichte“, Band 26. Böhlau Verlag, 2015, ISBN 978-3-412-50118-1, Seiten 301–328.
Dirk-Gerd Erpenbeck: Der Partisanenkrieg in Serbien im Spiegel deutscher Wehrmachtsakten. Manuskript, 1967 (vermutlich unveröffentlicht).
Dirk-Gerd Erpenbeck: Duisburger Chronogramme. Eine Spruchtechnik im Wandel der Zeit. In: Duisburger Forschungen. Band 17, 1973, Seiten 1–29.
Dirk-Gerd Erpenbeck: Johann Hildebrand Withof (1694–1769). Ein Beitrag zur Universitätsgeschichte Duisburgs im 18. Jahrhundert. In: Duisburger Forschungen. Band 22, 1975, Seiten 38–80.
Dirk-Gerd Erpenbeck: Das Album des Revaler Bürgers Hans Arpenbeck, Dolmetscher der holsteinischen Gesandtschaft nach Persien. In: Ostdeutsche Familienkunde. Jahrgang 26, Heft 8, 1978, Seiten 131–139, 161–168 & 193–198.