Dimitri Van den Bergh (* 8. Juli 1994 in Antwerpen) ist ein belgischer Dartspieler. In der Öffentlichkeit und in den Medien ist er auch als „The Dreammaker“ bekannt. Seine größten Erfolge sind die Gewinne des World Matchplay 2020 und der UK Open 2024.
Dimitri Van den Bergh startete seine Karriere im Jahr 2012 in der BDO. Er gewann im ersten Jahr die British Teen Open. Zudem qualifizierte er sich für das World Masters, in dem er allerdings bereits in der 1. Runde ausschied.
Um den Sprung zum Profi zu schaffen, wechselte Van den Bergh nach nur einem Jahr bei der BDO zum konkurrierenden Dartsverband, der PDC. Zu Beginn konzentrierte er sich vor allem auf die PDC Youth Tour. Er gewann 2014 mehrere dieser Events und wurde so die Nummer 1 der Youth Tour Order of Merit. Zudem nahm er an den German Darts Championship teil und unterlag – trotz eines Averages von knapp 103 Punkten – in der 1. Runde Ronnie Baxter mit 2:6.
Van den Bergh bekam zunehmend Probleme mit dem hohen Niveau innerhalb der PDC und drohte aus den Top 100 der PDC Order of Merit zu rutschen. Dennoch gelangen ihm 2015 zwei Turniersiege auf der PDC Development Tour. Außerdem konnte er sich bei einem Qualifikationsturnier einen Platz bei den World Series of Darts Finals 2015 sichern. Hier traf er in der 1. Runde auf Max Hopp und unterlag 3:6. Es handelte sich um sein erstes Spiel vor TV-Kameras.
Van den Bergh gelang 2015 das erste Mal die Qualifikation für eine Weltmeisterschaft. Bei der PDC-Weltmeisterschaft 2016 traf er in der 1. Runde auf Ian White. White war zu diesem Zeitpunkt die Nummer 9 der Welt und so wurden Van den Bergh kaum Chancen zugerechnet, aber er setzte sich souverän mit 3:1 durch. In der 2. Runde schied er gegen Benito van de Pas mit 2:4 aus.
Van den Bergh konnte sich für den Grand Slam of Darts 2016 qualifizieren, überstand jedoch trotz zweier Siege gegen Gerwyn Price und Scott Waites die Gruppenphase nicht, da er in einem dramatischen 9-Dart-Shootout, bei dem die Spieler versuchen mussten, mit drei Aufnahmen möglichst viele Punkte zu erzielen, gegen Robert Thornton verlor.
Bei der Weltmeisterschaft 2017 verlor er in der 1. Runde knapp gegen Cristo Reyes mit 2:3.
Erste Erfolge auf dem PDC Circuit
Auf Platz 3 gesetzt spielte sich Van den Bergh bis ins Finale der PDC World Youth Championship 2017. In einem sehr dominanten Finale konnte er sich gegen den Engländer Josh Payne mit 6:3 durchsetzen. Er spielte einen Average von über 100 Punkten und holte sich so den PDC-World-Youth-Championship-Titel.
Im folgenden Jahr bei der Weltmeisterschaft 2018 schaltete Van den Bergh zunächst Stephen Bunting, Jan Dekker sowie Mensur Suljović aus, ehe er im Viertelfinale am späteren Sieger Rob Cross mit 4:5 scheiterte, wobei er einen zwischenzeitlichen 1:4-Rückstand aufholen konnte.
Bei den German Darts Masters 2018 konnte der Belgier Martin Schindler besiegen. Auch gegen Michael van Gerwen und Gary Anderson konnte er überzeugend gewinnen. Im Finale verlor er gegen Mensur Suljovic mit 2:8.
Beim World Cup of Darts 2018 spielte er sich mit Kim Huybrechts in das Halbfinale.
Beim Grand Slam of Darts 2018 gelang ihm sogar der Einzug in das Viertelfinale. Im Achtelfinale gelang ihm dabei am 14. November 2018 bei seinem 10:6-Sieg gegen Stephen Bunting sein erster Neun-Darter vor laufenden TV-Kameras. Seinen Titel konnte er im World Darts Youth Championship Final als erster Spieler überhaupt verteidigen, indem er den Deutschen Martin Schindler mit 6:3 besiegte. Bei der anschließenden WM konnte er Chuck Puleo und Jonny Clayton besiegen. Erst Luke Humphries besiegte den Belgier dann doch deutlich mit 4:1 in der 3. Runde.
Im Februar stand Van den Bergh beim Players Championship 4 zum ersten Mal in einem Pro Tour Finale. Dieses verlor er allerdings gegen Glen Durrant. Bei seinem UK Open-Debüt erreichte er das Achtelfinale, schied allerdings gegen Steve Beaton aus.
Er durfte auch in der Premier League als Contender antreten. Dort konnte er James Wade ein 6:6-Unentschieden abtrotzen.
Seit 2020: Etablierung in der Weltspitze
Bei der WM 2020 konnte Van den Bergh Josh Payne, Luke Woodhouse und Adrian Lewis besiegen, ehe er von Nathan Aspinall gestoppt wurde. Bei den UK Open 2020 erreichte er das Viertelfinale.
Während der ersten Welle der COVID-19-Pandemie 2020 wohnte er mehrere Monate beim amtierenden Weltmeister Peter Wright und konnte effektiv trainieren. Bei dem ersten großen Turnier nach der langen Pause, dem World Matchplay 2020, besiegte er Nathan Aspinall in der ersten Runde. Auch Joe Cullen, Adrian Lewis und Glen Durrant konnten den Belgier nicht stoppen. Im Finale traf er dann auf den Doppelweltmeister Gary Anderson und konnte ihn überraschend mit 18:10 besiegen. Damit gewann er seinen ersten PDC-Major-Titel. Beim World Cup of Darts 2020 erreichte er wie 2018 erneut das Halbfinale. Diesmal war mit einer 2:0-Niederlage gegen England Schluss. Nachdem er beim Grand Slam of Darts 2020 in seinem Gruppenspiel gegen Ricky Evans mit durchschnittlich 114,85 Punkten pro Aufnahme einen neuen Rekord-Average für den Grand Slam aufgestellt hatte, drang er bis ins Halbfinale vor und wurde dort von James Wade gestoppt. Nach diesen Erfolgen konnte sich Van den Bergh erstmals in die Top 10 der Weltrangliste spielen.