An diesem Tag

Diego Rivera

Mexikanischer Maler (1886–1957)

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Diego María de la Concepción Juan Nepomuceno Estanislao de la Rivera y Barrientos Acosta y Rodríguez (* 8. Dezember oder 13. Dezember 1886 in Guanajuato; † 24. November 1957 in Mexiko-Stadt) war ein mexikanischer Maler. Er gilt neben David Alfaro Siqueiros und José Clemente Orozco als bedeutendster Maler der Moderne in Mexiko. Gemeinsam wurden sie als Los Tres Grandes (Die großen Drei) bezeichnet.

Von 1907 bis 1921 arbeitete Diego Rivera in Europa, zu Beginn und Ende der 1930er-Jahre in den Vereinigten Staaten. In seinen Tafelbildern adaptierte Rivera in schneller Folge viele verschiedene Stilrichtungen und beschäftigte sich längere Zeit mit dem Kubismus. Während seiner Zeit in Europa stand er in Kontakt mit führenden Vertretern der Modernen Kunst wie Picasso, Braque und Gris. Nach seiner Rückkehr nach Mexiko arbeitete Diego Rivera vor allem an seinen großen Wandbildprojekten, die er etwa im Palacio Nacional, dem Palacio de Bellas Artes, dem Secretaría de Educación Pública und in verschiedenen Institutionen in den Vereinigten Staaten malte. Diese von ihm als Beitrag zur Volksbildung verstandenen Murales trugen einen Großteil zur Bekanntheit und zum Erfolg Riveras bei. Hinter ihnen traten die weiteren Facetten seines Gesamtwerkes zurück.

Die genaue Zahl seiner Tafelbilder ist nicht bekannt, es werden immer noch bisher nicht bekannte Ölgemälde Riveras gefunden. Viele von ihnen waren Porträts und Selbstporträts, eine große Zahl zeigte auch mexikanische Motive. Besonders letztere sowie Variationen seiner Muralesmotive waren bei amerikanischen Touristen beliebt. Darüber hinaus fertigte Rivera aber auch Zeichnungen und Illustrationen an und entwarf für eine Theaterproduktion Kostüme und Bühnenbild. Diese Aspekte seines Gesamtwerkes wurden in der Literatur zu Rivera bisher noch nicht ausführlich behandelt.

Rivera trat 1922 der Kommunistischen Partei Mexikos bei und gehörte eine Zeit lang deren Exekutivkomitee an. Er reiste 1927 anlässlich des Jubiläums der Oktoberrevolution in die Sowjetunion und wollte dort zur künstlerischen Entwicklung beitragen; wegen seiner Kritik an der stalinistischen Politik wurde ihm jedoch die Rückkehr nach Mexiko nahegelegt. Aufgrund seiner kritischen Position zu Josef Stalin und den von Rivera angenommenen Regierungsaufträgen schloss ihn die Kommunistische Partei Mexikos 1929 aus, akzeptierte aber 1954 eines seiner Gesuche um Wiederaufnahme.

In den 1930er Jahren wandte sich Rivera den Ideen des Trotzkismus zu. Er setzte sich dafür ein, dass Leo Trotzki und seine zweite Frau Natalja Iwanowna Sedowa in Mexiko Exil erhielten, und beherbergte sie kurzzeitig in seinem Haus. Nach politischen und persönlichen Auseinandersetzungen mit Trotzki brach der mexikanische Künstler 1939 die Verbindung ab. Die politischen Überzeugungen Diego Riveras spiegelten sich auch in seinen Werken wider, in denen er kommunistische Ideen propagierte und immer wieder führende Persönlichkeiten des Sozialismus und Kommunismus verewigte. Im Zusammenhang mit seinen politischen Aktivitäten publizierte Rivera auch Artikel und war an der Herausgabe linker Zeitschriften beteiligt. Rivera heiratete 1929 die Künstlerin Frida Kahlo, die seine politischen Überzeugungen teilte.

Diego Rivera und sein Zwillingsbruder José Carlos María wurden am 8. oder 13. Dezember 1886 als erste Söhne des Lehrerehepaars María del Pilar Barrientos und Diego Rivera in Guanajuato geboren. Der familiäre Hintergrund Diego Riveras bleibt unsicher, da großteils von ihm selbst kolportiert. Der Großvater väterlicherseits, Don Anastasio de Rivera, sei als Sohn des italienischstämmigen Urgroßvaters, der im spanischen diplomatischen Dienst in Russland weilte, dort zur Welt gekommen, die unbekannte russische [?] Mutter sei bei der Geburt gestorben. Don Anastasio wanderte später nach Mexiko aus, erwarb eine Silbermine und heiratete Ynez Acosta. Angeblich habe er für Benito Juárez gegen die französische Intervention gekämpft. Die Großmutter mütterlicherseits, Nemesis Rodriguez Valpuesta, soll halb-indianischer Abstammung gewesen sein. Mit seinen nicht belegbaren Aussagen trug Rivera zur Legendenbildung um seine Person bei und verortete sich selbst in der Geschichte Mexikos, die ein zentraler Aspekt seines Gesamtwerkes ist.

Diego Riveras Zwillingsbruder starb 1888; seine Mutter brachte 1891 eine Tochter namens María zur Welt. Die linksgerichteten Artikel des Vaters, Autor und Mitherausgeber der liberalen Zeitschrift El Demócrata, empörten seine Kollegen und den konservativen Teil der Leser dermaßen, dass sogar seine Familie angefeindet wurde. Nachdem er sich auch im Minengeschäft verspekuliert hatte, übersiedelte man 1892 nach Mexiko-Stadt, wo Diego senior eine Stelle im Staatsdienst bekam. Um die Ausbildung des Sohnes kümmerte der Vater sich jedoch schon früh: Diego junior hatte bereits im Alter von vier Jahren das Lesen erlernt. Ab 1894 besuchte er das Colegio Católico Carpantier. Sein Zeichentalent wurde ab der dritten Klasse durch zusätzliche Abendkurse an der Academia de San Carlos gefördert. 1898 inskribierte er sich dort als regulärer Student, nachdem er ein Stipendium erlangt hatte.

Diego Rivera kam dadurch in Kontakt mit höchst unterschiedlichen Kunstauffassungen. Als seine wesentlichen Lehrer an der Akademie nennt er (in dieser Reihenfolge) Félix Parra, José María Velasco und Santiago Rebull. Rebull, der das Talent des Jungen erkannte und ihn zum Ärger seiner Kommilitonen bevorzugt haben dürfte, war ein Schüler von Jean-Auguste-Dominique Ingres und Anhänger der Nazarener, Parra hingegen ein Naturalist mit Interesse am vorspanischen Mexiko. Das Studium folgte dem europäischen Vorbild mit technischer Ausbildung, rationaler Forschung und positivistischen Idealen.

Rivera arbeitete sowohl im Atelier als auch in der Landschaft, wobei er sich stark an Velasco orientierte, von dessen perspektivischer Lehre er profitierte. Er folgte seinem Lehrer vor allem auch in der Darstellung der speziellen Farbigkeit einer typischen mexikanischen Landschaft. Weiters lernte Rivera an der Akademie den Landschaftsmaler Gerardo Murillo kennen, der kurz zuvor in Europa gewesen war. Murillo beeinflusste den Kunststudenten durch seine Wertschätzung der indianischen Kunst und mexikanischen Kultur, die im späteren Werk Riveras zum Tragen kam. Zudem lehrte Murillo Rivera über die zeitgenössische Kunst in Europa, was in diesem den Wunsch hervorrief, selbst nach Europa zu reisen.

Bewunderung für José Guadalupe Posada, den er zu dieser Zeit kennen und zu schätzen lernte, drückt Rivera in seiner Autobiografie aus. 1905 schied er aus der Akademie aus. Im Jahr 1906 stellt er erstmals 26 seiner Werke, größtenteils Landschaften und Porträts, auf der jährlichen von Murillo organisierten Kunstausstellung der Academia de San Carlos aus und konnte auch erste Arbeiten verkaufen.

Im Januar 1907 konnte Diego Rivera dank eines Stipendiums von Teodoro A. Dehesa, dem Gouverneur des Bundesstaates Veracruz, und seiner Rücklagen aus den Verkäufen nach Spanien reisen. Auf Empfehlung von Murillo trat er in die Werkstatt Eduardo Chicharro y Agüeras, eines der führenden spanischen Realisten, ein. Der Maler riet Rivera zudem, in den Jahren 1907 und 1908 durch Spanien zu reisen, um verschiedene Einflüsse und Strömungen kennenzulernen. In den folgenden Jahren probierte Rivera in seinen Werken verschiedene Stile aus. Im Museo del Prado kopierte und studierte er Gemälde von El Greco, Francisco de Goya, Diego Velázquez und flämischen Malern. Von dem dadaistischen Schriftsteller und Kritiker Ramón Gómez de la Serna wurde Rivera in Madrid in die Kreise der spanischen Avantgarde eingeführt. 1908 stellte Rivera zudem in der zweiten Ausstellung von Chicharro-Schülern aus.

Von seinen avantgardistischen Freunden angeregt, reiste Rivera 1909 nach Frankreich weiter und besuchte Museen und Ausstellungen sowie Vorlesungen. Zudem arbeitete er in den Schulen von Montparnasse und am Ufer der Seine. Im Sommer 1909 reiste er nach Brüssel weiter. Hier lernte er die sechs Jahre ältere russische Malerin Angelina Beloff kennen. Sie wurde seine erste Lebensgefährtin und begleitete ihn nach London. Dort studierte er die Werke William Hogarths, William Blakes und William Turners. Zum Jahresende kehrte Rivera in Begleitung Beloffs nach Paris zurück und präsentierte 1910 erstmals Werke in einer Ausstellung der Société des Artistes Indépendants. Da sein Stipendium auslief, kehrte Rivera zur Jahresmitte über Madrid nach Mexiko zurück, wo er im August 1910 ankam.

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