An diesem Tag

Die Mausefalle

Theaterstück von Agatha Christie

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Die Mausefalle (englisch The Mousetrap) ist ein Theaterstück von Agatha Christie. Es wurde vom 25. November 1952 bis zur Zwangspause aufgrund der COVID-19-Pandemie am 16. März 2020 ununterbrochen täglich aufgeführt. Dadurch gilt es als das am längsten ununterbrochen aufgeführte Theaterstück der Welt. Seit dem 17. Mai 2021 wird es wieder täglich im Londoner West End aufgeführt und ist das am längsten laufende Theaterstück der Welt.

Die Mausefalle wurde ursprünglich nicht als Theaterstück, sondern als Radio-Hörspiel konzipiert. Die damalige Königinmutter Mary, bekannt als Queen Mary, wurde 1947 in einem Interview gefragt, was sie sich zum Geburtstag wünschen würde, wenn sie frei wählen dürfte. Sie antwortete darauf: „A play of Agatha Christie“ („Ein Stück von Agatha Christie“). Agatha Christie verfasste daraufhin das Hörspiel Three Blind Mice (deutsch Drei blinde Mäuse) zu ihren Ehren. Das zwanzigminütige Hörspiel wurde am 26. Mai 1947, dem 80. Geburtstag von Queen Mary, von der BBC gesendet. Der Titel bezieht sich auf einen bekannten englischen Kinderreim, der in diesem Stück vom Mörder gesungen wird.

Agatha Christie arbeitete das Hörspiel später zunächst in einen Kurzkrimi und dann in ein Bühnenstück mit zwei Akten um. Nach Abschluss der Arbeit stellte sie fest, dass es ein Theaterstück mit dem Titel Three blind mice bereits gab. Der neue Name The Mousetrap ist eine Anleihe von Shakespeare und stammt aus dem dritten Akt von Hamlet, in dem eine Theatergruppe ein „Stück im Stück“ vorführt. Hamlet antwortet auf die Frage von Claudius, welches Stück gespielt werde, „The mouse-trap“. Tatsächlich heißt das Stück The Murder of Gonzago; Hamlet spielt mit seinen Worten auf die Falle an, die er Claudius stellt, indem er ihn durch die Vorstellung mit seinen Taten konfrontiert. Die Idee, dieses Zitat als Titel zu verwenden, kam Christies Schwiegersohn Anthony Hicks, dem zweiten Ehemann ihrer Tochter Rosalind.

Die Rechte an der Mausefalle schenkte sie ihrem damals sieben Jahre alten Enkel Mathew Prichard zum Geburtstag. Alle Einnahmen aus dem Stück fielen schon zu ihren Lebzeiten ihrem Enkel zu.

Agatha Christie wählte Peter Saunders als Produzenten, der gerade ihr Stück The Hollow (dt. Das Eulenhaus) erfolgreich auf die Bühne gebracht hatte. Saunders wurde in der Folge zu einem engen Freund, und er zeichnete nicht nur für den Erfolg der Mausefalle, sondern zukünftig auch vieler weiterer Christie-Aufführungen verantwortlich. Für seine Autobiografie The Mousetrap Man verfasste Agatha Christie später das Vorwort.

Saunders gelang es, Richard Attenborough für die Rolle des Sergeant Trotter und dessen Frau Sheila Sim als Mollie Ralston zu gewinnen. Die Regie übernahm der renommierte Theaterregisseur Peter Cotes. Die Uraufführung fand im Oktober 1952 in Nottingham statt; sie war ein achtbarer, aber kein außergewöhnlicher Erfolg. Agatha Christie überarbeitete das Skript anschließend noch einmal und reduzierte die Komik zugunsten der Spannung. Sie ging davon aus, dass die Mausefalle gute Chancen hatte, acht Monate lang zu laufen.

Die Premiere im Londoner West End fand am 25. November 1952 im New Ambassadors Theatre statt und bekam überwiegend gute Kritiken. In den ersten drei Monaten war das Theater ausverkauft.

Die Handlung folgt dem Muster eines klassischen Whodunit. Mollie Ralston hat das alte Haus Monkswell Manor geerbt und eröffnet gemeinsam mit ihrem Ehemann Giles eine Pension. Bei den Vorbereitungen hören sie im Radio vom Mord an Maureen Lyon, der in London geschehen ist, und eine sehr allgemein gehaltene Beschreibung des Täters, der am Tatort gesehen wurde. Zur Eröffnung haben sich vier Gäste angesagt – der junge, etwas sonderbare Architekturstudent Christopher Wren, die gestrenge altjüngferliche Mrs. Boyle, die distanzierte Miss Casewell und der pensionierte Offizier Major Metcalf. Mr. Paravicini überschlägt sich in der Nacht mit seinem Auto in einer Schneewehe und findet ebenfalls in der Pension Unterschlupf. Das Wetter verschlechtert sich weiter, bald sind die Straßen nicht mehr befahrbar und das Haus ist völlig von der Außenwelt abgeschnitten. Mollie Ralston erhält einen Anruf von Superintendent Hogben, der ankündigt, dass bald einer seiner Polizisten in der Pension ankommen wird, ohne zu erklären, warum. Tatsächlich schlägt sich Sergeant Trotter mit Skiern zu den Eingeschlossenen durch. Kurz nach seiner Ankunft ist auch die Telefonleitung tot.

Trotter informiert die Eingeschlossenen, dass die Adresse der Pension im Notizbuch des flüchtigen Mörders von Maureen Lyon gefunden worden ist. Hierin hat man außerdem den Hinweis „Drei blinde Mäuse“ entdeckt, und einen an die Leiche gehefteten Zettel, mit der Aufschrift „Das war die erste“. Er vermutet, dass der Mörder sich bereits im Haus aufhält. Außerdem deckt er die wahre Identität von Maureen Lyon auf: Sie heiße tatsächlich Maureen Stanning und sei erst kürzlich aus der Haft entlassen worden, zu der sie verurteilt worden war, weil sie während des Krieges auf der nahen Longridge Farm drei ihr anvertraute Kinder, die Geschwister Corrigan, misshandelt und ein Kind sogar fahrlässig hatte sterben lassen.

Bald stellt sich heraus, dass Mrs. Boyle als Mitarbeiterin des Kriegsdienstes damals die drei Kinder der Familie Stanning zuwies. Kurz darauf wird sie erwürgt in der Bibliothek gefunden. Die Suche nach dem Täter gestaltet sich schwierig. Die beiden überlebenden Corrigan-Kinder, ein Junge und ein Mädchen, sind mittlerweile erwachsen und niemand weiß, wie sie heute heißen und aussehen, auch ihr Vater ist ein möglicher Täter. Damit geraten alle Gäste gleichermaßen unter Verdacht, und auch die Ralstons, die beide unabhängig voneinander am Tag des ersten Mordes heimlich nach London fuhren. Trotter beschließt, das Verhalten aller Zeugen zum Zeitpunkt des Mordes mit vertauschten Rollen nachspielen zu lassen, um einer falschen Aussage auf die Spur zu kommen. Als sich alle auf ihre Ausgangspositionen begeben haben, findet sich plötzlich einer von ihnen allein mit dem Mörder in einem Raum wieder.

Nach jeder Aufführung wird das Publikum aufgefordert, die Lösung nicht zu verraten. Auch die Presse hält sich an dieses Abkommen. Von Winston Churchill ist bekannt, dass er den Täter bereits in der Pause erriet.

Major Metcalf ist tatsächlich ein Undercover-Polizist. Er verdächtigte Trotter von Beginn an und versteckte dessen Skier, damit er nicht fliehen konnte. Gegen Ende des Stücks bekam er von Miss Casewell einen Hinweis auf die wahre Identität Trotters.

Miss Casewell ist Trotters Schwester. Sie lebte lange auf Mallorca, bevor sie nach England zurückkehrte. Sie war auf der Suche nach ihrem Bruder, hatte aber keine Mordabsichten.

Die Ralstons sind beide unschuldig. Sie unternahmen ihre heimlichen Ausflüge nach London, um sich gegenseitig Geschenke zum Hochzeitstag zu kaufen. Als ehemalige Lehrerin der drei Kinder sollte Mollie das nächste Opfer von Trotter werden. Sie erhielt damals einen Hilferuf der Kinder, konnte aber wegen einer Krankheit nicht darauf reagieren.

Christopher Wren versuchte tatsächlich, sich zu verstecken, aber nicht vor der Polizei, sondern vor der Armee, aus der er vor kurzem desertiert war. Seinen Namen hatte er falsch angegeben, angelehnt an den berühmten Architekten Christopher Wren.

Der Mörder ist Sergeant Trotter. Er war das älteste der drei misshandelten Corrigan-Kinder und gab nur vor, ein Polizist zu sein, um in das Haus zu gelangen. Den Anruf hatte er vorgespielt, die Telefonleitung anschließend selbst gekappt.

Mr. Paravicini ist ein klassischer Roter Hering. Er wich den Fragen aus, weil er auf dem Schwarzmarkt handelt.

In der Reihenfolge des Auftretens:

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